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Sonntag, 25. Oktober 2020

Reis perfekt kochen - Koshihikari und Broken Jasminreis

 Reis kochen - von vielen total unterschätzt. Bei Reis kann man so viel falsch machen. Aber wenn man einiges beachtet, dann kann er echt gut werden!

Das mongolische Restaurant in meiner Geburtsstadt hatte sicherlich nicht den besten Reis, aber ich habe nie verstanden, warum Mamas Reis immer so anders geschmeckt hat. Und sie hat nicht verstanden, was meine Kritik nun sollte, ist doch Reis. Wir haben es beide sehr viel später erst verstanden.

Wenn man das Reisergebnis so haben möchte wie im Restaurant oder man zum Frühstück und diversen anderen Mahlzeiten in Japan bekommt, möchte ich hier einen Direktweg aufzeigen, wie es klappt. Du brauchst dafür aber einen Reiskocher, keine Ausrede. Ein Startermodell gibt es ab 20€ und genau so eines nutze ich auch, das reicht vollkommen aus. 



Das hier ist das Ergebnis, das wir haben wollen: Beilagenreis, schön glänzend, definierte einzelne Körner, die nett aneinander haften, aber nicht zu Brei verkleben. Mit einem guten Eigengeschmack. Die Oberfläche eben und nicht zerfusselt. 


Der Einkauf

Das fängt an mit dem Einkauf, man muss die richtige Sorte auswählen. Wer an dieser Stelle sagt "Das geht auch mit Milchreis", der soll das so machen, aber Sommelier wird er in diesem Leben nicht mehr.


Gekauft wird für japanischen Reis: Koshikari Reis, der goldene. Es gibt eine ähnliche Sorte mit rosa Verpackung, der ist dann fester und für Sushi gedacht. Sicherlich gibt es auch den ein oder anderen Anbieter, der eine vergleichbare Qualität hat, aber den hier kann ich zumindest treffsicher empfehlen.


Die mongolischen Restaurants verwenden meistens Thaireis. Mein liebstes chinesisches Restaurant hier vor Ort scheint Thai-Bruchreis zu verwenden. Ich kaufe daher immer "Royal Thai Jasmin Broken Rice" aus dem asiatischen Supermarkt. Die Jasminreis Sorten aus den deutschen Supermärkten sind bei mir leider alle durchgefallen. Viele zerkochen zu Brei oder schmecken nach Karton im Unterton. Da lohnt sich wirklich ein Besuch im asiatischen Supermarkt. Wer seinen Reiskocher gut im Griff hat, kauft nach Feststellen seiner Lieblingssorte dann auch den 4,5 kg Sack. 

Beim Einkaufen aber immer ein Wachsames Auge auf die Ware haben, sonst schleichen sich Dörrobstmotten ein. 

Der Reis sollte frei von dunklen Partikeln sein und vor allem auf der Liegefläche sollte kein braunes Pulver sein. Das braune Pulver ist der Raupenkot, solche Ware nicht kaufen und dem Ladenbesitzer bescheid geben, sie müssen etwas für ihre Hygiene machen. Die Tiere befallen sonst den ganzen Laden.

Löcher im Reissackplastik sind normal! Die sind extra drin, damit kein Überdruck im Sack entsteht und die Gebinde beim Umpacken nicht verletzt werden.  


Der Cup

Beim Reiskocher ist ein Cupbehältnis bei, das nicht dem amerikanischen Cup entspricht. Der folgende Blogpost ist komplett auf den Tristar-Cup berechnet und kann bei anderen Cupmaßen mit dem Dreisatz umgerechnet werden.

Tristar Cup: fasst 157 g Wasser oder 145 g Thai/Koshikari Reis


Reiskocher, Sieb, Cup mit Reis und Waage werden benötigt. 

Den Reis in der gewünschten Menge (1 cup = 1 Person-Nichtsportler Hauptmahlzeit mit viel Reis) in das Reiskochgefäß einmessen.


Den Reis waschen

Die überflüssige Stärke muss entfernt werden, ansonsten kann es zu unerwünschter Breikonsistenz kommen. Keine Sorge, der Reis wird trotzdem zusammen kleben, sodass er mit Stäbchen gegessen werden kann.

Der Koshihikari Reis gibt ein Verhältnis von 1:1,45 Reis zu Wasser an, aber das bezieht das restliche Waschwasser mit ein! Und genau da ist der Fallstrick: Wie viel ist das eigentlich? Und wenn man das ignoriert, kommt Pampe raus. Ich habe das wissenschaftlich ausgemessen und berechnet, wie viel die perfekte Wassermenge für den Reis nach dem Waschen ist. 

Wichtig ist aber, das Waschen korrekt zu machen, ansonsten funktioniert diese Anleitung auch wieder nicht.


