Dienstag, 8. August 2017

Bier, Caipi und Tee in Brasilien

Bier! Da sind wir Deutschen doch das führende Land! .... Oder nicht?

Ich musste feststellen, dass Deutschland noch ein Entwicklungsland ist, was Bier angeht. In Brasilien gibt es viele gut entwickelte Edelbiere, die man in jedem Etablissement auf einer Sonderkarte bestellen kann. Ich habe in Deutschland auch schon viel Craftbier probiert und es waren zum Teil auch so richtige Graupen dabei, die man sofort ins Waschbecken spucken musste. Ein paar Perlen gab es natürlich auch, aber es ist trotzdem stets wie Minenschwimmen.

In Brasilien schmeckt das Bier aber einfach, solange man den Bierstil als solchen mag. Wir haben z.b. herausgefunden, dass Amber Ale nichts für uns ist, der Malzcharakter sagt uns nicht zu. Ich mag gerne german Schwarzbier, aber im Amber Ale geht das nicht.


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Ein Bierregal in einem brasilianischen Supermarkt. Da hinten, wo das Foto zuende ist, steht immer noch Bier! Und gegenüber war auch Bier, aber da war das Pils.

Brasilianisches Standardpils ist wie Faxe, es besteht aus Wasser und Alkohol und irgendwie hat mal ein deutsches Pils daneben gestanden. Wie man in Dithmarschen immer sagte: Faxe ist, was nach einem Jever unten wieder raus kommt.

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Das Clementina ist ein Indian Pale Ale (IPA) und richtig gut! Die Hopfenaromen harmonieren bestens miteinander und bringen dieses Fruchtige mit, unterstützen so die Bittereinheiten und ergeben etwas ganze Besonderes. Mein Portoalegre-Pils reiht sich dagegen leider in die typischen Standard Pilse aus Brasilien ein: Für den heißen Sommer ganz erfrischend. Man kann aber auch Faxe trinken.


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Noch ein besonders gutes IPA, hervorragend harmonierend. Auch das Pale Ale ohne indian war gut, wenn auch nicht so on the top. Dazu gab es tolle Bierdeckel mit einer Geschichte um Al Capone, die haben wir dem Kollegen mitgebracht, der Bierdeckel sammelt.
Das Al Capone gab es um Torres herum nahezu überall. Torres ist am Atlantik und hat tolle Vulkane im Strand.


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So bekommt man übrigens ein anständiges Bier serviert: In einem Kühler mit Eiswürfelwasser. Hier auch wieder ein IPA, das auch gut war, aber Al Capone und Clementina waren NOCH besser. Das DaDo schwächelte dagegen etwas in Intensität. Einem deutschen Gewohnheitstrinker, der nicht zur Jeverfraktion gehört, zieht es dennoch die Schuhe aus.


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Und da war es plötzlich: Schokobier!

Auf Köstritzer steht hinten drauf, dass es nach Schokolade schmeckt. Ich bin jedes Mal wieder enttäuscht, dass es das eben nicht tut, weil sie in der Produktion jedes Mal vergessen, den Kakao mit reinzufüllen, als Ausrede dann etwas von Reinheitsgebot murmeln. In Brasilien ist man da deutlich mutiger und füllt auch irgendwas in die Kakaorichtung rein, wenn mans schon rauf schreibt. Und so erfüllt dieses Chocolate Strout genau das, was ich mir erträumt habe: Eine Art Schwarzbier, das dezent nach Kakao schmeckt, ohne dabei süßlich-eklig zu werden. Man schmeckt Kakao UND Bier. Die perfekte Harmonie, von der ich immer geträumt habe. 

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Im zweiten Anlauf gab es dann noch dieses Double Chocolate Strout, das leider dann doch zu sehr in die Richtung Chocolate und weniger in die von Strout ging. So war das pappig süß und übertünchte die biertypische Bitterkeit. Das Mono-Schoko war deutlich besser.



