Samstag, 31. März 2018

Knoblauch fermentieren

Ich weiß nicht, was genau ich in der Lagerung bisher immer falsch gemacht habe aber: Mein Knoblauch schimmelt oder keimt aus. Deutlich schneller als ich eine Knolle weg bekomme und ich verwende viel Knoblauch.

Da erschien es mir wie DIE Lösung, als ich in einem Buch zu Fermentation über in Salzlake eingelegtem und fermentiertem Knoblauch las. Konserviert durch Mikroorganismen, besser geht es doch nicht. Da hat man immer eine ganze Armee von niedlichen Bakterien, die auf den Knoblauch aufpassen.





Der Knoblauch ist zudem immer gleich fertig geschält, was mir dann erst später als zusätzlicher positiver Punkt auffiel.

Herangehensweise:

3 Knoblauchknollen
3%ige Salzlösung (6 g Salz auf 200 mL 50 °C Wasser)
2 "Korken" mit 130 mL Volumen, Bügelglas von IKEA oder Vergleichbares
ein Kühlschrank

Die Gläser müssen gut vorgespült und trocken sein und nicht mit einem gammeligen Geschirrhandtuch ausgewischt sein. Das bringt nur unerwünschte Alkoholgärer in die Gläser. Wenn man sich nicht sicher ist, vorher mit Alkohol desinfizieren.

Der Knoblauch wird geschält. Dabei ist es wichtig, den Knoblauch nicht zu verletzen und das untere Ende nicht abzuschneiden, sondern nur die Schale abzupulen. Schnittkanten sollen zu hässlichen Verfärbungen führen.
Das Schälen des Knoblauchs dauert eine Weile, daher sollte davor die Salzlösung angesetzt werden, welche eine Weile zum Abkühlen braucht. Um die Lactobazillen auf dem Knoblauch nicht unnötig zu schaden sollte der Aufguss nicht mehr als 40 °C haben.

Ist der Knoblauch geschält und die Salzlake bereit, geht Tetris los. Jetzt wird die Melodie gesummt und die Zehen möglichst dicht in die Gläser gepuzzled. Dabei ab und an die Füllhöhe testen: das Glas sollte sich schließen lassen und die Lake trotzdem bedenkend eingefüllt werden können. Ist auch das geschafft, die Lake eingießen und das Glas schließen.

Das Glas wird bei Raumtemperatur zunächst stehen gelassen und mindestens 1x pro Tag vorsichtig 1-2 mm geöffnet. Dabei wird die Salzlake ordentlich sprudeln, weil die kleinen Helfer Blähungen bekommen haben, welche sich durch den Druck im Glas vorerst im Wasser gelöst hatten. Der Druckunterschied treibt das Gas aus der Flüssigkeit aus.
Ob man das wirklich jeden Tag tun muss, ist mir nicht bekannt. Ich mache es, da ich Explosionen in der eigenen Küche vermeiden möchte. Mein erster Versuch war mit einem Schraubglas, das ich erst nach einer Woche öffnete und das hat ordentlich gerumst. Schraubgläser eignen sich übrigens nicht, weil das Salz den Deckel schnell durchrostet. Im Deckel können Metalle stecken, welche man nicht im Essen haben möchte, daher hier lieber Bügelgläser mit Gummilippen verwenden.

Nach ca. 2 Wochen kommen die Gläser dann in den Kühlschrank. Das bedeutet nicht, dass die Zehen erst nach 2 Wochen verwendbar sind, ich benutze sie sofort. Aber nach 2 Wochen ist die Fermentation ausreichend voran geschritten, um den Prozess stark zu verlangsamen.

Geschmack: Der Knoblauch wird etwas weicher und beim Anbraten riecht er nicht mehr so stark nach Knoblauch. Geschmacklich konnte ich aber nichts feststellen, dass sich hier etwas geändert hätte. Allerdings bin ich auch mehr der Typ "Ich koche mit Knoblauch" als der "Ich knabber Knoblauch pur vor dem Fernseher", man möge es mir nachsehen.
Ich habe den fermentierten Knoblauch auch schon in Kimchi eingesetzt, weil ich keine Lust hatte, dafür frischen zu kaufen und zu schälen. Das Kimchi hat sich nicht beschwert und wurde wie immer gut. Einmal habe ich neues Kimchi mit altem Kimchi angeimpft, das ging in die Hose, da hab ich mir sehr viele Alkoholgärer eingefangen. Mit dem Knoblauch ist das nicht passiert.