Der Kochbottich wird voll Wasser gefüllt und der Reis sanft mit der Hand rumgerührt, mindestens 1 Minute. Die sich ablösende Stärke färbt das Wasser milchig. Reis im Sieb unter dem Hahn abspülen ist KEIN Waschen, das ist nur Wasserverschwendung. 



Die Wasser-Reis-Masse wird in ein Sieb gegeben. Danach zurück in das Kochbehältnis und der Waschvorgang noch 2x wiederholt, sodass der Reis insgesamt 3 mal gewaschen wurde. 

Am Ende des Wachvorgangs liegt der Reis auch wieder im Sieb und wird noch 6x hoch geschwenkt, um einen Wasserstrahl raus zu lassen. Den Reis danach in den Kochbottich füllen und eventuelles Spritzwasser außen mit einem Geschirrtuch abtrocknen. 



Den Kochbottich mit dem abgetropften Reis auf einer Waage tarieren und das Kochwasser nach Liste einfüllen. Wir sehen hier das Kochwasser für 2 Cups japanischen Reis. Danach das Kochen starten. Nach dem Kochen Stecker ziehen, umrühren und 10 Minuten Nachquellen. Dann essen.


Liste:

1 Cup = 145 g Reis oder 157 g Wasser

1 gewaschener Cup enthält bei beiden Sorten 21 g Restwasser


Koshikari, Rundkornreis, Verhältnis Reis 1:1,45 Wasser

1 Cup Reis + 207 g Wasser

1,5 Cup Reis + 311 g Wasser

2 Cup Reis + 414 g Wasser

2,5 Cup Reis + 518 g Wasser

3 Cup Reis + 621 g Wasser


Royal Thai Jasmin Broken Rice, Verhältnis Reis 1:1,5 Wasser

1 Cup Reis + 215 g Wasser

1,5 Cup Reis + 322 g Wasser

2 Cup Reis + 429 g Wasser

2,5 Cup Reis + 536 g Wasser

3 Cup Reis + 644 g Wasser


Seitdem ich nach dieser Liste arbeite, hab ich immer perfekten Reis. Davor ist immer mal was schief gelaufen und zu viel Wasser hat Brei verursacht. 

Samstag, 11. Mai 2019

Grünkohl mit Pinkel - vegan vurst

Als gebürtige Norddeutsche muss ab und an auch Grünkohl mit Pinkel her. Wobei "mit Pinkel" aus Bequemlichkeit meistens weggelassen wird. Wenn ich es doch mache, dann sieht das so aus:
1/3 Zwiebelwürfelchen + 1/3 Hafergrütze + 1/3 Deli Reform Vegan-Kräuterschmalz und das mit moderat viel Wasser sanft im Topf kochen. Damit erhält man ein Pinkelgranulat ohne Darm drum herum.

In Bremen gibt es jedoch einen Metzger, der neben dem klassischen Fleischangebot auch ein veganes Produkt hat und das ist vegane Pinkel. Die durfte ich dann ausprobieren, meine Familie hatte welche besorgt.


Sieht nicht nur gewohnt aus, schmeckt auch gewohnt und richtig gut.
Damit ist das klassische niedersächsische Must-Have Essen auch optisch komplett. 

Der "Darm" ist hier eine wasserdurchlässige Kunststoffhülle, die man im Grünkohl mitkochen kann.

Leider weiß ich den Namen des Bremer Metzgers nicht, aber ich bin begeistert. Das hätt ich gerne irgendwann mal wieder :)

Samstag, 26. Januar 2019

Kichererbsentofu Shan Tofu

Kichererbsentofu, eine Möglichkeit, schnell an viel Tofu zu kommen, war meine Überlegung als ich das Rezept das erste Mal sah. Aber wonach würde es schmecken? Ich musste es auf alle Fälle ausprobieren. Die Zubereitung folgt ziemlich der für Polenta frita: Brei kochen und in der Kastenform (Teflonkastenform, ich nehm "Back die Hälfte" Größe) erkalten lassen. Danach schneiden und frittieren oder so.



Rezept gefunden bei bevegt

200 g Kichererbsenmehl
1 TL Kurkuma
1/2 TL Salz
600 mL Wasser
etwas Öl für die Form

Das Kichererbsenmehl, Salz und Kurkuma trocken vermengen und dann mit etwas von dem Wasser kalt zu einem Brei voremulgieren, so wie das Pulver beim Puddingkochen. Das restliche Wasser im Topf erhitzen und den Brei einrühren. Dann verlassen wir die Durchführung der Polenta frita und machen eher etwas, das man beim Brandteig tut: Man erhitzt die Masse so lange, bis sie gut eingedickt ist und glänzt. Was meistens damit einhergeht, dass es etwas im Topf ansetzt. Die Kastenform fetten und die Masse hineingeben. Glatt streichen und abkühlen lassen. Danach ausformen und in wie auch immer geartete Stücke schneiden.