Genug von Bier, jetzt noch ein Quotenfoto zum Nationalgetränk Caipirinha.

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Ich kenne Caipi immer nur von Leuten, die mit Bedacht für mich mixen. Und die tun mehr Wasser als alles andere hinein. Hier gab es dann mal eine anständige Portion, an der nur die Eiswürfel Wasser waren und alles andere das reine alkoholische Getränk. Das hatte mich schon nach dem ersten Zug prozentetechnisch unter den Tisch gekickt und ich habe die Kollegen gebeten, keine Fotos zu machen, sollte ich den Abend auf den Tischen tanzen. Dazu ist es dann glücklicherweise nicht gekommen. Ich bin in Schlangenlinien zurück zum Hotel. Geschmacklich war sie aber sehr gut.


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Und das hier ist der Nationaltee in Rio Grande do Sul, Chimarrão.
Wir kennen am ehesten noch "Club Mate", was damit etwas zu tun hat. Denn: Chimarrao ist das Urgetränk dazu und Mate ist das gleiche mit Zucker. Und filtriert.

Man sieht überall Leute mit diesem Ding rumrennen, in jeder Lebenslage, auch im Supermarkt. Diesen Behälter, den metallenen Strohhalm und eine Pumpkanne mit heiß Wasser zum Nachfüllen.
Ich habe mir die Ausrüstung auch zugelegt, aber bisher scheitert es bei mir noch an der Bedienung. Mein Strohhalm verstopft kontinuierlich und ich krieg nichts durch den Strohhalm durch. Zur Zeit bin ich daher mit Labormethoden dabei, mir das Getränk gefiltert zuzubereiten. Den typischen Aschegeschmack eines schlechten Club Mate wird man damit aber nicht los. Als ich den korrekt zubereitet bekommen habe beim Uniprofessor hats gut geschmeckt und nicht nach Asche.

Essen in Brasilien

Ich musste geschäftlich nach Brasilien für 1.5 Wochen. Zunächst die Panik: Ich werde verhungern! Das Essen in Brasilien ist vor allem geprägt durch das große Angebot von verschieden zubereitetem Rindfleisch. Und in Frankreich hatte ich damit schon Probleme.
Als ich da war dann allerdings Entwarnung, es gab genug für mich! So viel, dass ich Tage später immer noch nur Miniportionen esse, weil ich mich SO vollgefressen habe.

Mittags gab es vor allem Buffet nach brasilianischer Art. Das ist ideal, so kann ich mir relativ einfach auch ohne die Worte zu kennen, etwas Fleischloses zusammenstellen. Außerhalb des brasilianischen Buffets gibt es noch typische Gerichte a la carte oder es wird Pizza angeboten. Wer etwas auf sich hält, isst Sushi oder andere japanische Gerichte mit brasilianischer Interpretation. So einen großen Multikulti an Essen wie in Deutschland findet man dort nicht, was mir aber auch gut passte, denn so hatte ich genug Gelegenheiten, die Landesküche zu begutachten.

Ich war im Bundesstaat Rio Grande do Sul, vor allem um Porto Alegre herum.

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Mein Frühstück im ersten Hotel. Papaya, Bananen und Mangos schmecken am Erzeugungsort natürlich deutlich besser. Ich fand Papaya immer öde, aber dort kann man die echt gut essen.



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Teller vom Buffet. Es gibt stets eine riesige Salatauswahl mit vielen Blattsalaten, aber auch immer Brokkoli, Dinge wie Oliven und fertig gemischte Salate wie Majo-Kartoffelsalat, irgendwelche Mischungen mit Dressing etc.
Dazu immer stets auch direkt im Salatabteil die Früchte. Und das linke Zeug ist ein Vollkorngetreide gehäxelt, ähnlich wie Bulgutsalat, aber kräftiger im Geschmack und mit Schale.
Das schwarze ist gekochte schwarze Bohnen, die gabs auch immer. Im Supermarkt gibt es auch endlich mal seriöse Tüten von Bohnen, sowas wie 2 kg Säcke und nicht diese 500 g Hungertüten wie in Deutschland.


