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Donnerstag, 17. Januar 2019

Radish Kimchi - fermentierte Radieschen

Radieschen, das ist für mich lange ein Problem gewesen. Ich mag Radieschen, aber nicht jeden 2ten Tag ein ganzes Bund, das ist einfach zu viel. Und manchmal fielen die einfach an, dann wurden sie immer mehr und mehr. Eine Lösung musste her.

Zuerst kommen wir zur Radieschenlösung, danach dazu, wieso das eigentlich passiert ist.



3 Bund Radieschen
2 EL Salz

4 Frühlingszwiebeln

0,5 TL Zucker
0,5 TL Salz
0,5 süßer Apfel
2 EL Gochu Garu (koreanische Chiliflocken)
3 Knoblauchzehen
das gleiche Volumen an Ingwer
1 kleine Zwiebel
1 EL Sojasoße
Wasser

Zuerst versuchte ich mich am Rezept von Maangchi für Radish Kimchi zu orientieren, aber dann wusste ich mal wieder alles besser. Was meistens dazu führt, dass es in die Hose geht. Diesmal zum Glück nicht.
Die Radieschen waschen, putzen und vierteln oder achteln, je nachdem, ob es Kügelchen oder ganze Planeten an Radieschen sind. Die dann halbwegs trocken gut mit Salz behandeln, 1 h einwirken lassen. Bei Chinakohl macht man das für die Entwässerung. Danach fiel mir siedend heiß ein, dass man Radieschenviertel gar nicht auspressen kann, darauf habe ich sie 2x mit Wasser gewaschen und probiert. Leider hatten sie das Salz schon so stark aufgenommen, dass sie versalzen schmeckten. Aber der gute Chemier weiß: Das gibt sich wieder. Der osmotische Druck gleicht sich aus. Wenn die Flüssigkeit außen rum etwas zu wenig Salz hat, wird sich das Radieschen wieder entsalzen. 
Die gewaschenen Radieschen kommen dann in ein Fermentierbehältnis, geschnittene Frühlingszwiebel dazu und ein Püree aus Zucker, 0,5 TL Salz, halber süßer Apfel, Gochu Garu, Knoblauchzehen, das gleiche Volumen an Ingwer, 1 kleine Zwiebel und 1 EL Sojasoße darüber. Das war dann alles relativ trocken, wo wir doch wissen, dass Lactobazillen nicht die am besten begeißelten Bakterien sind. Meistens haben sie gar keine Geißeln. Die brauchen immer etwas Schwimmhilfe, daher habe ich das Ganze mit Wasser aufgegossen und das Püree um mindestens das halbe Volumen verdoppelt.

Verschlossen dann 5 Tage bei Raumtemperatur fermentiert, danach noch mindestens 24 h im Kühlschrank stehen lassen, bevor probiert wird.

Der Geschmack ergab sich als besonders herausragend, richtig gut! Gerne ein Schälchen zum Abendessen, oder auch mal als kaltes Topping auf Reis, ein absoluter Genuss. So macht es Spaß, viele Radieschen zu kaufen.
Die böse Schärfe verlieren sie und die starke Knackigkeit verschwindet auch. Die Konsistenz wird deutlich weicher, aber nicht matschig. Insgesamt ist das Radieschenkimchi sehr saftig.

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Jetzt aber zum Wieso passiert das eigentlich bei mir, dass ich dauernd Radieschen kaufe, obwohl ich keine brauche? Nun, ich interessiere mich für das Grün der Pflanze, die Knollen sind mir eigentlich egal. In Brasilien gab es in einem Hotel einen "Detox Saft", so ein fahles grünes Zeug, das mein Kollege ganz eklig fand, ich aber sofort liebte. Es hatte eine freche Süße, die von einer Säure unterstützt wurde und dazu irgendwas grünes im Geschmack hatte. Dazu eine heftige Bitterkeit, nur für Kenner. So ein Kenner bin ich. Und in Deutschland gibt es sowas nicht. Durch Zufall entdeckte ich die extrem hohe Ähnlichkeit des Geschmacks zu püriertem Radieschenblatt. 