Auf der Form sind die rohen Stücke mit etwas Chilisoße angerichtet... sehr das mal als schlechten Witz an. Es handelt sich hier um Rohtofu und im Gegensatz zu Sojatofu hat dieses Rezept gleich zwei Bitterkomponenten, die einem die Tour vermasseln: Die Kiechererbsen sind in diesem Zustand relativ bitter und da ich hochwertiges Kurkumapulver aus dem Gewürzeladen habe statt dem komplett geschmacklosen gelben Zeug aus dem Supermarkt, war diese große Menge jetzt auch zusätzlich für ein besonders bitteres Ergebnis verantwortlich.

Wir haben es hier also definitiv mit Rohtofu zu tun und wir sollten damit umgehen wie mit rohem Hühnerfleisch: Nicht das rohe Hühnerfleisch ist scheiße, weil es scheiße schmeckt, sondern der Koch, weil er zu blöd ist, es richtig zuzubereiten.

Wir gehen also in Stufe 2 über: Machs fertig!


Ab in die Pfanne damit. Das ist allerdings nicht so einfach, weil die äußere Schicht anfängt anzukrusten und das Zeug darunter weiter weich bleibt. Dann trennen sich die beiden Festigkeitszustände. 



Hier sehen wir die Kruste, die vom Hauptkörper abfällt. Es heißt also Fritteuse benutzen, sodass sie von allen seiten gleichzeitig gebacken werden oder Ruhe bewahren und mit Bedacht vorsichtig wenden.


Wenn sie dann endlich fertig gebraten sind und man seinen Wutanfall abklingen ließ über die Trenngeschichte, dann hat man eher unschöne Klumpen vor sich. Aber so ist es nunmal. 


Meine persönliche Erfolgsgeschichte mit "ich mag Naturtofu am liebsten von den Tofus" begann mit einem Rezept für gebratenen, marinierten Tofu von Maangchi. Seitdem habe ich einen groben Plan von der Marinade, sie wird jedes Mal anders, aber sie wird auch jedes Mal gut. Und mit der Marinade mache ich auch gebratenen Chinakohl und Bratnudeln immer zum Erfolg, vor allem an Tagen, an dem ich sehr grummelig bin. Die Soße enthält sehr viel Umami und macht glücklich.

Hier ist ungefähr enthalten:

2-3 EL japanische Sojasoße
1 EL dunkle chinesische Sojasoße
1 TL Hoisin Soße
1 TL Sambal Olek
1 TL Paprikamark (um Verstärken des Sambal Olek Geschmacks ohne es sinnlos scharf zu machen, optional)
1 TL braunes Sesamöl
1 EL Sushiessig
Sesamsamen
1/2 TL Gochugaru
evtl etwas Wasser
und die Ringe sind selbst angebaute fast schärfefreie Chilischoten
Gerne auch anständig Umdrehungen aus der nepalesischen Szechuan-Pfeffermühle

Ich habe auch mal Misopaste mit rein gemacht. Das war auch gut. Seitdem die Hoisinsoße da ist, wird die jetzt aber leer gemacht.



Der Tofu wird darin gewendet, wobei ich meine, dieser wäre so brüchig, dass ich ihn lieber eingerieben habe. Die Soße zieht ein und überdeckt einen Teil der Bitterstoffe. Ansonsten hat der Bratvorgang auch noch viel Bitterstoff entfernt, sodass am Ende wirklich gut essbarer Kichererbsentofu raus kam. 


So, was macht man damit? Zwei Serviervorschläge:


Geschnitten wie diese traurige frittierte Ente aus dem chinesischen Restaurant auf Reisgericht. Das hier ist ein indisches Kürbiscurry an Jasmin Thaireis. 



Da ist das Curry schon wieder! Diesmal in einer Bentobox, der Fokus liegt hier aber auf dem Kichererbsentofu, das in Stücken mariniert in der Box liegt. Dazu kann man ja alles Mögliche dazu tun oder es einfach als letzte Ergänzung zu seinem Bento einpacken. 


Fazit: Jetzt habe ich den Plan und sollte das mal öfter machen. Sollte hätte wäre wenn. Diese Fotos stammen aus August 2018, wir haben jetzt Januar 2019 und seitdem habe ich es nicht wiederholt. Warum... nun, viele Gründe. Vergessen, keine Zeit, viel auf Dienstreise, bla...

Freitag, 17. August 2018

Türkische Vorspeisen-Fülle

Ich mag diese Gerichte, die keine Gerichte sind, sondern eher eine große Auswahl an tollen Dingen. So als wenn der ganze Tisch voller Vorspeisen voll steht und man von allem nehmen kann! Leider funktioniert das in unserer Kultur so nicht ("Das ist MEIN Essen!!"), daher habe ich zu Hause in der Menge für 2 Personen sowas in der Art hergestellt. 