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Von einem anderen Buffet. Wieder Blattsalat, Früchte, Bohnen. Der Reis war auch fabelhaft. Die "Riesenpommes" sind polenta fritta, denen bin ich total verfallen.

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Das ist im Boteco in Porto Alegre, einer Coctailbar, in der man auch essen konnte. Ich hatte nur einen Teller polenta fritta geordert und selbst der war zu viel für mich. In Brasilien gibt es nur anständige Portionen, oftmals schaffe ich die nur zu zweit oder zu dritt. Mit meinem Kollegen hab ich mir oft was geteilt.

Die polenta fritta sind auch etwas, das ich richtig toll fand und nach Möglichkeit jeden Tag gegessen hab. Außen knusprig, innen weich und schön grob die Struktur, richtig toll.

Nicht fotografiert, aber davon berichten: Palmherzen. Das habe ich zuerst für weißen Rhabarber gehalten. Die Struktur stimmt ziemlich damit überein und der Geschmack ist wie Rhabarber, der sich erst spät überlegt hat, überhaupt Geschmack zu haben. Ja, das ist dann nicht viel, aber irgendwie hatte es noch einen zarten Eigengeschmack und war einfach mal was Tolles anderes.

Dann noch: Pimento Biquinho, ein südamerikanischer Pfeffer von der Größe von Cherrytomaten. Der ist nur zart scharf, wenn überhaupt und meistens sauer eingelegt. Er hat aber dieses Aroma von Pfeffer, während er gemüsig-tomatig ist. Ich hab mir davon immer ordentlich auf den Salat gehauen, auch wenn auf den Bildern jetzt nicht vorhanden. Wahrscheinlich schon weggegessen.

Maniok Bubbels: Das war ein Nachtisch, in dem Maniok Kugeln in Wein aufgekocht wurden, zusammen mit Zucker. Die Konsistenz ist eigentlich nicht so meines, aber der Geschmack war mal was ganz anderes. Den richtigen Namen finde ich leider nicht.

Guavenmarmelade: Hmmm!

Minztee mit stark gechlortem Wasser: Eine Spezialität, die geschmacklich sogar harmoniert. Freiwillig trinke ich das trotzdem kein zweites Mal.

Ananas mit Zimt gegrillt kann ich auch empfehlen. Generell gab es oft Zimt wo drauf, als Zimtfan kam mir das sehr recht.


Die schwarzen Bohnen und die Reisgerichte muss ich jedenfalls in meine Küche übernehmen. Das wird in meiner Küche dann wahrscheinlich total fad und öde, weil die brasilianische Umgebung fehlt. Aber so hoffe ich, meinen Verlustschmerz etwas dämpfen zu können.

Samstag, 10. Juni 2017

Reissalat, ideal für den Sommer

Reissalat ist ein ideales Sommeressen. Außerdem ist es gut für Faule und für Leute, die plötzlich dann doch eine große Menge Reis übrig hatten.

In der Uni damals war dieses Rezept für mich vor allem wegen der Faulheit interessant. Dann geriet es irgendwann in Vergessenheit. Und jetzt hatte ich unerwartet eine große Menge Reis übrig und erinnerte mich daran.


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Abstammen tut dieses Rezept vom Kisir Rezept, das ich mal veröffentlicht habe. Seitdem ich jedoch einen Reiskocher besitze und damals noch nicht auf die Idee kam, den Bulgur auch da drin zu kochen, war gekochter Reis für mich deutlich fauler erreichbar als gekochter Bulgur.

