Posts mit dem Label Schokolade werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schokolade werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 18. September 2015

Hartbitter Cookies

Nicht zartbitter, sondern hartbitter. Bei Schokolade stehe ich eher auf die süßlich-milchig-cremigen Sorten. Herabfällig muss der Franzose über die Schokolade sprechen, dann schmeckt sie mir. Das basiert auf einem Text irgendwo in der Presse, in dem vergleichen wurde, dass die Deutschen vor allem auf Milchschokolade stehen und die Franzosen auf milchfreie. Und die Franzosen über Milchschokolade lästern, weil es ja nur ein blöder Verschnitt ist... Recht haben sie. Schmecken tuts trotzdem nicht so toll. So eine richtig schöne 80er, die hat schon was, aber für mich keinen seelentröstenden Schokoladeneffekt und den brauche ich nunmal ab und an.

Nun hatte ich ein Set geschenkt bekommen, mit dem man seine Schokolade selber machen kann. Witzig, total tolle Zutaten, liebevoll verpackt, rundrum toll! ... Nein, es gibt eine kleine Ecke. Und diese Ecke ist leer. Sie steht für "toller Geschmack". Ich habs mit diversen Zutaten probiert, "Schokoladenwirkung" in das Zeug zu bekommen, besagten süß-cremigen Beigeschmack, den ich zum Seelentrösten brauche. Aber es war egal, was ich rein tat: Mandelmus, Kokosmus, Haselmus, Haselcreme, Nussnougatcreme, Lupinenmehl, es half alles nichts und schmeckte am Ende nur alt, billig, fettig, gar ranzig und blöde. Besser ist da, die Bittervariante zu basteln und sie mit Kaffeepulver anzureichern.

Bis zu dieser Erkenntnis mit dem Kaffee zieht viel Schokolade ins Land, die nicht schmeckt. Wohin denn nun damit? Backen!




Ich stelle vor: Die Hartbitter Cookies!

Ursprünglich kommt das Rezept wie so oft von Chefkoch und fiel mir durch ein besonders abstoßendes Userfoto auf. Es tut mir leid, das so hart zu schreiben, aber diese abstoßende Optik war gleichzeitig auch die Komik. Schokokekse, die aussehen wie stückiger Kuhdurchfall. Das musste ich mir sofort anschauen und stellte fest, dass es keine Hühnerperiode, äh, Ei enthält und ich deswegen sofort losbacken kann. Allerdings begann dann das Chaos in der Küche. Keine Alsan im Haus. Und natürlich auch kein Kaba.

Meine Version:

125 g Fett (davon 30 g Erdnussbutter)
105 g Zucker
3 EL Sojajoghurt
1 Tütchen Vanillinzucker
150 g Weizenmehl 550
55 g Backkakao
1/3 TL Salz
Ordentlich Schokostücken

Das Kabapulver bringt nochmal zusätzlich Zucker rein. Wie man sieht, hab ich sowohl am echten Zucker, als auch am Kaba gespart und wirklich herbe Kekse erhalten. Nichts für Süßerle, eher Erwachsenenkekse, im Präfeminismus würde man sie "Herrenkekse" nennen. Beim Fett liegt dann das wahre Chaos dieses Rezeptes. Ich habe den Rest Kokosfett ausgekratzt, das war vielleicht 30g. Dann noch etwas Haselnussmus hinzu, vielleicht 20g. Und meinen kompletten Rest Erdnussbutter, lass es 30 g gewesen sein. Den Rest habe ich mit Rapsöl aufgefüllt, bis ich die 125 g erreicht hatte. Die 30 g Erdnussbutter muss ich hierbei auch wirklich empfehlen! Das hat einen tollen Charakter, aber nicht zu erdnussig.
Den Salzgehalt habe ich auch erhöht, aus Erfahrung braucht man sowas bei dunklen Keksen. Man kann sogar auf einen halben Teelöffel erhöhen.

Für "Restekekse", was sich auf Kokosfett, Erdnussbutter, Sojajoghurt (von Berief, einmal und nie wieder) und Schokostückchen bezieht, schmecken die Kekse ausgesprochen gelungen und nach Feinschmecker- oder Liebhaberkekse. Ich schätze, dass Sojajoghurt und Erdnussbutter für den Stand der Kekse verantwortlich sind. Die Kuhversion läuft ja doch etwas fladig umher, meine blieb unverändert. Und der extrem hohe Kakaoanteil zusammen mit dem Salz machen das Besondere aus. Ich hab noch Schokostücken übrig, nun weiß ich genau, was ich damit anstelle.