Schön an Radieschenblatt ist auch, dass es die Farbe über 2-3 Tage hält. Keine braunen "Green Smoothies". 

Nach einigen Experimenten habe ich den Saft so hingebaut, dass er sogar besser als das brasilianische Original ist. Aber vorsichtig bei dieser Aussage, er ist dabei eben auch deutlich bitterer und brennt mehr auf der Zunge. 

1 Bund Radieschengrün
etwas Wasser
0,5 vorderstes Daumen-bis-Gelenk-Stück großer Ingwer
Maracujanektar

Mit etwas Wasser oder schon etwas Saft die gut gewaschenen Radieschenblätter im Hochleistungsmixer pürieren. Meiner hat dafür eine "Green Smoothie" Funktion.

Je mehr Maracuja rein kommt, desto leckerer wird es quasi. Allerdings sollte sich der Maracujaanteil möglichst gering halten lassen, lieber etwas mehr Wasser dazu. Denn Säfte sind wie direkte Zuckerspritzen ins Blut und trotz ihres guten Rufes leider nicht besonders gesund für die Zuckergesundheit. Nur Radieschengrün schmeckt aber nicht.
Mit dem richtigen Mischungsverhältnis hat man daraus dann bis zu 750 mL Sääft gemacht, den man über 2 Tage verteilt zur Arbeit mitnehmen kann.  

Variation: Mit Orangensaft oder "Frühstückssaft" vom Lidl geht das auch wunderbar. Allerdings muss die Mixtur zwingend 10 Stunden im Kühlschrank stehen, weil in dem Mix noch etwas Alchemie passiert, während Maracuja direkt danach das volle Aroma bereit stellt.

Auch mit Stangensellerie dazu gemixt ergeben sich Kombinationen, bei denen man den Saftgehalt noch etwas senken kann. Und manchmal nehme ich Spinat statt Radieschenblatt mangels Verfügbarkeit von wirklich frischem Grün. Der Spinat wird allerdings über Nacht braun, das sieht dann nicht mehr so detox aus. Das Auge trinkt ja mit.


Da wirklich frisches Radieschengrün nicht immer erhältlich ist, ist es gerade spannend, 3-5 Bund zu kaufen und alle auf einmal zu verarbeiten. Einen großen Topf Kimchi machen und das Blatt schon fertig pürieren mit Ingwer und Wasser, dann in Silikonförmchen einfrieren. So ist immer etwas Grün vorhanden, auch wenn der Supermarkt heute nur vetrocknete Blätter hat. 


Donnerstag, 2. August 2018

Doppelhipster Glasstrohhalme aus Pipetten und Gemüsetüten

Wir haben erkannt, dass die Welt zu viel Plastik hat! Vor allem, da vieles irgendwie in die Meere kommt, statt verbrannt oder recyclet zu werden.

Was mich an Plastik oft stört, hat aber dann doch eher erst einmal einen egoistischen Kern: Ich muss das Zeug schleppen und entsorgen. Das nervt! Und es ist dann noch schade um den Rohstoff.

Was habe ich bisher getan?

1. Wasserflaschen schleppen, wo Wasser besserer Qualität doch aus dem Wasserhahn kommt? Ich habe einen Sodastream angeschafft. Stilles Wasser mag ich leider nur bis 10 °dH, ich wohn bei 25 °dH. Also mit Sprudel und alles ist gut.

2. Softdrinks, Saft etc kommt nicht aus dem Wasserhahn. Da habe ich mir das Meiste einfach abgewöhnt, hat meistens eh total unnötige Kalorien. Wenn ich etwas fertiges mit Geschmack trinke, ist es meistens aus einer Glasflasche des Pfandsystems (Bier eben).

3. Nichtmal ein Schritt für die Müllberge, sondern direkt einer für die Qualität: Ich trinke nur losen Tee mit Stahlteesieb oder losen Kaffee aus der Bialetti. Kaffee to go gibts bei mir gar nicht, viel zu stressig.

4. Shampoo und Gesichtsreiniger habe ich feste Seifen oder Syndete, die in Pappe oder diese mit Wasser auflösbaren Biobeutel kommen.