Das kommt natürlich auch auf die Sorte Bulgur an, es gibt 8 (?) verschieden große Schrotgrößen. Ich hatte lediglich Zugang zum Alnatura Bulgur, der eine besonders große Schrotung hat und damit 40 Minuten auf dem Herd braucht. Feinere Bulgursorten reichen schon aus mit heißem Wasser übergossen und gequollen zu werden. Und da möchte ich mal eben auf den Klimafußabdruck eingehen:

Bulgur hat einen deutlich besseren CO2 Fußabdruck als Reis und ist als klimafreundliches Essen zu bevorzugen. Weizenfelder sind trocken, während Reisfelder in der Nässe sehr viel CO2 abgeben, während sie da so nass vor sich hin rumstehen.

Ich hatte meinen Reis aber für ein asiatisches Gericht gemacht und dazu passt Bulgur nicht so. Da ich den Reissalat nicht alleine essen wollte und auch nicht alle Zutaten aus dem Bulgursalatrezept da hatte, ergab sich ein neues Rezept.


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Reissalat, türkisch inspiriert

Gekochter Reis (aus 150 g ungekochtem Reis gemacht)

1 EL Paprikamark
2 EL Tomatenmark
4 EL Olivenöl
2 TL Kräuter der Provence
2 EL Limettensaft
1 TL Salz
Pfeffer frisch gemahlen

1/2 Salatgurke
1 rote Paprika
1 gelbe Paprika
2 Tomaten (7 cm Durchmesser)
1 rote Supermarktschili
1 x 10 x 10 mm Knoblauch
7 getrocknete Tomaten

Aus dem Mark, Öl etc eine Paste rühren und diese in den Reis einarbeiten. Das Gemüse in Würfelchen schneiden und unterheben. "Schon" fertig! :) Jaja, nach 30 Minuten fleißigem Schnippeln, aber man kann entsprechend viel herstellen, dass man mehrere Tage davon essen kann.

Lecker auch:
- gehackte glatte Petersilie
- Frühlingszwiebeln in rohem Zustand für alle, die rohe Zwiebeln nicht stundenlang wieder hochwürgen, so wie ich. Ich lass sie deswegen weg.
- Minze war im Originalrezept drin. Wenn alle Esser das mögen, ist das sehr lecker darin!
- Oliven kommen sicher auch super
- Salatkerne kann ich mir darin auch gut vorstellen
- Und natürlich allerlei frische Kräuter, die man so da hat.


Sonntag, 28. Mai 2017

Fondanttorte, kein Ruhm

Ich hatte es fast schon verdrängt, aber ich habe mal eine Torte mit Fondant drauf gemacht. Es gehört zu meinen gescheiterten Experimenten.




 

Von außen siehts gar nicht so beschissen aus. Aber der Teufel steckte in jedem Detail und am Ende in der gesamten Torte.

 

Das Problem bei dem Fondant war, dass er anscheinend doch schneller altert als ich angenommen habe. Er war ca. 1 Jahr alt und war eigentlich nur noch hartes Zeug, aus dem irgendwas raus lief. Wahrscheinlich Glycerin. Ich habe dann in Feinstarbeit versucht, das alles wieder weich zu machen, was ewig gedauert hat und am Ende dann doch nicht zu 100% erfolgreich war. Man sieht es vor allem an den weißen Punkten, die sich nicht färben ließen, das sind noch die harten Reste.

Ich habe dann violette Lebensmittelfarbe eingemischt und irgendwann keine Kraft mehr, also hab ichs halb gemischt gelassen und diesen netten Marmoreffekt bekommen, in dem sich sogar die weißen Teile wie kleine Steinchen gut integrieren. Also optisch gesehen gar nicht so beschissen. Leider war der Geschmack mehr als daneben, hier hatten wir das volle Bukett von Kinderknete.