Auch gut: Kein Suchteffekt. Nach einem Keks ist man fertig damit. Genuss statt Fraß.

Dienstag, 8. April 2014

Kalter Hund

Ein Klassiker: der Kalte Hund. Er imitiert mit preiswerten Mitteln Schokolade. Nur leider kann ich den Geschmack so gar nicht leiden, Kakaopulver in hydriertem Kokosfett, marke ganz widerlich. Dennoch finde ich das Konzept, Kekse in einer Schokoladenpaste einzubetten, nicht schlecht. Und dann lief mir ein Rezept von Vivani über den Weg, das ich prompt umveganisierte.


 photo kalterhund-kl_zps02951888.jpg

100 g Zartbitterschokolade
50 g Nussnoughat dunkel
75 mL Pflanzensahne (hier: Alpro Reis)
75 g Alsan
1/3 Packung Lotuskekse
1 Hand voll Haselnüsse

Die Haselnüsse grob hacken und in einem Topf bräunlich anrösten. Schoko hacken und mit Noughat, Sahne und Alsan in einem Topf zu einer homogenen Masse schmelzen. Die Haselnüsse dazu geben und den Topf von der Hitze nehmen. Eine Kastenform mit Frischhaltefolie auskleiden und schichten: Masse, Kekse, Masse, Kekse, ...
Ich verwendete eine 1L "Back die Hälfte" Kastenform und habe zwei Kekslagen rein bekommen. Die Masse muss dann im Kühlschrank für ca. 2 h aushärten, eine weitere Lagerung im Kühlschrank ist ein Must Have. Die Masse ist nämlich sehr weich.

Geschmacklich und auch technisch ist diese Version eine Ganachecreme, wie man sie für Pralinen verwendet. Das schmeckt man auch, der kalte Hund schmeckt hochwertig und weich-cremig, eher wie festere Kuchencreme. Eine Version für verwöhnte Schnösel wie mich, echter kalter Hund ist das aber nicht mehr. Mag ich ja aber auch nicht.

Sonntag, 2. Februar 2014

Süßigkeiten selbst gemacht

Wenn man süßes macht, dann soll das ja irgendwie gesund sein, habe ich in der Bloggerwelt immer so das Gefühl. Also starten wir gleich mal mit etwas, das so richtig schön das Gegenteil von diesem Bild ist, das mir immer wieder bestätigt wird.


 photo kokoskaramell-kl_zpse2b455c5.jpg

Das ist eine Art "Sahne Muh Muh" aus Kokosmilch. Das heißt, ein brüchiger Karamellbonbon. Eigentlich wollte ich eine Dulce de Leche machen, aber das ist total in die Hose gegangen, somit sind diese Teile die Resteverwertung.

Zutaten:
400 g Kokosmilch 70%ig ohne Emulgatoren
100 g Zucker

Ich habe beides zusammen ca. 40 Minuten gekocht und gerührt, bis eine pastöse Masse daraus entstanden ist. Die wurde jedoch zuerst gummiartig und dann knallhart, sodass ich das alles wieder aus dem Gefäß auskratzte und erwärmte. Dabei trennen sich die Phasen, Protein mit Zucker formt eine Kugelmasse und das Öl schwimmt ausßenrum. Alles zusammen kam in Pralinenförmchen und wurde bei Wintertemperaturen auf dem Balkon gehärtet.

Die weißen Stellen sind das pure Fett. Und sie schmecken auch sehr fettig. Man müsste sie eigentlich irgendwie ausölen, dann wärs etwas besser. Der Geschmack an sich ist aber gut, karamellig und kokosartig, eine tolle Kombination.


 photo schokimachen-kl_zps9f82ec36.jpg

Als nächstes gehts zu richtiger Schokolade. Ich habe 100%ige Schokolade von Zotter zu Weihnachten bekommen. Ist ja toll und so... aber diese 100%ige Schokolade ist so widerlich sauer, dass ich es nach einmal abbeißen nicht hinbekommen habe, sie irgendwie überhaupt noch zum Mund zu führen. Da die Schokolade viel zu hochwertig zum wegwerfen ist, musste sie in die Experimentierkiste.