5. Ich habe mir 1-Portion Pudding und Joghurt abgewöhnt. Gibts in vegan sowieso kaum und da habe ich gemerkt, dass ich das eigentlich gar nicht brauche und stattdessen lieber ein schönes Stück Schokolade esse. Die kommt in einer mehrmals-draus-essen-Packung.

6. Und Plastiktüten in Einkaufsläden (an der Kasse + Gemüsetheke) verweigere ich schon seit 6 Jahren. Das war früher etwas anstrengend, aber inzwischen ist das ja sogar vorgeschrieben.

7. Generell nicht mehr so viel haben wollen. Dinge können auch überfordern. Man muss sich Zeit für seine Dinge nehmen. Wenig Zeit, wenig Dinge.


Was mich derzeit am meisten stört:

1. Plastikverpackungswahnsinn um Obst und Gemüse
2. Papp- und Plastikverpackung um Versandgut
3. Plastik- und Aluverpackung um Süßigkeiten

Aber was sagt die EU dazu? 
Wir sollten bei Strohhalmen anfangen! Denn Strohhalme, die tun niemandem weh, wenn die weg sind. Da werden viele Leute sagen "Ja, die EU tut etwas gegen das Plastik!" und die Wiederwahl ist gesichert. Das Ansehen beim Nachbarn auch.
Die Strohhalme sind zwar noch nicht weg, aber überall tauchen seitdem Alternativen aus Stahl, Bambus, Papier und Glas auf. Ich bin kein großer Strohhalmbenutzer, ich habe seitdem ich 2012 auszog vielleicht 1x eine kleine Packung gekauft. Vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Einen Bedarf dafür habe ich also eigentlich gar nicht. Aber gestern kam die Kollegin mit einer Hand voll 2 mL Glaspipetten rein: "Hat jemand Bedarf daran? Die Skalierung ist total unleserlich und ich würde die wegwerfen!". Perfekt. Ich habe sie genommen und mit einem Glasschneider angeritzt und abgebrochen, sodass das dünne Ende weg war und die Länge eingekürzt wurde. Heute habe ich dann die Bruchkanten am Bunsenbrenner glatt geschmolzen. Und nun habe ich Doppelhipster Upcycling Ökostrohhalme aus Laborglas!


Was? Da hat gerade jemand beim Lesen "Igitt" gedacht? Ja, sie stammen aus einem Labor und wurden dort benutzt. Und wisst ihr was? Da gingen leckere Dinge wie Glutaraldehyd durch, die einen Totenkopf tragen. Und süße Mikroorganismen wie Escherichia Coli und Staphylococcus aureus, die hervorragende Erkrankungen erzeugen können. Und wisst ihr was? Genau das macht diese Pipetten so sicher. Denn dadurch, dass sie aus der Mikrobiologie stammen, sind sie von höchster Reinigung und wurden autoklaviert. Sauberer und toter gibt es kaum, selbst neu ist dreckiger wegen eventueller Produktionsrückstände. 

Ich habe sie nach der Umschmelzaktion trotzdem nochmal in die Spülmaschine gestellt. 


Die Länge hab ich ganz gut getroffen. Jetzt kann ich auch mal Caipirinha trinken. Oder nen Smoothie dadurch ausprobieren, bisher sind mir die festen Pasten relativ missfallen. Der Tipp ist da, relativ feste Smoothies einfach durch den Halm zu saugen. 



Aber kommen wir nochmal zurück zu dem, was mich stört: Obst und Gemüse in Plastik. Und mein Projekt für den Monat August ist, komplett unverpackt zu kaufen in diesem Segment. Bedeutet auch die Pappverpackung zu missachten, denn habt ihr eine Ahnung, wie viele Chemikalien bei der Erzeugung von Pappe und Papier benutzt werden? Das kommt einer Tüte Plastik schon sehr nahe. Diese Chemikalien sind ja meistens auf Mineralölbasis. 
Ich habe mir also diese waschbaren wiederverwertbaren Zugbeutel gekauft und werde damit jetzt diesen Monat ausprobieren, was so geht. Wir haben hier viele Hofläden und auch in Supermärkten und Discountern gibt es ja lose Ware. Nur eben nicht immer alles. Aber das sollte man sich eh abgewöhnen, immer das Richtige haben zu wollen. 