Als Torte habe ich einen Schwarzwälderkirsch gemacht, basieren auf Chefkoch "Veganer Walnusskuchen" Rezept, dazu eine Soyatoo Kokossahne und Glaskirschen. Zwischen Kuchen und Fondant soll ja immer Ganache. Einfach? Ideentechnisch ja. Packe relativ feste Soyatoo Kokossahne mit extrem fester schwarzer Backschokolade zusammen und erhalte... Schleim.

Diese Ganache war ein absoluter Fail, die Schokolade hat wohl diverse Zusatzstoffe angegriffen und die ganze Mischung zu einer immerwährend fließenden Lava gemacht. Wenigens war der Geschmack gut.

Die Soyatoo Kokossahne muss nach dem Kauf sofort verarbeitet werden, hab ich dabei festgestellt. Es sind 1.5 Jahre Haltbarkeit aufgedruckt, aber alle Packungen, die noch 1/2 Jahr haltbar sind, sind bereits schlecht. Die sind dann extrem sauer, schmecken nach Erbrochenem und die Bindung geht verloren. Ich hab das weggeworfen, musste extra nochmal zum großen Edeka und konnte dann weiter machen. Eine Reklamation bei der Firma blieb erfolglos.
Leider ist das bisher die einzige vegane Schlagsahne, die ich ohne Schläge essen kann.

Nun, wenn man den Fondant vor dem essen wieder abgemacht hat, war die Torte ok. Aber ist das der Sinn von Fondant? Ich bin mir nicht sicher, ob ich damit je wieder was machen will, auch wenn er ganz frisch gekauft ist.

Sonntag, 21. Mai 2017

Biskuitrolle mit Motiv

Das hier ist KEIN veganes Rezept. Ich habe aber noch Entwicklungsbedarf in die Richtung dieses Produktes und das Ziel wird sein, das Ding am Ende vegan herstellen zu können. Irgendwo muss ich anfangen und möchte die ganzen Gegebenheiten stufenweise durchgehen.

Und ich habe nur einen Blog für essen.



Biskuitrollen waren für mich bis vor Kurzem immer der Dämon auf der Kaffeetafel. Der größte anzunehmende Ekel von allen Gruseligkeiten, die meine Verwandtschaft auftischen kann. Schaumstoff, parfümiert mit aufdringlichem, strengem Zitronenaroma der Marke "sollte mal bei Douglas verkauft werden und fristet sein Dasein jetzt als Backaroma für Konditoreien", dazu eine Creme, bei der man nur die Hilfsstoffe schmeckt, nicht aber irgendwas, das einem gefallen mag. Das möchte man nicht auf den Hüften haben und lässt es nach zwei Gabeln auf seinem Teller liegen.

Ich habe die dämonische Zitronenrolle zum Glück schon lange nicht mehr gesehen.

Bei der Mutter einer guten Freundin gabs dann vor einiger Zeit auch eine Rolle, die aber selbst gemacht war. Es gab keine Alternative, also probierte ich aus Anstand. Und die war richtig gut! Leckerer Teig, leckere Creme, einfach so, wie man sich das rein von der Optik her vorstellen würde.

Und als ich dann Motivrollen im Internet sah, wuchs der Wunsch, das auch zu machen.




Und hier ist meine erste Rolle.

Das Tässchen ist das Zeichen für "Kakaokarten", = KartenKunst, Auflagen und Originale, eine Community für das Tauschen von originaler Kunst im Trading Card Format, hier die Website.


Hier drei Beispiele für solche Karten, natürlich von mir gemalt:



Seit meinem Umzug habe ich nur noch relativ verhalten gebacken. Ich habe zwar einen Ofen in der neuen Wohnung, jedoch ist das Zubehör eine Zumutung. Das eine ist ein "jeder Ofen-Blech" der Bauform Fettpfanne, also mit etwas höherem Rand. Das kann man hin und her schieben und es ist schon vor meinem Einzug in die Jahre gekommen. Die Vormieter haben die dadurch entstehende Lücke zwischen den beiden Blechen mit Schweinefett gestopft. Als Vegetarier und Tätiger in der Reinigungsmittelindustrie habe ich das Fett natürlich als erste Amtshandlung entfernt - wobei auch die halbe Beschichtung mit kam.
Das Blech hat in der Mitte diese Schiebekante, außen mehrere Bubbel für das bessete Stehen auf Flächen und ist relativ klein. Es wird da drauf also alles schief und krumm.