Und nach 2 Monaten im Kühlschrank geschieht dann Magie. Bakterienmagie.





Die Zehen werden grünlich-bläulich. Das bedeutet nicht, dass sie schlecht werden oder schlecht schmecken. Das bedeutet nur, dass sie jetzt blau sind. Auch durch die Knoblauchpresse gedrückt bemerkt man, dass sie wirklich komplett durchgefärbt sind. 

Knoblauch enthält einigermaßen viel Cysterin und Methionin, dazu auch Selenocystein. Die beiden ersten sind schwefelhaltige Aminosäuren, das zweite ist die Selenvariante. Diese Aminosäuren zerlegen sich, auch durch den bakteriellen Abbau durch die Lactobazillen. Die von ihnen mitgebrachte Milchsäure trägt dazu maßgeblich bei. In einigen Fällen kann man Knoblauch auch nur mit Säure zu blauem Knoblauch umwandeln, dazu habe ich allerdings noch nie Experimente gemacht. 

Fazit nach mehreren Durchgängen mit fermentiertem Knoblauch: Ich bleibe dabei. Das ist nicht nur spannend, sondern auch sehr praktisch. 

Samstag, 18. November 2017

Feijão - schwarze brasilianische Bohnen

Schwarze Bohnen sind eine tägliche Standardbeilage in Brasilien. Man findet sie an jedem Mittagsbuffet und auch in der heimischen Küche sind sie regelmäßig auf dem Tisch. Meistens zusammen mit Reis. Ich habe viele Versionen dieser Bohnen an den Buffets probiert und dann Rezepte auf Youtube gewälzt, verfeinert und bin nun bei meiner persönlichen Version angekommen.




Zutaten:

500 g schwarze Bohnen (trocken)
2 L heißes Wasser
Olivenöl
6 Knoblauchzehen
3 Lorbeerblätter
1 TL Salz
2 Zwiebeln (2 kleine oder eine große)
2-3 TL Gemüsebrühpulver*

* wahlweise kann hier auch Bouillon aus dem Glas verwendet werden, das macht es nochmal besser. Die Flüssigkeitsmenge dann von der Wassermenge abziehen. 400 mL Bouillon auf diese Rezeptgröße.

Die schwarze Bohnen über Nacht einweichen. Einweichwasser weggießen und die Bohnen kurz waschen. In einem Druckkochtopf das Olivenöl erhitzen und den gewürfelten oder gepressten Knoblauch unter ständigem Rühren vorsichtig anbraten. Wer den hier verbrennt: Neu beginnen. Verbrannter Knoblauch versaut alles.
Dann Bohnen, 2L heißes Wasser, Lorbeerblätter, Salz und Gemüsebrühpulver in den Topf fügen, Deckel aufsetzen und 40 min kochen.

Zwiebel würfeln, in einer kleinen Pfanne anbraten und in die fertigen Bohnen geben. Fertig.
Das überschüssige Wasser wird nicht weggeworfen, das ist eine Soße, die dazu gehört. Schmeckt auch sehr gut.
Ob man die Zwiebel nicht auch im ersten Schritt mit dem Knoblauch zusammen anbraten und mitkochen kann, hab ich noch nicht ausgetestet. Der letzte Schritt nervt mich etwas und meistens vergesse ich ihn.

Generell mache ich dieses Gericht oft und gerne.

Trockene schwarze Bohnen gibt es:
- im besonders gut sortierten Supermarkt. Sowas haben wir hier nicht.
- im türkischen Laden
- Bioladen
- oft auch im Asialaden
- online
- und natürlich in Brasilien ;)


Mit fertigen Dosenbohnen funktioniert das nicht, da der Kochprozess da schon abgeschlossen ist und die Gewürze nicht in die Bohne gehen. Außerdem enthalten Dosenbohnen zu viel Raffinose und ihr müsst doppelt so oft pupsen wie von selbst gekochten Bohnen, bei denen ihr das Einweichwasser fortgeschüttet habt.

Ich habe hier Thai Bruchreis genommen. Klassischerweise nimmt man Parboiled. Aber Parboiled und ich, das endet immer in einem Drama.

Kichererbsensalat inspiriert von Maangchi

Salat, Essig-öl, trockene Kräuter, feddisch. Mangels glatter Petersilie war mir das zu langweilig, also habe ich improvisiert und mich von diversen Dressings / Soßen von Maangchi (Youtuberin, kocht koreanisch) inspirieren lassen.