Im türkischen Laden habe ich Brot, Oliven, Pepperoni und Ayvar gekauft. Selbst gemacht habe ich Tzaziki aus Sojajoghurt, gefüllte Weinblätter und gefüllte Aubergine (das grünrote Chaos in der Pfanne).

Das Rezept der Weinblätter ist von Cookbakery und einfach klasse!
Nur das mit den Weinblättern hat leider nicht gut geklappt. Zuerst habe ich gar keine gefunden und dann gabs welche einvakuumiert oder in einem seltsamen Glas. Ich habe dann die einvakuumierten genommen und gewaschen... jedenfalls habe ich das versucht. Das Zeug ist milchsäurevergoren und roch eigenwillig. Außerdem hat es zusammen geklebt wie mit Superkleber behandelt, sodass 50% der Blätter in feinste Stückchen zerrissen sind. Die anderen waren auch hart löchrig, aber irgendwas brauchte ich dann ja zum Rollen, also hab ichs trotz Rollen verwendet. Leider habe ich den vergorenen Geschmack nicht rausbekommen, sodass ich die Rollen fast komplett alleine essen musste (über 4 Tage), weil gewisse andere Leute ja leider Vergorenes bis auf Joghurt ablehnen.

Die Aubergine ist leider auch total missraten. Teilweise zerkocht, teilweise roh... nächstes Mal schneid ich einfach alles in kleine Stücke und mach eine Mischpfanne draus.

Im Großen und Ganzen war es aber sehr lecker und ich sollte das bald mal wiederholen. Vielleicht eignet sich sowas auch als Bento. Der Knackpunkt sind jetzt die Weinblätter, die muss ich irgendwo frisch her bekommen. Ich wohne zwar inmitten von Weinreben, aber einem vergeht der Appetit, wenn man beim Glyphosat spritzen zuschaut. Und im türkischen Laden gibt es leider keine Frischen.



Dienstag, 14. August 2018

Bento mit Kürbisnudeln

Im August war die Animagic und auch wenn ich die meiste Zeit hinter dem Künstlerstand von Ass of Bike rumgegammelt habe und mir einen faulen Lenz gemacht habe, hat es mich dann doch noch in einen Workshop verschlagen: Bento Workshop. Ich hab ja Bentozeug und es auch schon gemacht, tu das aber eigentlich viel zu selten.

Im Workshop gabs Hintergründe und Planungskonzepte, wie man sowas nicht so schnell aus den Augen verliert und wie es nicht zu 3 Stunden Arbeit ausartet. Das ließ mich neuen Mut fassen und hier ist also erst mal wieder ein Bento.


Kleines Gemüse, Knusperzeug aus dem Naschfach, Oliven, mit Sojasoße und Sambal Olek marinierter gebratener Naturtofu und Meerestierformnudeln mit fester Kürbissoße. Die Idee hinter der Soße war, nach Puddingkochmanier so viel Stärke einzukochen, dass sie beim abkühlen stichfest werden sollte, um nicht auszulaufen. Und das hat auch gut geklappt. Ungefähr einen Teelöffel Maisstärke in Kaltwasser aufgeschlämmt und zu der heißen Soße gegeben. Kurz kochen lassen und fertig. Das Andicken sieht man dann tatsächlich erst im kalten Zustand.

Samstag, 30. Juni 2018

Knoblauchkartoffeln


Heute ein Bildrezept. Das Ganze wird im Ofen gemacht. Aus den Zutaten wird eine Pampe gemacht und auf die Kartoffeln gestrichen, dann überbacken. Sehr lecker, aber auch unglaublich knoblauchig. Aber es stammt auch aus einem Knoblauchkochbuch, dann muss das so!

Donnerstag, 5. April 2018

Pasta mit scharfem Tomatensauerkraut

Kennt ihr diese wirren "Das muss alles weg!" Rezepte? Man hat gerade eine Kühlschrankinventur gemacht und muss die gefundenen Sachen irgendwie verwursten. Bei mir war das eine Paprika, Senf und Sauerkraut. Ich habe damit improvisiert und war dabei so davon begeistert, dass ich mir das Rezept notiert habe und immer wieder gekocht habe, weil es mir so gefällt. Aber gepostet habe ich es bisher nie, dafür hat es aber am Mensakochbuch Wettbewerb teil genommen (aber war wohl zu experimentell).

Raus kam ein Pastagericht mit Sauerkraut, Dosentomaten, Paprikastreifen, Sambal Olek und dem gewissen Etwas.