Zutaten:
18 g Zotter 100% Schokolade
11 g Kokosmus
4 g Haselmus
6 g Agavensirup
1 pr NaCl

Ich habe einfach alles zusammen sachte in der Mikrowelle erwärmt und dann in Pralinenförmchen gegeben.

Das Ergebnis ist lecker. Es schmeckt gleichzeitig nach Zartbitter, hat aber irgendwie auch was von Milchschoki. Das habe ich so noch nie geschmeckt, bisher gabs entweder oder. Ich erkläre es dadurch, dass vor allem das Haselmus (die geheime Zutat in der Naturataschokolade und in Milka) den Milcheffekt hervorruft, das Kokosmus aber in der Menge zu viel ist und mal wieder seinen Job schlecht macht, sodass die Zartbitternote dennoch durch kommt. Auf jeden Fall wiederholenswert, diese ist nämlich essbar im Gegensatz zu den Einsatzstoffen.



 photo schokimachen1-kl_zpsa264750f.jpg

Als nächstes ein Versuch weißer Schokolade mit Matcha.

Zutaten:

16 g Kakaobutter
4g Haselmus
12 g Kokosmus
8 g Agavensirup
1 pr NaCl
0.75 TL Matcha

Auch wieder alles sachte in der Mikrowelle erwärmt und in eine Pralinenform gegeben.

Geschmack: Bäh bah, verschwinde aus meinem Mund, bah, das ist ja eklig, bäh...!
Was mach ich nur damit? Es ist bitter, flupschig, in der Konsistenz auch leicht kratzig, schmeckt kaltfettig... als beiße man in einen Klumpen Schweineschmalz.
Extrem gescheitert. Ich krieg das Zeug nicht runter.


 photo powerkugeln1-kl_zps8892a3f7.jpg

Dies erfüllt nun als Erstes tatsächlich mal das Klischee der gesunden Süßigkeit. Es sind "Powerkugeln" aus einem Thermomixkochbuch, wenn ich das richtig verstanden habe, meine Quelle war diese.

Zutaten:
100 g Datteln (ohne Stein)
100 g Mandelmehl weiß
1/2 Bio Orange
1 Msp Vanillepulver
1 Msp Zimt
3 EL Orangensaft
gehäxelte Kokosflocken zur Deko

Die Datteln gut klein schneiden und alles zusammen (auch die abgeriebene Orangenschale) in einem geeigneten Gefäß gut durchpürieren. Dies für 30 Minuten kalt stellen und Kugeln daraus formen. Die Kugeln in den Kokosflocken wälzen.
Ich lagere sie im Kühlschrank.

Die sind sehr lecker! Und genau das Richtige vor einem Tutorium. Also so als Tutor, nicht als Student. Da kann man bestimmt auch einige andere Geschmacksrichtungen zugeben statt Orange. Ich mag Orangen aber sehr, also ist das schon ok so.

Samstag, 5. Oktober 2013

Pralinen aus Bohnen

Die Überschrift klingt für einen deutsch sozialisierten Menschen auf den ersten Blick mehr als abwegig. Bohnen in Süßigkeiten? Das kann doch nur einer dieser Scherze sein, die Blödsinnsessen hervorbingen, weil sich jemand gelangweilt hat.

In Wirklichkeit jedoch ist das Ganze gar nicht so abwegig. In Japan gibt es eine ganze Reihe von Süßigkeiten, die genau das sind: süße Bohnenpaste. Die sind dann aus Azukibohnen, das sind kleine rote Bohnen mit wenig Eigengeschmack, zusätzlich wird Zucker zugesetzt. Damit werden Mochis gefüllt oder andere Teiglinge, es gibt auch gelierte Varianten. Das Bohnenmus dient als Träger für den Zucker und hat ein bisschen Eigencharakter.

Bohnen sind auch nicht die einzige eigentlich deftige Speise, die als Süßigkeit Einsatz finden kann. Tofu kann man zu Schokomousse oder Käsekuchen verarbeiten. Avocado lässt sich auch zu Schokomousse verarbeiten.