Ansonsten gibt es da noch ein Rost, das zwar außen den Rahmen hat, die Roststäbe aber nur die Hälfte der Fläche ausmachen. Der Rest ist einfach ein großes Loch. Das Backpapier, das da dran runter hängt, zieht oft alles mit in die Tiefe und nach der Hälfte der Backzeit darf man abbrechen und das Gebäck vom Boden des Ofens kratzen.

Da hatte ich keine Lust mehr drauf. Mein Ofen ist allerdings ein Construkta, ein abgewohntes Modell mit den Maßen der Construkta-Bosch-Siemens-Reihe, die besonder teures Zubehör haben. Will ich die nächsten 20 Jahre in der Gruppe bleiben? Das weiß ich nicht. Es muss also wieder etwas sein, das verschiebbar ist und das ich in jeden Ofen mitnehmen kann.

Und dann fing ich an, Sallys Backvideos zu schauen. Sally hat so ein Blech, wie ich es mir vorstelle. Aber im Amazon gibt es sowas auch, für weniger als die Hälfte des Preises. Die Bewertungen sind aber nicht gut und auch Sally merkt an, dass das Blech ausm Amazon viel Frust generiert, das ihr Blech nicht macht.

Eine Bestellung später habe ich jetzt also das Sally Blech und den Sally Backrahmen, mit dem die Ergebnisse wirklich so werden wie bei ihr in den Videos.


Jetzt zum Rezept. Ich habe mich da vor allem an Sallys Rezepten orientiert.

Der Teig
(Quelle von Sally)

Mustercreme:
1 Eiweiß
40 g Mehl
30 g Zucker
30 g Öl
2 TL Kakao


Teig:
3 Eier plus das übrig gebliebene Eigelb
1/2 TL Ceylonzimt
1 Schüsschen Vanilleextrakt
80 g Zucker
50 g Stärke
50 g Weizenmehl 550
1/2 TL Weinsteinbackpulver
200 g Sahne
100 g weiße Schokolade
½ TL Vanilleextrakt
5 TL Sanapart

Die Creme

(Quelle von Sally)

250 g Mascarpone
Schokobruchplatten, die man auch auf Schwarzwälder drückt


Die Mustercreme musste ich 3 Minuten bei 150 °C U/O Hitze anbacken, da mein kleines Gefrierfach das Einfrieren der Mustercreme nicht zulässt. Die habe ich mit einem Einwegspritzbeutel aufgetragen.

Den Teig dann Bereitet und drüber gestrichen, 8 Minuten bei 210 °C U/O Hitze gebacken. Ich habe leider keine Lampe mehr im Ofen und der Backrahmen verwehrt einem so jeglichen Einblick. Wahrscheinlich war das einen Ticken zu lang, jedenfalls hats dieses krasse Wabenmuster beim Abmachen des Backpapieres gerissen.

Die Creme war richtig einfach zu machen: Mascarpone kurz anschlagen, flüssige, aber nicht mehr heiße Schokolade einrühren, Vanille einrühren, Sahne einkippen (unaufgeschlagen) und Sanapart dazu machen. Die Creme ist im Geschmack sehr gut.


Danach wird die Rolle zusammen gebaut und oben auf die Cremeschicht habe ich noch den Schokobruch getan für einen kleinen Straciatellaeffekt. Das hat auch alles gut funktioniert. 