Versandverpackungen... nun, das kann man reduzieren, indem man nichts bestellt. Das werde ich dann nebenbei laufen lassen, da immer eine Alternative zu finden. Das ist kein Monatsprojekt, weil ich selten überhaupt was bestelle.

Und das mit den Süßigkeiten kommt dann später. Die Evolution ist auch nicht in einem Tag passiert, anders als es uns die Bibel weis machen möchte.


Was habt ihr so für Projekte zur Müllreduktion?

Samstag, 7. April 2018

Bilig Bier Blind Tasting

Ist das Billigbier wirklich so schlecht wie es einen die Psychologie durch den niedrigen Preis schmecken lässt?

Wir haben in der Vergangenheit einen Nordbiertest gemacht (incl einem Pfälzer) und konnten die Biere nicht voneinander unterscheiden. Jever, Bitburger, Flens? Da war nix zu machen, viel zu nahe beieinander. Aber mit Etikett schmecken sie alle sehr verschieden. Also, wie ist das mit Pennerbier? Die Erwartungen waren, dass viele Pennerbiere deutlich besser sind als ihr Image. Denn, warum will man absichtlich schlechtes Bier brauen? Wobei gutes Bier auch gute Rohstoffe braucht und die sind meistens teurer, aber vielleicht gibt es auch günstige, gute Rohstoffe? Wir finden schließlich auch immer wieder Perlen unter den Discounter Eigenmarken, die manchmal die richtigen Marken sogar noch in den Schatten stellen.



Ein Testaufbauer, 2 Biertester. Wir wussten was im Rennen ist, aber nicht was was ist. Auf den Zetteln stand ne Zahl und wir haben Notitzen dazu gemacht. Und dieses Mal schmeckten die Biere auch definitiv unterschiedlich. Ganz am Ende hat unser Testführer dann stückweise aufgelöst. Das größte Zittern war natürlich: Finden wir das Bitburger? Letztes Mal wollten wir zielsicher das Jever zuordnen und hatten uns beide zum Bitburger verschätzt. Diesmal war es einfacher, aber trotzdem nicht zu einfach. Ich hatte zwei Favoriten, die besonders wertig schmeckten. Nach einigem Hin und her im Direktduell habe ich dann versucht, mehr Bittereinheiten des Hopfens rauszuschmecken und das dem Bitburger zuzuordnen. Und das hat tatsächlich ins Schwarze getroffen, Der Testsieger ist auch der Premiumkandidat, das echte Bitburger. Aber jetzt erst einmal zu den Kandidaten, bevor ich den Sieger der Herzen offen lege.

Adelskrone von Penny
Perlenbacher von Lidl
Oettinger
Turmbräu von Rewe
Bitburger
Karlskrone von Aldi
Kaiserkrone Gold (ein Lager) von Norma
5,0 Oettinger Festivalbier
Kaiserkrone Pils von Norma

Und der Sieger der Herzen, der sich das harte Kopf an Kopf Rennen mit Bitburger geliefert hat? Von der Wertigkeit her habe ich auf Oettinger oder 5.0 getippt, von der Idee her "Lidl macht nur Top oder Flop" her auch auf Lidl. Aber keines davon war so stark im Rennen: Der Sieger der Herzen, der nur leicht weniger hopfig ist als Bitburger ist und den man ohne Schläge sehr gut trinken kann ist das Pils von Norma, die Kaiserkrone! Das hat keiner erwartet.

Wir haben auch einen Sieger des Ausgusses. Man konnte alle Biere ohne Schläge zuende trinken nach dem Test, bis auf eines, das Turmbräu von Rewe. Dies hatte ordentliche Fehlgeschmäcker, eine starke Säure, unerwartete Orangennoten, dazu eine abgestandene Muffigkeit. Kein rundes Biererlebnis und dieses Bier landete im Ausguss, anstatt dass wir es zuende trinken konnten.

Auch nicht wirklich überzeugt hat mich Aldi Karlskrone. Es schmeckte irgendwie grün, nach Rasen und ein bisschen nach Pappkarton im Abgang. Mein Co-Tester schmeckte die Pappe auch raus, hat das Bier dann aber trotzdem zuende getrunken und fand es gar nicht so schlecht. Mein Fazit ist hier, dass ich dieses nicht wieder kaufe.