Kommen wir aber zu den Pralinen, die ich gemacht habe.


 photo bohnenpralinen3-kl_zps5964a1bc.jpg

 photo bohnenpralinen2-kl_zps1105393b.jpg

 photo bohnenpralinen1-kl_zpsa3b0a74e.jpg

Ich habe weiße Bohnen gewählt, die haben auch nicht viel Charakter und sind standardmäßig in deutschen Supermärkten erhältlich. Diese habe ich mit meinem Schnellkochtopf durchgekocht und in einem Sieb abtropfen lassen, bis sie schön trocken waren.

150 g gekochte weiße Bohnen
2 TL Kokosöl
3 TL Zucker
5 TL Kakao
3 Msp Ceylon Zimt
1-2 TL Rum

100 g schwarze Kuvertüre

Das Kokosöl habe ich aus dem Asialaden. Im gegensatz zu Palmin scheint es mehr Wasser zu enthalten und kann daher mit einem Löffel lagenweise abgeschabt werden. Palmin müsste man erst in der Mikrowelle erhitzen und dann zufügen. Die Masse wird dann gründlich püriert und kalt gestellt, damit das Kokosöl wieder fester wird. Dann Kugeln draus formen. Die Kuvertüre hacken und schmelzen (dafür nahm ich die Mikrowelle) und die Kugeln mit zwei Gabeln darin wälzen und auf einem Backpapier aushärten lassen. Dadurch, dass die Kugeln kühlschrankkalt waren, ging das Erhärten innerhalb weniger Minuten.

Der Vorteil davon, die Pralinen aus Bohnenmasse zu machen, ist vielfältig. Weniger Völlegefühl, weniger Brennwert, gute Möglichkeit, das alles vegan zu gestalten, einfache Handhabung und man hat irgendwie das Gefühl, dass die Pralinen auch einen Hauch von Gesundem an sich haben.

Als Brennwert habe ich 285 kcal / 100 g berechnet. Das ist gegenüber der ca. 510 kcal, die klassische Pralinen haben, eine ganz andere Klasse.
Natürlich, die Bohnenpralinen haben diese leicht rauhe Masse, wogegen klassische Trüffel perfekt cremig sind. Ich kenn das aber schon von den Azukibohnenprodukten und finde das nicht weiter störend.

Ich habe eine große Schwäche für Rumpralinen. Da viele Billigpralinen jedoch ziemlich schlecht schmecken, kommen für mich meistens nur die wirklich hochpreisigen Pralinen in Frage. Das ist nicht nur sehr teuer, sondern auch blöd zu beschaffen, da ich sie in einem Spezialladen kaufen muss. Ich suche schon länger einen leichten Zugang zu zweiphasigen Rumpralinen (innen weich, außen knackig), der dann als Zusatz auch möglichst vegan sein sollte. Und ich denke, den habe ich hiermit gefunden. Weiße Bohnen koche ich öfter mal auf, da ich daraus auch Brotaufstriche herstelle.

Samstag, 20. April 2013

Fettaufstriche fürs Brot

Jetzt mal so richtig die Kalorien raushauen, weil ich letztens so viel Salat gepostet habe!

Nach verbitterten Feststellungen, dass Schokolade und Kaffee ein schwieriges Thema sind, kommen wir heute zu etwas, wo man keine Abstriche machen muss: süße, fettige Frühstücksaufstriche.


 photo Schokocreme_zps3296d64e.jpg

Da gibt es im veganen Bereich eine ganze Menge! Und vor allem eine ganze Menge sehr gute.

Samba Dark schmeckt zum Beispiel wie Rocher-Creme, nur noch ein bisschen herber. "Herren-Rocher" vielleicht, adaptiert von der Herrenschokolade.

Dann ist da ein veganer Milchschokoladenaufstrich ohne Milch, der aber nach Milchschokoladenaufstrich schmeckt. Und er ist nicht so pastös wie Nutella, sondern eher weicher wie sehr warme Nutella, die ich immer besser fand als pastöse Nutella. Unglaublich lecker!

Lotus ist diese Firma, die die Karamellkese zum Cappucchino produziert. Und genau diesen Keks gibt es in drei Variationen auch als Aufstrich. Lotus sah dabei keine Notwendigkeit, Milchbestandteile zu verwenden, was ziemlich cool ist. Die Variationen sind cremig, crunchy und Choco. Dabei schmecken cremig und choco nahezu identisch, aber choco hat deutlich weniger Schmirgeleffekt als cremig und ist damit bedeutend eleganter und gelungener. Leider mal wieder das Beschaffungsproblem: Nicht in Deutschland, sondern in den Niederlanden und Belgien zu bekommen. Aber bis zum nächsten Besuch tuts auch die cremige.