Er schmeckt salzig-pikant.








Zutaten:

400 mL Dose Kichererbsen, abgetropft und 3x abgewaschen
eine roße rote Paprika, in Würfelchen geschnitten
3 deutsche Standardtomaten*, in Würfelchen geschnitten
2 TL Sesam
1 kleine Knoblauchzehe, in Miniwürfel geschnitten
volumentechnisch gleich viel frischer Ingwer, in Miniwürfel geschnitten
2 EL Olivenöl oder neutrales Öl
2 EL Salatessig, meiner war rosé
2 EL Sojasoße japanisch
1 EL braunes Sesamöl
ordentlich Sechuanpfeffer, mindestens 1/2 TL
1/2 Supermarktschili
2 TL Sambal Olek
Salz

* die erkennt man am günstigsten Preis, meistens lose Ware

Alles zusammen in eine Schüssel werfen und im Kühlschrank ziehen lassen. Der Knoblauch extrahiert dabei im Öl vor sich hin.

Dienstag, 8. August 2017

Bier, Caipi und Tee in Brasilien

Bier! Da sind wir Deutschen doch das führende Land! .... Oder nicht?

Ich musste feststellen, dass Deutschland noch ein Entwicklungsland ist, was Bier angeht. In Brasilien gibt es viele gut entwickelte Edelbiere, die man in jedem Etablissement auf einer Sonderkarte bestellen kann. Ich habe in Deutschland auch schon viel Craftbier probiert und es waren zum Teil auch so richtige Graupen dabei, die man sofort ins Waschbecken spucken musste. Ein paar Perlen gab es natürlich auch, aber es ist trotzdem stets wie Minenschwimmen.

In Brasilien schmeckt das Bier aber einfach, solange man den Bierstil als solchen mag. Wir haben z.b. herausgefunden, dass Amber Ale nichts für uns ist, der Malzcharakter sagt uns nicht zu. Ich mag gerne german Schwarzbier, aber im Amber Ale geht das nicht.



Ein Bierregal in einem brasilianischen Supermarkt. Da hinten, wo das Foto zuende ist, steht immer noch Bier! Und gegenüber war auch Bier, aber da war das Pils.

Brasilianisches Standardpils ist wie Faxe, es besteht aus Wasser und Alkohol und irgendwie hat mal ein deutsches Pils daneben gestanden. Wie man in Dithmarschen immer sagte: Faxe ist, was nach einem Jever unten wieder raus kommt.



Das Clementina ist ein Indian Pale Ale (IPA) und richtig gut! Die Hopfenaromen harmonieren bestens miteinander und bringen dieses Fruchtige mit, unterstützen so die Bittereinheiten und ergeben etwas ganze Besonderes. Mein Portoalegre-Pils reiht sich dagegen leider in die typischen Standard Pilse aus Brasilien ein: Für den heißen Sommer ganz erfrischend. Man kann aber auch Faxe trinken.



Noch ein besonders gutes IPA, hervorragend harmonierend. Auch das Pale Ale ohne indian war gut, wenn auch nicht so on the top. Dazu gab es tolle Bierdeckel mit einer Geschichte um Al Capone, die haben wir dem Kollegen mitgebracht, der Bierdeckel sammelt.
Das Al Capone gab es um Torres herum nahezu überall. Torres ist am Atlantik und hat tolle Vulkane im Strand.




So bekommt man übrigens ein anständiges Bier serviert: In einem Kühler mit Eiswürfelwasser. Hier auch wieder ein IPA, das auch gut war, aber Al Capone und Clementina waren NOCH besser. Das DaDo schwächelte dagegen etwas in Intensität. Einem deutschen Gewohnheitstrinker, der nicht zur Jeverfraktion gehört, zieht es dennoch die Schuhe aus.



Und da war es plötzlich: Schokobier!

Auf Köstritzer steht hinten drauf, dass es nach Schokolade schmeckt. Ich bin jedes Mal wieder enttäuscht, dass es das eben nicht tut, weil sie in der Produktion jedes Mal vergessen, den Kakao mit reinzufüllen, als Ausrede dann etwas von Reinheitsgebot murmeln. In Brasilien ist man da deutlich mutiger und füllt auch irgendwas in die Kakaorichtung rein, wenn mans schon rauf schreibt. Und so erfüllt dieses Chocolate Strout genau das, was ich mir erträumt habe: Eine Art Schwarzbier, das dezent nach Kakao schmeckt, ohne dabei süßlich-eklig zu werden. Man schmeckt Kakao UND Bier. Die perfekte Harmonie, von der ich immer geträumt habe.