Zutaten:

gekochte Farfallenudeln
1/2 Zwiebel, gewürfelt
1 Zehe Knoblauch
1 TL Tomatenmark
1 Dose Tomaten, gestückelt
1/2 Paprika in Streifen
1 Dose (300 g) Sauerkraut
1-2 TL Sambal Olek
1 TL mittelscharfen Senf
Salz
1/2 TL Thymian

Das Sauerkraut über dem Waschbecken ausdrücken. Nicht nachspülen, einfach nur etwas trocken drücken und dann zur Seite stellen.
Zwiebelwürfel anbraten, nach einiger Zeit den Knoblauch mitbraten. 20 Sekunden das Tomatenmark mitbraten, dann mit Dosentomaten ablöschen. Das Sauerkraut, den Senf, Paprikastreifen, Sambal Olek, Thymian und Salz dazu. Das muss dann erst einmal eine Weile kochen, ca. 30 Minuten. Entsprechend später versetzt die Nudeln starten zu kochen.

Das gewisse Etwas sind hier der Senf und der Thymian. Ich habe es auch schon ohne Senf versucht, aber es schmeckt einfach nicht wie es soll. Und Sauerkraut mit Tomate kombiniert hatte ich so vorher auch noch nicht auf dem Teller. Die Inspiration hierfür war eigentlich koreanisches Kimchi, welches ja auch ziemlich rot ist, wenn auch nicht über Tomate. Ich überlegte mir, dass es passen könnte und muss das Experiment als gelungen verbuchen. Die Säure der Tomate harmoniert sehr gut mit der Säure des Sauerkrauts.







Wie kam das mit dem Senf jetzt zustande?
Es war einmal eine Grünkohltour in Norddeutschland und es war mal wieder viel zu viel übrig. Als Grünkohlkönigin war es vor allem meine Aufgabe, die Reste anständig zu verteilen. Aber die gigantischen Mengen Senf, die übrig waren, ließen sich nicht perfekt verteilen, so nahm ich eine große Tupperdose voll Senf mit nach hause und versuchte in den folgenden Woche, jedes Essen irgendwie stark mit Senf anzureichern. Lediglich dieses Rezept ist aus der Zeit geblieben, alle anderen Senfexperimente waren nichts. 

Montag, 2. April 2018

Polenta frita

Polenta frita gibt es neben normalen Pommes meistens auf Buffets und in Bars in Rio Grande so Sul, Brasilien. Das ist Polenta in einer Form erkaltet, in Maismehl gewälzt und dann frittiert. Und es schmeckt echt super klasse! Aber es ist ja auch frittiert, die meisten solcher Sachen schmecken ziemlich gut, wenn man sich nicht gerade vom Fett erschlagen fühlt. Ich habe zwar keine Fritteuse, aber habe es trotzdem mal zu Hause ausprobiert.





Das Rezept habe ich von Arte Culinária Por Tata Pereira auf Youtube. Wer kein portugiesisch kann, hier die deutsche Übersetzung:

2 cups (500 mL) Maisgrieß, auch Polenta genannt
1/2 Zwiebel, fein gewürfelt
3 Zehen Knoblauch, gewürfelt oder gepresst
Öl zum Anbraten
1 TL Salz
1 L Wasser (300 mL kalt, 700 mL warm)
noch etwas weiteren Maisgrieß oder etwas Maismehl zum Wälzen
genug Frittieröl

Den Maisgrieß und das Salz mischen, mit 300 mL kaltem Wasser aufschwämmen. Danach Zwiebel schneiden, sodass der Grieß Zeit zum Quellen hat. In einem Topf Zwiebel und Knoblauch in etwas Öl anbraten, den vorgequollenen Grieß dazu geben und das restliche 700 mL warme Wasser dazu geben. Das sollte jetzt ordentlich fest werden. Wenn es die Konsistenz von Fensterkitt hat, die Masse in eine Kuchenform geben und glatt streichen. Diese sollte darin jetzt bis zum Erkalten aushärten.
Die Kuchenform muss nicht gefettet werden, da die Masse sich durch den hohen Wasseranteil sowieso wieder sehr gut ablösen wird. Beim Stürzen etwas aufpassen, dass der Klotz nicht reißt.
Den Klotz jetzt in Formen schneiden, die einem gefallen. Ich habe mich für "dicke Pommes" entschieden von 1x1 cm Kantendicke und einer Länge von 8 cm. Die Teile werden dann noch in Grieß oder Maismehl gewälzt, sodass sie von außen etwas trocken sind. Das erhöht den Knusprigkeitsfaktor.

Eine andere gängige Form ist etwas dicker und kürzer:




Die hat den Vorteil, dass sie weniger Angriffsfläche für das Frittierfett hat. Außerdem bleiben die Stücke innen saftiger als bei meiner dünneren Variante.