Zwei Nullnummern waren Penny Adelskrone und Lidl Perlenbacher. Diese beiden schmeckten nicht schlecht, dafür aber extrem dünn, stellenweise auch nach nichts. Diese beiden sind für mich die Ehrlichkeitssieger. Man bekommt, wofür man bezahlt, wird aber auch nicht mit Ekligkeit bestraft.

Wirklich gut trinken kann man auch das Oettinger. Bei mir bekam es die Notitz "Sommerbier", was bedeutet, dass es auch eher dünn schmeckt, dafür aber gut und erfrischend. Deutlich mehr nach etwas als die beiden Nullnummern, aber trotzdem bedeutend dünner als Bitburger. Oettinger würde ich als wiederkaufenswert beschreiben und ich werde es ab und an tatsächlich wieder kaufen, wenn der innere Peter Zwegat nach einem günstigen Bier verlangt.

Das 5.0 hatte ich vorher schonmal und fand es damals nicht gut. Ich war mir seit dem Jever-Bitburger Verwechselungsfall aber nicht mehr sicher, ob ich nur das Etikett schmecke. Nach dem Blindtest, wo es wieder dabei war, bin ich mir nun aber sicher: Es schmeckt mir wirklich nicht. Leicht metallisch, leicht säuerlich und irgendwie unrund. Das Adjektiv unrund war mir beim ersten mal schon aufgefallen. So sehr hab ich das Etikett damals also doch nicht geschmeckt. Für mich nach diesem Test auf keinen Fall ein Wiederkaufkandidat. Für ein Festival würde ich andere Biere kaufen.

Und das Lager? Wir hatten ein Lager zwischen all den Pilsener Bieren dabei und unsere Schwierigkeiten, es zu finden. Beziehungsweise, wir haben es nicht geschafft, es hat sich in dem ganzen Chaos aus Billigpils sehr gut getarnt. Hopfen ist schließlich teuer und als weniger hopfiger Bierstil war Lager dann doch nicht zu unterscheiden. Das Norma Kaiserkrone Gold haben wir als trinkbar, aber nicht gut und malzbetont notiert gehabt. Irgendwas hat uns daran gestört. Gekauft wird es nicht nochmal, zumal wenn es direkt neben dem Sieger der Herzen im Regal steht!


Wie sieht das Fazit aus?
Deutlich schlechter ausgefallen als ich erwartet habe. Aber dennoch hat ein Bier das geleistet, wonach ich gesucht habe. Und Oettinger konnte bei mir auch sein schlechtes Image ablegen.


Samstag, 20. Mai 2017

Kalter Tee

Kalter Tee! ... Kalter Kaffee?

Das Thema ist vielleicht nicht ganz so eingängig, bis ich das salonfähige Wort fallen lasse: Eistee. Eistee ist ja eigentlich kalt gewordener Tee, den man dann trotzdem noch trinkt, weil er nunmal da ist. Das passierte mir häufig mit Rooibos- und Kräutertee, bevor ich eine Thermoskanne hatte und ich fand daran nichts seltsam. Seltsam finde ich, in Eistee tonnenweise Zucker reinzuschütten.

Wenn wir mal auf die andere Seite der Nordhalbkugel schauen, dann gibt es da eine ganze Reihe an kalten Tees, die fertig in Flaschen verkauft werden, die nicht unbedingt klassisch in unsere Eistees einzuordnen sind. Vor allem Grüntee ohne was hat da meine Aufmerksamkeit erregt.

Aber kann man das nicht einfach selbst machen? Nun, bei Grüntee ist das etwas kniffeliger, da er leicht oxidiert und dabei bittert. Und schnell abkühlen sollte er auch. Und dann gammelt er auch relativ schnell, direkt aus dem Kühlschrank ists mir aber wieder zu kalt. Generell geht es dabei einfach darum, sich unterwegs einen kalten Tee kaufen zu können. Ansonsten ja: Man kann sich sowas auch selber machen.