Im zweiten Anlauf gab es dann noch dieses Double Chocolate Strout, das leider dann doch zu sehr in die Richtung Chocolate und weniger in die von Strout ging. So war das pappig süß und übertünchte die biertypische Bitterkeit. Das Mono-Schoko war deutlich besser.



Genug von Bier, jetzt noch ein Quotenfoto zum Nationalgetränk Caipirinha.




Ich kenne Caipi immer nur von Leuten, die mit Bedacht für mich mixen. Und die tun mehr Wasser als alles andere hinein. Hier gab es dann mal eine anständige Portion, an der nur die Eiswürfel Wasser waren und alles andere das reine alkoholische Getränk. Das hatte mich schon nach dem ersten Zug prozentetechnisch unter den Tisch gekickt und ich habe die Kollegen gebeten, keine Fotos zu machen, sollte ich den Abend auf den Tischen tanzen. Dazu ist es dann glücklicherweise nicht gekommen. Ich bin in Schlangenlinien zurück zum Hotel. Geschmacklich war sie aber sehr gut.




Und das hier ist der Nationaltee in Rio Grande do Sul, Chimarrão.
Wir kennen am ehesten noch "Club Mate", was damit etwas zu tun hat. Denn: Chimarrao ist das Urgetränk dazu und Mate ist das gleiche mit Zucker. Und filtriert.

Man sieht überall Leute mit diesem Ding rumrennen, in jeder Lebenslage, auch im Supermarkt. Diesen Behälter, den metallenen Strohhalm und eine Pumpkanne mit heiß Wasser zum Nachfüllen.
Ich habe mir die Ausrüstung auch zugelegt, aber bisher scheitert es bei mir noch an der Bedienung. Mein Strohhalm verstopft kontinuierlich und ich krieg nichts durch den Strohhalm durch. Zur Zeit bin ich daher mit Labormethoden dabei, mir das Getränk gefiltert zuzubereiten. Den typischen Aschegeschmack eines schlechten Club Mate wird man damit aber nicht los. Als ich den korrekt zubereitet bekommen habe beim Uniprofessor hats gut geschmeckt und nicht nach Asche.

Essen in Brasilien

Ich musste geschäftlich nach Brasilien für 1.5 Wochen. Zunächst die Panik: Ich werde verhungern! Das Essen in Brasilien ist vor allem geprägt durch das große Angebot von verschieden zubereitetem Rindfleisch. Und in Frankreich hatte ich damit schon Probleme.
Als ich da war dann allerdings Entwarnung, es gab genug für mich! So viel, dass ich Tage später immer noch nur Miniportionen esse, weil ich mich SO vollgefressen habe.

Mittags gab es vor allem Buffet nach brasilianischer Art. Das ist ideal, so kann ich mir relativ einfach auch ohne die Worte zu kennen, etwas Fleischloses zusammenstellen. Außerhalb des brasilianischen Buffets gibt es noch typische Gerichte a la carte oder es wird Pizza angeboten. Wer etwas auf sich hält, isst Sushi oder andere japanische Gerichte mit brasilianischer Interpretation. So einen großen Multikulti an Essen wie in Deutschland findet man dort nicht, was mir aber auch gut passte, denn so hatte ich genug Gelegenheiten, die Landesküche zu begutachten.

Ich war im Bundesstaat Rio Grande do Sul, vor allem um Porto Alegre herum.




Mein Frühstück im ersten Hotel. Papaya, Bananen und Mangos schmecken am Erzeugungsort natürlich deutlich besser. Ich fand Papaya immer öde, aber dort kann man die echt gut essen.



Teller vom Buffet. Es gibt stets eine riesige Salatauswahl mit vielen Blattsalaten, aber auch immer Brokkoli, Dinge wie Oliven und fertig gemischte Salate wie Majo-Kartoffelsalat, irgendwelche Mischungen mit Dressing etc.
Dazu immer stets auch direkt im Salatabteil die Früchte. Und das linke Zeug ist ein Vollkorngetreide gehäxelt, ähnlich wie Bulgutsalat, aber kräftiger im Geschmack und mit Schale.
Das schwarze ist gekochte schwarze Bohnen, die gabs auch immer. Im Supermarkt gibt es auch endlich mal seriöse Tüten von Bohnen, sowas wie 2 kg Säcke und nicht diese 500 g Hungertüten wie in Deutschland.