Die Stücke so lange in heißem Fett frittieren, bis sie einem gefallen. Sei es, dass sie leicht dunkle Ecken bekommen oder dass sie vollständig knusprig werden, das kann beliebig variiert werden.

Dazu passt Tabasco, Ketchup, Senfsoße, Majo...

Ohne Fritteuse wird mein Herd nicht heiß genug, sodass ich nicht den Ausbackgrad erreiche, den ich haben möchte. Je heißer frittiert wird, desto weniger stark kann das Fett ins Frittiergut eindringen. Beim kälteren Frittieren auf meinem Herd sickert das Öl leider zu tief ein. Ich möchte die Polenta Frita besonders knusprig haben, das habe ich danach mit etwas Fettbauchweh bezahlt. Generell haben sie aber gut geschmeckt und ich kann es definitiv zum Nachmachen empfehlen. Vor allem mit Fritteuse, dann werden sie auch besser.

Samstag, 18. November 2017

Feijão - schwarze brasilianische Bohnen

Schwarze Bohnen sind eine tägliche Standardbeilage in Brasilien. Man findet sie an jedem Mittagsbuffet und auch in der heimischen Küche sind sie regelmäßig auf dem Tisch. Meistens zusammen mit Reis. Ich habe viele Versionen dieser Bohnen an den Buffets probiert und dann Rezepte auf Youtube gewälzt, verfeinert und bin nun bei meiner persönlichen Version angekommen.




Zutaten:

500 g schwarze Bohnen (trocken)
2 L heißes Wasser
Olivenöl
6 Knoblauchzehen
3 Lorbeerblätter
1 TL Salz
2 Zwiebeln (2 kleine oder eine große)
2-3 TL Gemüsebrühpulver*

* wahlweise kann hier auch Bouillon aus dem Glas verwendet werden, das macht es nochmal besser. Die Flüssigkeitsmenge dann von der Wassermenge abziehen. 400 mL Bouillon auf diese Rezeptgröße.

Die schwarze Bohnen über Nacht einweichen. Einweichwasser weggießen und die Bohnen kurz waschen. In einem Druckkochtopf das Olivenöl erhitzen und den gewürfelten oder gepressten Knoblauch unter ständigem Rühren vorsichtig anbraten. Wer den hier verbrennt: Neu beginnen. Verbrannter Knoblauch versaut alles.
Dann Bohnen, 2L heißes Wasser, Lorbeerblätter, Salz und Gemüsebrühpulver in den Topf fügen, Deckel aufsetzen und 40 min kochen.

Zwiebel würfeln, in einer kleinen Pfanne anbraten und in die fertigen Bohnen geben. Fertig.
Das überschüssige Wasser wird nicht weggeworfen, das ist eine Soße, die dazu gehört. Schmeckt auch sehr gut.
Ob man die Zwiebel nicht auch im ersten Schritt mit dem Knoblauch zusammen anbraten und mitkochen kann, hab ich noch nicht ausgetestet. Der letzte Schritt nervt mich etwas und meistens vergesse ich ihn.

Generell mache ich dieses Gericht oft und gerne.

Trockene schwarze Bohnen gibt es:
- im besonders gut sortierten Supermarkt. Sowas haben wir hier nicht.
- im türkischen Laden
- Bioladen
- oft auch im Asialaden
- online
- und natürlich in Brasilien ;)


Mit fertigen Dosenbohnen funktioniert das nicht, da der Kochprozess da schon abgeschlossen ist und die Gewürze nicht in die Bohne gehen. Außerdem enthalten Dosenbohnen zu viel Raffinose und ihr müsst doppelt so oft pupsen wie von selbst gekochten Bohnen, bei denen ihr das Einweichwasser fortgeschüttet habt.

Ich habe hier Thai Bruchreis genommen. Klassischerweise nimmt man Parboiled. Aber Parboiled und ich, das endet immer in einem Drama.

Sonntag, 21. Mai 2017

Bento mit koreanischem Inhalt

Ich mach viel zu selten Bento! Aber dies war sehr gut.



Das ist:

Tofu nach Maangchi

Kimchi

Broken Thai Reis

und platte, gekochte Bohnen, die mit der gleichen Soße wie der Tofu gewürzt wurden.

Das alles habe ich dann kalt gegessen. Der Reis ist so gut, den kann man auch so essen. Wichtig ist eben, dass man einen Reis findet, der einem schmeckt und das habe ich inzwischen geschafft.

Sonntag, 19. Februar 2017

Gesammelte Werke

Ich hab gar nicht mehr so viel zu schreiben. Ab und an geb ich mir mal mühe, aber oft koch ich einfach so meine 3 Gerichte vor mich hin und versuche, meinen Alltag auf die Reihe zu bekommen. Manchmal mach ich trotzdem ein Foto und wo das passiert ist, das möchte ich jetzt zusammenfassen!