Kritik:
 1) Das Anbacken der Motivcreme führt zu einer relativ keksigen Struktur. Die löst sich dann schnell von der Rolle beim Schneiden oder grob behandeln. Durch mein Gefrierfach ist es mir aber leider nicht anders möglich, also muss das erst einmal so bleiben. Hier habe ich noch Luft nach oben.
ch ist es mir aber leider nicht anders möglich, also muss das erst einmal so bleiben. Hier habe ich noch Luft nach oben.


2) Der Eiergestank. Ich bin Gebäck ohne Ei gewohnt und habe durch das anorganisch-chemische Praktikum seither einen Ekel auf starke Gerüche, die von Schwefel in der negativen Oxidationsstufe. Der Eiergestank muss bei der nächsten Version dringend verschwinden, denn man schmeckt es auch heraus. 


3) Kalorienbombe. Am liebsten hätt ich eine leichte, lufthaltige Creme auf Basis Sojajoghurt oder sowas, die einen nicht so erschlägt wie dieses Mascarponemonster. Ja, es schmeckt gut, aber ich bekomm bauchweh. 



In der Broschüre des Sanapart ist sogar eine vegane Rolle aufgestellt.

Bei der Creme werd ich mich daran wohl orientieren, aber den Teig werde ich sicher nicht übernehmen. Da strebe ich etwas auf Basis Sojajoghurt an, der macht sehr elastische Teige, de sich gut rollen lassen. 


Generell kann man damit dann auch mal wieder backen, was ich sehr positiv finde. 

Und die Sally Metallprodukte sind wirklich sehr solide, das hat sich gelohnt!

Bento mit koreanischem Inhalt

Ich mach viel zu selten Bento! Aber dies war sehr gut.



Das ist:

Tofu nach Maangchi

Kimchi

Broken Thai Reis

und platte, gekochte Bohnen, die mit der gleichen Soße wie der Tofu gewürzt wurden.

Das alles habe ich dann kalt gegessen. Der Reis ist so gut, den kann man auch so essen. Wichtig ist eben, dass man einen Reis findet, der einem schmeckt und das habe ich inzwischen geschafft.

Samstag, 20. Mai 2017

Kalter Tee

Kalter Tee! ... Kalter Kaffee?

Das Thema ist vielleicht nicht ganz so eingängig, bis ich das salonfähige Wort fallen lasse: Eistee. Eistee ist ja eigentlich kalt gewordener Tee, den man dann trotzdem noch trinkt, weil er nunmal da ist. Das passierte mir häufig mit Rooibos- und Kräutertee, bevor ich eine Thermoskanne hatte und ich fand daran nichts seltsam. Seltsam finde ich, in Eistee tonnenweise Zucker reinzuschütten.

Wenn wir mal auf die andere Seite der Nordhalbkugel schauen, dann gibt es da eine ganze Reihe an kalten Tees, die fertig in Flaschen verkauft werden, die nicht unbedingt klassisch in unsere Eistees einzuordnen sind. Vor allem Grüntee ohne was hat da meine Aufmerksamkeit erregt.

Aber kann man das nicht einfach selbst machen? Nun, bei Grüntee ist das etwas kniffeliger, da er leicht oxidiert und dabei bittert. Und schnell abkühlen sollte er auch. Und dann gammelt er auch relativ schnell, direkt aus dem Kühlschrank ists mir aber wieder zu kalt. Generell geht es dabei einfach darum, sich unterwegs einen kalten Tee kaufen zu können. Ansonsten ja: Man kann sich sowas auch selber machen.

Aber welche Möglichkeiten hat man in Deutschland, kalten Tee unterwegs zu bekommen, der einem die Insulinproduktion in Ruhe lässt?



Den hier und seine drei Kollegen. Der hier schmeckt wie Grüntee in ganz sanft aufgebrüht mit den Aromen, die auch in den Zuckereistee kommen. Aber ohne Zucker. Dann gibts noch roten Tee, der einfach Früchtetee ist, gelber Tee, ein bisschen schlimm-blumiger Kräutertee und Quatschtee, ein Schwarzteeimitat aus Früchtetee mit einer Idee Schwarztee, der aber nach Früchtetee schmeckt.