Von einem anderen Buffet. Wieder Blattsalat, Früchte, Bohnen. Der Reis war auch fabelhaft. Die "Riesenpommes" sind polenta fritta, denen bin ich total verfallen.



Das ist im Boteco in Porto Alegre, einer Coctailbar, in der man auch essen konnte. Ich hatte nur einen Teller polenta fritta geordert und selbst der war zu viel für mich. In Brasilien gibt es nur anständige Portionen, oftmals schaffe ich die nur zu zweit oder zu dritt. Mit meinem Kollegen hab ich mir oft was geteilt.

Die polenta fritta sind auch etwas, das ich richtig toll fand und nach Möglichkeit jeden Tag gegessen hab. Außen knusprig, innen weich und schön grob die Struktur, richtig toll.

Nicht fotografiert, aber davon berichten: Palmherzen. Das habe ich zuerst für weißen Rhabarber gehalten. Die Struktur stimmt ziemlich damit überein und der Geschmack ist wie Rhabarber, der sich erst spät überlegt hat, überhaupt Geschmack zu haben. Ja, das ist dann nicht viel, aber irgendwie hatte es noch einen zarten Eigengeschmack und war einfach mal was Tolles anderes.

Dann noch: Pimento Biquinho, ein südamerikanischer Pfeffer von der Größe von Cherrytomaten. Der ist nur zart scharf, wenn überhaupt und meistens sauer eingelegt. Er hat aber dieses Aroma von Pfeffer, während er gemüsig-tomatig ist. Ich hab mir davon immer ordentlich auf den Salat gehauen, auch wenn auf den Bildern jetzt nicht vorhanden. Wahrscheinlich schon weggegessen.

Maniok Bubbels: Das war ein Nachtisch, in dem Maniok Kugeln in Wein aufgekocht wurden, zusammen mit Zucker. Die Konsistenz ist eigentlich nicht so meines, aber der Geschmack war mal was ganz anderes. Den richtigen Namen finde ich leider nicht.

Guavenmarmelade: Hmmm!

Minztee mit stark gechlortem Wasser: Eine Spezialität, die geschmacklich sogar harmoniert. Freiwillig trinke ich das trotzdem kein zweites Mal.

Ananas mit Zimt gegrillt kann ich auch empfehlen. Generell gab es oft Zimt wo drauf, als Zimtfan kam mir das sehr recht.


Die schwarzen Bohnen und die Reisgerichte muss ich jedenfalls in meine Küche übernehmen. Das wird in meiner Küche dann wahrscheinlich total fad und öde, weil die brasilianische Umgebung fehlt. Aber so hoffe ich, meinen Verlustschmerz etwas dämpfen zu können.

Samstag, 10. Juni 2017

Reissalat, ideal für den Sommer

Reissalat ist ein ideales Sommeressen. Außerdem ist es gut für Faule und für Leute, die plötzlich dann doch eine große Menge Reis übrig hatten.

In der Uni damals war dieses Rezept für mich vor allem wegen der Faulheit interessant. Dann geriet es irgendwann in Vergessenheit. Und jetzt hatte ich unerwartet eine große Menge Reis übrig und erinnerte mich daran.



Abstammen tut dieses Rezept vom Kisir Rezept, das ich mal veröffentlicht habe. Seitdem ich jedoch einen Reiskocher besitze und damals noch nicht auf die Idee kam, den Bulgur auch da drin zu kochen, war gekochter Reis für mich deutlich fauler erreichbar als gekochter Bulgur.

Das kommt natürlich auch auf die Sorte Bulgur an, es gibt 8 (?) verschieden große Schrotgrößen. Ich hatte lediglich Zugang zum Alnatura Bulgur, der eine besonders große Schrotung hat und damit 40 Minuten auf dem Herd braucht. Feinere Bulgursorten reichen schon aus mit heißem Wasser übergossen und gequollen zu werden. Und da möchte ich mal eben auf den Klimafußabdruck eingehen:

Bulgur hat einen deutlich besseren CO2 Fußabdruck als Reis und ist als klimafreundliches Essen zu bevorzugen. Weizenfelder sind trocken, während Reisfelder in der Nässe sehr viel CO2 abgeben, während sie da so nass vor sich hin rumstehen.

Ich hatte meinen Reis aber für ein asiatisches Gericht gemacht und dazu passt Bulgur nicht so. Da ich den Reissalat nicht alleine essen wollte und auch nicht alle Zutaten aus dem Bulgursalatrezept da hatte, ergab sich ein neues Rezept.