Bei Rewe gibts unter der Eigenmarke rein blaue Streusel. Meeresrauschen oder so. Und die sind somit natürlich ohne Karmin und damit super für mich. Außerdem mag ich rein blaues Essen. Sehr lecker auf Bananenbrot!



Beim Real habe ich diese tief lilane Süßkartoffel gefunden und damit Ofengemüse gemacht. Dazu normale Kartoffe, Paprika und Hokkaidokürbis. Mit Öl, Kräuter der Provinz und Salz versehen und dann backen. 



Nudeln gehen immer und mit bunten Nudeln bekommt man meinen Wagen voll. Zu meiner klassischen Tomatensoße aus Dosentomaten, Zwiebel etc, gibts hier noch Basilikum, Pepperoni und Oliven.




Jasminbruchreis mit Sambal Olek, dazu frittierten Tofu und eine missratene Misosuppe aus deutlich mehr Lauch als Suppe. Und roher Lauch. Das ging gar nicht.



Sesambällchen, frittiert, gefüllt mit rotem Bohnenmus. Immer wieder eine Delikatesse.




Das sind Kokospfannkuchen mit Apfelmus und Zimt. 




Tomatenrisotto mit Paprikastücken, begraben unter frischer Tomate, Kapern und Basilikum. 




Rote Linsenköfte. Die Garnitur habe ich separat mitgenommen und nach dem Aufbau auf dem Buffet vergessen noch ein Foto zu machen. Ist aber ein sehr klassisches türkisches Gericht und dürfte überall rezepttechnisch zu finden sein.



Hummus mit Paprika und ein Rest Tomaten-Linsen Makkaroni vom Vortag. Das Wichtigere sind eigentlich diese beiden tollen Melonenschüsseln, die es kurz bei Buttlers gab. Ich wollte sowas schon lange haben und bisher hatte es immer nur der koreanische Versandt. Da hab ich zugegriffen.


Alles keine große Kunst. Aber superlecker ;)

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Reis! Reis! Und Reiskocher

Gerichte, die man nur im Reiskocher macht. Und davon eine ganze Hand voll, daran entwickel ich immer noch still vor mich hin. Das hat eine große Zeitersparnis.
Letztes Mal kamen Linsen mit in den Kocher, heute gibts Gemüse.




Vollkorn Jasminreis und frisches Gemüse




Die Gewürze mische ich in einem Extragefäß. Ich habe schlechte Erfahrungen mit nicht emulgiertem Tomatenmark gemacht, das verteilt sich einfach nie und brennt unten an. Daher mit ein bisschen Wasser schrittweise zu einer immer dünneren Paste rühren.




Die Brühe in den Kocher und an schalten.




Jammi! Das war ein super Mittagessen!

1 Cup Vollkorn Jasminreis
2 Cup Wasser
1 TL Tomatenmark
1 TL Paprikamark
1 TL Gemüsebrühpulver
1/2 TL Kräuter der Provinz
1/2 TL Oregano
1 Stängel Rosmarin, aber davon nur die Nadeln, nicht der Stängel mit zu
1 grüne Paprika, geschnitten
1 Hand voll Cherrytomaten
1/2 Dose Mais
Pfeffer
Salz (achtung, Brühe hat schon welches, vorsichtig)
1/2 TL Sambal Olek


Ich mag eigentlich keinen Vollkornreis. Der hier war der erste, der mir schmeckte. Und die Gewürzmischung hat mir auch gut gefallen.
Das Gemüse ist etwas zerkocht, das müsste nächstes Mal wohl später mit rein.

Freitag, 25. September 2015

Reiskochergericht

Ich hätte gern ein Kochbuch:
Das Kochbuch für Faulenzer, die gerne alles in einen Reiskocherbehälter werfen, auf on drücken und warten, bis es fertig ist. Leider habe ich so etwas nicht gefunden, daher muss ich nun selbst rumexperimentieren, was man so nimmt, damit es schmackhaft wird.




Die Küche bleibt fast ganz sauber.




Auffüllen ist auch ganz einfach.



Zwar kein Sternegericht, aber lecker!

Curryreis "Marsala"

Mit Cup ist dieses Reiskochergefäß gemeint, das beiliegt. Es scheint nicht dem amerikanischen zu entsprechen, wird in der Anleitung des Kochers aber stets so genannt.