Aber welche Möglichkeiten hat man in Deutschland, kalten Tee unterwegs zu bekommen, der einem die Insulinproduktion in Ruhe lässt?




Den hier und seine drei Kollegen. Der hier schmeckt wie Grüntee in ganz sanft aufgebrüht mit den Aromen, die auch in den Zuckereistee kommen. Aber ohne Zucker. Dann gibts noch roten Tee, der einfach Früchtetee ist, gelber Tee, ein bisschen schlimm-blumiger Kräutertee und Quatschtee, ein Schwarzteeimitat aus Früchtetee mit einer Idee Schwarztee, der aber nach Früchtetee schmeckt.

Wo gibt es den? Manchmal bei Rewe, aber meistens ist er ausverkauft. Und wenn nicht, ist er es sofort danach und ich schleppe schwer.

Und sonst so?
Asialaden! Von 1.50 - 4€ Preisspanne gibt es 500 mL fertigen echten asiatischen Grüntee. Oftmals auch schön bitter, grün und kräftig. Da bin ich aber extrem selten.



Und wenn man dann mal zu Hause ist und das Problem mit der Oxidation in den Griff bekommen will? Ein Tipp für den kommenden Sommer!

Grün- als auch Schwarztee können mit etwas Feingefühl zu Hause zu kaltem Tee vorbereitet werden. Dabei ist zu beachten, lose Ware zu kaufen. Beutelware geht nicht, die ist sehr klein geschnitten und bringt durch ihre vielen Schnittkanten extrem viel Oxidierte Bitterheit mit hinein. Die einzige Ausnahme stellen sehr gut behandelte hochwertige Pyramidenbeutel in Gastroqualität dar, aber bevor ihr euer Geld für sowas zum Fenster rauswerft, überweist es lieber mir. Meine IBAN ist [von Google zensiert].

Auch bei der losen Ware sollte darauf geachtet werden, dass die Teeblätter möglichst groß sind oder man eine Sorte erwischt hat, die einem nicht durch die Bitterheit die Schuhe auszieht. Der Tee bittert beim Abkühlen sehr nach, daher eignen sich hier nur die mittleren bis milden Sorten. Sowas wie Ostfriesentee (kleiner Schnitt, viele Kanten, viel Bitter) ist nur etwas für Liebhaber von richtig krassem Schwarztee in kalt. Wem das zu schlimm ist und trotzdem Ostfriesentee will, der solle sich einen mit großem Blatt aus dem Teeladen holen, die haben ähnliche Sortenzusammenstellungen.

Was ist mit den schwarzen Inseln? Bei Ostfriesentee aus dem Supermarkt entstehen die ja beim Abkühlen auf der Tasse. Bei dieser Methode wird die Entstehung minimiert, die Auswahl eines geeigneten Tees minimiert sie zudem nochmal. Ich hatte bisher hier keine Probleme mit den Ablagerungen, vor allem aber, da ich den aus dem Supermarkt nicht für diese Methode verwende.

Da meine Kannen nicht groß genug für meinen Durst sind, brühe ich den Tee im Kochtopf auf (Wasserkocher und rein), lasse ihn dort 5 Minuten ziehen statt 3 und lasse ihn auch in diesem Topf abkühlen. Ein Metallkochtopf hat Vorteile gegenüber Steinzeug, da er die Wärme besser in die Umgebung abgibt und das Auskühlen des Tees fördert. Direkt nach der Beutelentnahme kommen 2 TL Zitronensaft hinein, welche die Oxidation abschwächen.


Sobald der Tee einigermaßen abgekühlt ist, um kein Plastik mehr zu schmelzen, fülle ich ihn in geeignete Getränkeflaschen. Hier die ausgetrunkenen Flaschen vom österreichischen Hersteller für hochwertige Kaltteegetränke. 


Und dann kann man ihn mitnehmen. Ins Büro, damit man nicht dauernd welchen kochen muss oder einfach kalten haben will, in den Park, auf die Autofahrt statt Kaffee und so weiter. 

Und so bekommt man auch die Möglichkeit, echten Schwarztee mitzunehmen. Der Quatschtee (im Bild links) war leider wirklich nicht gut. Also als Früchtetee schon, aber da ist das Etikett einfach irreführend. 