Wo gibt es den? Manchmal bei Rewe, aber meistens ist er ausverkauft. Und wenn nicht, ist er es sofort danach und ich schleppe schwer.

Und sonst so?
Asialaden! Von 1.50 - 4€ Preisspanne gibt es 500 mL fertigen echten asiatischen Grüntee. Oftmals auch schön bitter, grün und kräftig. Da bin ich aber extrem selten.



Und wenn man dann mal zu Hause ist und das Problem mit der Oxidation in den Griff bekommen will? Ein Tipp für den kommenden Sommer!

Grün- als auch Schwarztee können mit etwas Feingefühl zu Hause zu kaltem Tee vorbereitet werden. Dabei ist zu beachten, lose Ware zu kaufen. Beutelware geht nicht, die ist sehr klein geschnitten und bringt durch ihre vielen Schnittkanten extrem viel Oxidierte Bitterheit mit hinein. Die einzige Ausnahme stellen sehr gut behandelte hochwertige Pyramidenbeutel in Gastroqualität dar, aber bevor ihr euer Geld für sowas zum Fenster rauswerft, überweist es lieber mir. Meine IBAN ist [von Google zensiert].

Auch bei der losen Ware sollte darauf geachtet werden, dass die Teeblätter möglichst groß sind oder man eine Sorte erwischt hat, die einem nicht durch die Bitterheit die Schuhe auszieht. Der Tee bittert beim Abkühlen sehr nach, daher eignen sich hier nur die mittleren bis milden Sorten. Sowas wie Ostfriesentee (kleiner Schnitt, viele Kanten, viel Bitter) ist nur etwas für Liebhaber von richtig krassem Schwarztee in kalt. Wem das zu schlimm ist und trotzdem Ostfriesentee will, der solle sich einen mit großem Blatt aus dem Teeladen holen, die haben ähnliche Sortenzusammenstellungen.

Was ist mit den schwarzen Inseln? Bei Ostfriesentee aus dem Supermarkt entstehen die ja beim Abkühlen auf der Tasse. Bei dieser Methode wird die Entstehung minimiert, die Auswahl eines geeigneten Tees minimiert sie zudem nochmal. Ich hatte bisher hier keine Probleme mit den Ablagerungen, vor allem aber, da ich den aus dem Supermarkt nicht für diese Methode verwende.

Da meine Kannen nicht groß genug für meinen Durst sind, brühe ich den Tee im Kochtopf auf (Wasserkocher und rein), lasse ihn dort 5 Minuten ziehen statt 3 und lasse ihn auch in diesem Topf abkühlen. Ein Metallkochtopf hat Vorteile gegenüber Steinzeug, da er die Wärme besser in die Umgebung abgibt und das Auskühlen des Tees fördert. Direkt nach der Beutelentnahme kommen 2 TL Zitronensaft hinein, welche die Oxidation abschwächen.


Sobald der Tee einigermaßen abgekühlt ist, um kein Plastik mehr zu schmelzen, fülle ich ihn in geeignete Getränkeflaschen. Hier die ausgetrunkenen Flaschen vom österreichischen Hersteller für hochwertige Kaltteegetränke. 


Und dann kann man ihn mitnehmen. Ins Büro, damit man nicht dauernd welchen kochen muss oder einfach kalten haben will, in den Park, auf die Autofahrt statt Kaffee und so weiter. 

Und so bekommt man auch die Möglichkeit, echten Schwarztee mitzunehmen. Der Quatschtee (im Bild links) war leider wirklich nicht gut. Also als Früchtetee schon, aber da ist das Etikett einfach irreführend. 

Also dann, viel Spaß beim kalten Tee kochen und trinken. Ist jetzt nix Neues oder so, macht aber irgendwie kaum einer.