Im Bioladen standen auch noch diverse andere vegane Schokoaufstriche, sogar einen schwarz-weiß-aufstrich hatten sie. Auswahl gibt es also genug. Und ich gehöre eigentlich auch zu den Leuten, die sagen "Nutella oder nix! Und wer auch nur einmal das Wort Nusspli sagt, kommt vor die Tür!", aber diese bewusst anderen Aufstriche sind wirklich spannend, sodass man Nutella nicht vermisst. Sie erscheint einem gar langweilig.


Was auch noch ein sehr leckerer Aufstrich ist: Haselnussmus mit Backkakao und ein bisschen Zucker verrühren und aufs Brot.



So, als Nächstes muss ich über irgendwelche fetten Kuchen oder Chips, vielleicht auch über Frittiergut schreiben, um die Kalorien der Einträge oben zu halten. Nur esse ich das zur Zeit alles gar nicht...

Schokolade: schwarz und legga

Schokolade ist für mich:

- braun und süchtig
- schwarz und interessant
- weiß und extrem aufdringlich-klebrig-fettig

Interessant bedient aber nicht süchtig. Bisher konnten mich braune Pflanzenmilchschokoladen aber nicht überzeugen, also habe ich begonnen, auf anderen Gebieten weiter zu schauen. Wenn schwarze Schokolade nicht "schwarz und legga" sein kann, dann vielleicht schwarze mit Motto? Eine Auswahl.


 photo broumlnstedt-schokolade_zps931d4a11.jpg

Orangenschale, Chili, Vollnuss, Kaffee.

Die Idee dahinter ist, den Geschmack der schwarzen Schokolade zu mildern und mithilfe von Füllstoffen ein Kollektiv des Genusses zu bilden. Das ist wie langweilige Salzbrezeln mit langweiliger Schokolade überziehen und ein extrem interessantes Endergebnis zu erlangen, das einfach glücklich und süchtig macht.

Orangenschale:
Von Albert Heijn mit 10%, von Netto mit 6%. Von Netto zudem mit minderwertigerer Schokolade. Die AH-Schokolade schafft eine Vollkommenheit, sie schmeckt durchkomponiert. Dagegen schmeckt man bei Netto "Nachmache und Discounter" heraus, die Orangenschale kann einfach nicht gegen die dummerweise nicht besonders gute schwarze Schokolade anstinken.
Die AH-Schokolade hat allerdings ein Beschaffungsproblem: Es gibt sie nur in Holland.
Ob sie den Suchtfaktor stillen kann, weiß ich leider nicht, aber sie ist wirklich außerordentlich lecker.

Chili:
Diese Schokolade heißt treffenderweise "Björnsted", ich würde daraus "Brönstedt" machen, denn das ist es, was ich dort schmecke. Die Eigenschaften von Brönstedt-Säuren, vor allem der Essigsäure. Viel zu sauer, störende Scharfnote, die sofort ins Saure überschwappt, bitter... erwähnte ich sauer?
Schokolade und Chili passt für mich genau so gut zusammen wie ein persistenter Gletscher in einen aktiven Vulkan oder Maggi Fix für Senfeier und Johann Lafer. Ich habe die Schokolade an einen Chilischokoladenfreund weiter verschenkt.

Vollnuss:
Es ist extrem schwierig, eine ohne Butterfett zu bekommen, weil die Firmen so geil auf das verbesserte Flussverhalten durch den Einsatz von Butterfett sind. Ich muss das so ausdrücken, denn es frustriert mich. Das führt wiederum zu einem Beschaffungsproblem, denn auch Real ist nicht gerade in meinem Einkaufsradius. Aber das ist machbarer als eben mal nach Holland fahren. Die Nüsse in der Schokolade schwächen die Bitterschokolade ab und bringen eine gewisse "Cremigkeit" hinein, auch wenn sie hart sind und im Mund splittern beim Zerkauen. Es ist deutlich besser als ohne Nüsse, aber richtig gut wird diese Schokolade erst, wenn man sie mit 50% Salzstangen zusammen in den Mund steckt. Ansonsten liegt sie mehr ungenutzt im Schrank herum.