1 Cup Basmati-Wildreismischung
2 Cup Wasser
1 TL Gemüsebrühpulver
1 TL Paprikamark sanft
1 TL Gram Marsala Pulver
etwas Pfeffer
1/3 Cup Belugalinsen
1 Msp Tandooripulver

Das Paprikamark und die Gewürze schlämm ich mit dem Wasser in einem Extragefäß auf. So in den Kocher getan bildet es Klumpen und brennt an, das war suboptimal. Mein Gram Marsala Pulver enthält relativ viel Nelke und keinen Bockshornklee. Anscheinend sind die Mischungen dann auch wieder bei jedem Händler verschieden. Um den Bockshornklee und ein bisschen Schärfe rein zu geben, tu ich das bisschen Tandooripulver dazu. Leider ist das unessbar scharf, so wird es mich wohl überleben.

Ich habe diesen reis auch schon mit Currywürzpaste gemacht. Mein Edeka hat solche Pasten in der indischen Abteilung stehen. Mit Thaicurrypasten sollte es auch gehen, ergibt aber einen vollkommen anderen Geschmack, da Thaicurry vor allem zitrische Komponenten hat und Galgant enthält, was in der indischen Küche seltener der Fall ist.

Man kann dieses Gericht von den Gewürzen jetzt tausendfach abändern. Dazu werde ich keine Einträge machen. Erst wieder, wenn ich wirklich eine neue Mischung erfunden habe, die nennenswert ist. In der Hoffnung, besagtes Kochbuch vielleicht mal selbst zu erstellen.

Samstag, 20. Dezember 2014

Von lila Kuh Hackfleisch und Gnocchi

Beim Lild gab es Lila Kuh Hackfleisch. Das musste ich sofort kaufen!



Und daraus habe ich dann einen Hackbraten gemacht.




... Nein, nicht wirklich. Was es beim Lidl gab, waren lila Kartoffeln. Die habe ich gekocht und gepellt. Darauf durch die Spätzlepresse gedrückt.



Das Pellen gestaltete sich als kniffelig. Vorher schälen war nicht drin, da diese Kartoffelsorte nicht fürs Schälen optimiert gezüchtet ist. Sie hat überall kleine Dellen. Die Schale ist dann später auch sehr dünn, weswegen sie als Pellkartoffeln zwar einfacher zu schälen sind, aber dennoch keine Offenbarung. Der Geruch der lila Kartoffeln erinnerte dabei zudem an Urlaub an der Ostsee. Ich verbinde das mit dem Gestank angeschwämmter Algen, die in der Sonne vermodern.
Auf dem Kartoffelnetz stand "festkochend". Da haben diese Kartoffeln mehr als die Nase vorn, denn die sind so hammerhart festkochend, dass es ein großer Kraftakt ist, sie durch die Presse zu kriegen! Ich habe immer nur kleinste Mengen genommen, weil es sonst nicht möglich war.

Den Kartoffelpresskuchen habe ich dann mit Hartweizengrieß und Weizenmehl 550 vermengt. Das geschah frei Schnauze. Daraus habe ich den Hackbraten geformt und dann zu kleinen Kügelchen geformt.



Beim Portionieren hilft auch eine Waage. 12g wiegt eine Kugel und per bloßem Auge ist es manchmal schwer, das abzuschätzen.

Die Gnocchi dann in heißem, nicht kochendem, gesalzenen Wasser ziehen lassen.




Ich hab die Sättigung höher gedreht, damit man es sieht: Das Kochwasser der violetten Gnocchi ist grün. Das kenne ich von Kaliumchromsulfat! Die Lösung ist grün und die daraus entstehenden Kristalle sind dunkel violett.




Ein Fertigfoto. Vielleicht ist mein Frei schnauze Rezept nicht so pralle, die Konsistenz war jetzt nicht der Oberkracher.


Wie ist das jetzt eigentlich mit der Farbe?
Die Farbe findet man in vielen Pflanzen. Rotkohl, rote Beete, Heidelbeeren, Brombeeren, all diese dunkelroten bis blauen Pflanzenfarben gehören zu einer Farbgruppe, der Anthocyanine. Und die sind pH-Abhängig...



Das Kochwasser kam dann später doch noch violett raus. Mit ein bisschen Essig ist es rechts pink verfärbt. Nach links gehend habe ich mein Natronlaugebad darin entsorgt. Das tief grüne ist ganz leicht basisch, das gelbe mehr basisch und das orangefarbene ziemlich doll basisch. Zwischendurch war mein Kochwasser demnach leicht alkalisch, ca. pH 8. Und würde ich meine Kartoffeln mit NaOH mixen, krieg ich vielleicht knallgrüne Gnocchi raus, die dann wohl aber komisch schmecken.

Die ganze Gnocchiaktion war übrigens ein bisschen zu viel. Zwei Tage vorher sah es schon so bei mir aus.



Und dann fand ich den Sack lila Kartoffeln... die wollte ich schon lange haben. Also werden jetzt Gnocchi gegessen bis zum abbrechen! Und das Gefrierfach ist auch mit beiden Sorten pralle voll.