Reissalat, türkisch inspiriert

Gekochter Reis (aus 150 g ungekochtem Reis gemacht)

1 EL Paprikamark
2 EL Tomatenmark
4 EL Olivenöl
2 TL Kräuter der Provence
2 EL Limettensaft
1 TL Salz
Pfeffer frisch gemahlen

1/2 Salatgurke
1 rote Paprika
1 gelbe Paprika
2 Tomaten (7 cm Durchmesser)
1 rote Supermarktschili
1 x 10 x 10 mm Knoblauch
7 getrocknete Tomaten

Aus dem Mark, Öl etc eine Paste rühren und diese in den Reis einarbeiten. Das Gemüse in Würfelchen schneiden und unterheben. "Schon" fertig! :) Jaja, nach 30 Minuten fleißigem Schnippeln, aber man kann entsprechend viel herstellen, dass man mehrere Tage davon essen kann.

Lecker auch:
- gehackte glatte Petersilie
- Frühlingszwiebeln in rohem Zustand für alle, die rohe Zwiebeln nicht stundenlang wieder hochwürgen, so wie ich. Ich lass sie deswegen weg.
- Minze war im Originalrezept drin. Wenn alle Esser das mögen, ist das sehr lecker darin!
- Oliven kommen sicher auch super
- Salatkerne kann ich mir darin auch gut vorstellen
- Und natürlich allerlei frische Kräuter, die man so da hat.


Sonntag, 28. Mai 2017

Fondanttorte, kein Ruhm

Ich hatte es fast schon verdrängt, aber ich habe mal eine Torte mit Fondant drauf gemacht. Es gehört zu meinen gescheiterten Experimenten.



Von außen siehts gar nicht so beschissen aus. Aber der Teufel steckte in jedem Detail und am Ende in der gesamten Torte.




Das Problem bei dem Fondant war, dass er anscheinend doch schneller altert als ich angenommen habe. Er war ca. 1 Jahr alt und war eigentlich nur noch hartes Zeug, aus dem irgendwas raus lief. Wahrscheinlich Glycerin. Ich habe dann in Feinstarbeit versucht, das alles wieder weich zu machen, was ewig gedauert hat und am Ende dann doch nicht zu 100% erfolgreich war. Man sieht es vor allem an den weißen Punkten, die sich nicht färben ließen, das sind noch die harten Reste.

Ich habe dann violette Lebensmittelfarbe eingemischt und irgendwann keine Kraft mehr, also hab ichs halb gemischt gelassen und diesen netten Marmoreffekt bekommen, in dem sich sogar die weißen Teile wie kleine Steinchen gut integrieren. Also optisch gesehen gar nicht so beschissen. Leider war der Geschmack mehr als daneben, hier hatten wir das volle Bukett von Kinderknete.




Als Torte habe ich einen Schwarzwälderkirsch gemacht, basieren auf Chefkoch "Veganer Walnusskuchen" Rezept, dazu eine Soyatoo Kokossahne und Glaskirschen. Zwischen Kuchen und Fondant soll ja immer Ganache. Einfach? Ideentechnisch ja. Packe relativ feste Soyatoo Kokossahne mit extrem fester schwarzer Backschokolade zusammen und erhalte... Schleim.

Diese Ganache war ein absoluter Fail, die Schokolade hat wohl diverse Zusatzstoffe angegriffen und die ganze Mischung zu einer immerwährend fließenden Lava gemacht. Wenigens war der Geschmack gut.

Die Soyatoo Kokossahne muss nach dem Kauf sofort verarbeitet werden, hab ich dabei festgestellt. Es sind 1.5 Jahre Haltbarkeit aufgedruckt, aber alle Packungen, die noch 1/2 Jahr haltbar sind, sind bereits schlecht. Die sind dann extrem sauer, schmecken nach Erbrochenem und die Bindung geht verloren. Ich hab das weggeworfen, musste extra nochmal zum großen Edeka und konnte dann weiter machen. Eine Reklamation bei der Firma blieb erfolglos.
Leider ist das bisher die einzige vegane Schlagsahne, die ich ohne Schläge essen kann.

Nun, wenn man den Fondant vor dem essen wieder abgemacht hat, war die Torte ok. Aber ist das der Sinn von Fondant? Ich bin mir nicht sicher, ob ich damit je wieder was machen will, auch wenn er ganz frisch gekauft ist.