Kaffee:
Schokolade, schwarz und legga - mag ich nicht
Kaffee, schwarz und legga - mag ich nicht
Schwarze Schokolade mit schwarzem Kaffee: Sehr legga!
Aber nix für abens, denn dann sitze ich aufrecht im Bett und kann nicht einschlafen. Komischerweise schmeckt diese Schokolade herausragend gut und bekommt zusammen mit der AH-Schokolade die Bestnote für bisher probierte Bitterschokoladen. Aber eben auch hier Anwendungsprobleme und daher keine Testergebnisse zur Suchtstillung vorhanden.


Mein derzeitiges Fazit ist: Man lebt nur einmal und sollte sich das Leben so schön wie möglich gestalten. Demnach kaufe ich für die Schokosucht und den Genuss weiter Milchschokolade, aber die Orangen- und Kaffeeschokolade werden bei mir nun auch öfter zu Gast sein. Unabhängig von der veganen Sache sind das nämlich sehr gelungene Schokoladen.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Vegane Milchschokolade Versuch Nr. 2

Die Neugier siegt. Und ich starte nach der herben Enttäuschung einen weiteren Versuch mit veganer Milchschokolade.


Photobucket

Diesmal Fairtrade-Bio-glutenfrei und mit gelbem Punkt. Das Produkt stammt aus den Niederlanden und nach der letzten Sandorgie war mir das auch sehr wichtig, die korrekte Nation zu kaufen. Gekostet haben diese 100g stolze 2.99€.

Statt sojamilch ist hier Reismilch enthalten. Und wenn man genau hinliest, steht da "Chocolate Couverture". Kuvertüre ist keine Genussschokolade, sondern mehr eine Grundmasse, die man einfacher schmelzen kann. Sie ist sehr dankbar, wenn man in der hemischen Küche Pralinen herstellen will oder einen anständigen Schokoüberzug auf dem Kuchen haben möchte. Aber so zum essen ist das meistens nichts, sie ist auf der Zunge eigentlich viel zu fettig und nicht süß genug dabei.

Ich fragte also im Laden spezifisch nach und man versichterte mir auf merhfach verschieden formulierte Fragen und Definition, was ich nicht haben will, dass dieses Wort auf der Tafel nur eine Übersetzung aus dem Französischen sei und das sehr wohl eine vollendete Genussschokolade sei. Und dass man damit auch keine hemischen Pralinen machen könne.

Die Realität sieht leider anders aus. Diese Schokolade ist das genaue Gegenteil von der australischen Katastrophe: Sie ist zu wenig süß, sie schmilz zu hoch (bleibt auf der Zunge lange ein ungeschmolzener Klotz), ist sehr homogen und kein bisschen sandig, hat keinen Sonderunterton wie das bohnige. Sie ist auch deutlich kakaoartiger als das australische Zeug.

Aber ein wirklicher Genuss, der den Preis rechtfertigen würde, ist es trotzdem nicht. Letztendlich ist sie auch nicht korrekt durchkomponiert, sie hat sogar ein bisschen was von Plastik dadurch, dass sie eine so perfekte Glattheit hat und erst so spät schmilzt.
Und das mit dem Kakao passt immer noch nicht. Der Kakao kann sich nicht gut durchsetzen, er ist ziemlich charakterlos. Und er stört sich mit der Reissüße der Reismilch, die beiden passen nicht gut zusammen. Die Reissüße ist rosa-kawaii-juppididai... Und eine korrekt durchkomponierte Schokolade braucht die gewisse Bitternote und dagegen eine leichte, aber zurückhaltende Süße von klassischer Saccharose, insgesamt ist das mehr cool, dadurch, dass die Bitterheit erhalten bleibt.
Ich kann mir diese Schokolade als weiche Masse in einem Klebreismehlbällchen vorstellen, das ein wenig rosa eingefärbt ist. Aber sie ist nichts für meinen anspruchsvollen Gaumen, er lehnt sogar ab, sie als Schokolade gelten zu lassen. Sie "funktioniert" also nicht.