Also dann, viel Spaß beim kalten Tee kochen und trinken. Ist jetzt nix Neues oder so, macht aber irgendwie kaum einer. 

Sonntag, 2. Februar 2014

Matcha

Matcha ist ja irgendwie gerade Mode, aber ich habe ihn eigentlich als Mitbringsel aus Japan kennengelernt. Dort ist Matcha die Geschmacksrichtung, die hier Schokolade ist. Und in den USA Erdnussbutter. Es gibt also ganz viel Süßkram in der Geschmacksrichtung Matcha. Und das ist sooo lecker!

Unterstützt werden diese Matchasachen meistens durch Milch. Das muss man doch austauschen können...

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Matcha Latte Kokos-Reismilch

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Da mir die schlechte zu reinigenden Matchaschneebesen zu teuer sind, mache ich das in einem Topf auf dem heimischen Herd mit etwas Geduld. Ich fülle das Glas, wo es rein soll halb mit Pflanzenmilch, halb mit Wasser und gebe das in den Topf. Dann kommt ein TL Matcha hinzu und es wird schonmal gerührt. Nun wird der Herd angeschaltet und die Mischung erwärmt. Immer mal wieder rühren. Und nicht kochen! Langsam geben die Klumpen ihren Zusammenhalt dabei auf und auf gewünschter Trinktemperatur gieß ich das zurück ins Glas.

 photo matchalatte-kl_zps87f59712.jpg

Zum Vergleich die bleiche Farbe derselben Zusammensetzung, aber mit 1.5er Kuhmilch gemacht.


Wirklich zufrieden bin ich nicht. Jedenfalls nicht mit Reismilch. Ich habe Reismilch und Kokosreismilch ausprobiert und beide sind stark gefloppt, es schmeckt einfach überhaupt nicht gut. Ich habe auch Sojamilch ausprobiert, die war superklasse. Wenn man in Japan einen Matchalatte bestellt, ist der oftmals auch mit Sojamilch. Die passt echt gut, aber dummerweise passe ich nicht zu Soja. Was noch aussteht, sind Dinkelmilch und Hafermilch. Da setz ich noch etwas Hoffnung rein. Und wenn die klappen, muss ich es irgendwie hin kriegen, das Koffein zu vertragen, das passt nämlich aus dem gleichen Grund nicht zu mir wie Soja. Vielleicht muss ich einfach ein kleineres Glas nehmen. FDH: Wenn dir das Dessert zu kalorienreich ist, nimm nur die halbe Größe. Aber das wäre ja zu einfach...

Samstag, 20. April 2013

Sojamilch in Kaffee: Ich bin bedient!

Kaffee ist für mich ein Genussmittel. Zu viel Koffein aus dem Kaffee vertrage ich nicht, also muss das bisschen Kaffee, was ich trinke, schmecken.

Kaffee, schwarz und legga, das wäre das Optimum. Kaffee ist schwarz aber nicht legga.

Kaffee mit Sojamilch, überall angepriesen. So gut wie Milchkaffee. Abblägs sag ich da nur. Ich hab diverse Milcher durch und eigentlich sieht das dann immer so aus:


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Von weit weg: Hui!

 photo sojakaffee2_zps1aa417d0.jpg

Von nahe dran: Pfui!

Dass der Milchersatz auflockt, ist jetzt kein Drama, aber es schmeckt eben noch bescheidener als schwarzer Kaffee und das ist definitiv ein Drama. Es ist noch saurer, es ist noch bitterer, es hat einen komischen Nachgeschmack, es schmeckt wie vergammelte Haselnüsse, nay!

Zu toppen war das eigentlich nur durch einen veganen flüssigen Kaffeeweißer, der den ganzen Mund gefettet hat und einen extrem fett-bitteren Nachgeschmack für STUNDEN bescherte. Dazu alle Nachteile der Sojamilch bot.


Fazit:
Kaffee diva sein lassen und lieber Tee trinken, der schmeckt "schwarz" wirklich legga.
Wenn Kaffee, dann mit echter Milch. Und dann auch hochwertiger Kaffee.