Muss ich jetzt Schokoladenwissenschaftler werden und die perfekte vegane Milchschokolade für herbe Liebhaber zu kreieren? Ich halte dieses Feld für nicht gerade gewinnbringend. Zu allererst muss ich die Milchsubvention auslöschen, erst dann bekommt man so vielleicht ausreichend Ertrag rein, wenn mein Produkt dann interessant werden kann auch für Leute, die nicht vegan leben.
Aber eigentlich möchte ich lieber funktionelles Plastik verkaufen oder Dinge, die ich selber niemals verwenden würde.


Oh, ganz vergessen, die Reiskuvertüre hat sogar Glanz! Nicht ganz so viel wie Schokolade, aber deutlich mehr als die australische Katastrophe:


Photobucket


Eine Chance würde ich noch geben. Aber nur eine, und zwar einer sojahaltigen (weil der Sojacharakter awesome war) mit superguten Bewertungen, in denen das Wort "Bitter" auftaucht.

Sonntag, 23. September 2012

Milchfreie Milchschokolade

Wenn man mich danach fragt, welches das geschmacklich wichtigste Lebensmittel für mich ist, so würde ich Milchschokolade antworten. Das ist natürlich ein Problem, wenn man auf vegan umstellen möchte und auch das größte Problem. Ich kann eigentlich alles relativ stressfrei umstellen, aber der Verzicht auf Milchschokolade wirft mich in ein tiefes Loch der Lebensunfreude.

Die erste Möglichkeit ist natürlich, auf Zartbitter umzusteigen. Aber die "funktioniert" nicht, die ist einfach nur nett. Die ist sehr bitter und heftig, da mir Schokoladen mit 70% Kakao und weniger nicht schmecken. Also hab 75% gehts überhaupt erst los. Die ist nicht lieblich, süß, cremig, zart...
Die ist spannend, charakterstark, heftig!
Und entspannt einfach nicht.

Es ist also ein spannendes Feld für mich, pflanzliche Milch in Milchschokoladen auszuprobieren. Bisher schreckten mich die Preise ab, 3€ für eine Schokolade mit schlechten Kritiken, wo ich für 1.80€ meine Lieblings-Qualmilchschokolade zum gleichen Gewicht bekomme. Die Aktivierungsenergie ist ziemlich hoch.

Den Anfang macht jetzt eine Schokolade für 2.20€ aus Australien. Das habe ich leider zu spät gelesen, dann hätte ich sie nicht gekauft. Ich brauche Schokolade aus Deutschland, Schweiz, Benelux oder Frankreich.

Aber erst mal ein Foto zum Einstimmen.

Photobucket

"Sweet William" ist die Marke, die man auf meinem Foto nicht lesen kann.

Wir starten beim ersten Problem, dem Länderproblem. Der signifikante Unterschied ist die Conchierzeit, die in meinem Land deutlich länger ist als in England, USA, Australien oder Japan. Das macht die Kakaoteilchen deutlich kleiner und lässt sie sich besser mit den anderen Bestandteilen verbinden, was den unglaublich sanften, zarten Schmelz ausmacht, eine sehr hohe Homogenität.
Weniger lang conchierte Schokoladen entfalten ihr Aroma weniger stark und schmecken sandig auf der Zunge.
Diese Schokolade schmeckt sandig und kaum nach typischer Schokolade.

Zweites Problem: Die Süße.
Wie an meiner deutschen Sprache zu sehen ist, komme ich aus Europa und dort isst man nicht so heftig süß wie in den USA. Diese Schokolade wiegt all das, wo der Kakaogeschmack fehlt, mit Zucker auf. Die Süße entspricht weder meinen Gewohnheiten, noch meinem Geschmack.

Tatsache Nr. 3: Dies ist kein Problem an sich, aber ein von der Schokolade ungelöstes Problem. Die Sojamilch schmeckt ziemlich bohnig-sojalastig. Neben dem sandigen Kratzen auf der Zunge und der derben Süße verliert sich das Spannende durch das Soja aber und wirkt sehr deplatziert. Der Sojageschmack ist gar nicht schlecht, er hat eine Menge Potential. Aber alles, was dieses Potential ausschöpfen könnte, wurde falsch gemacht.

Ich wurde gewarnt, dass weniger conchierte Schokoladen für uns nach billigem Zuckersand schmecken, aber dass es SO schlimm sein würde, wagte ich nicht zu denken.

Und etwas, das mich auch nervt:

Photobucket

Ist das nicht ein herrlicher Glanz? Ja eben. Die Schokolade glänzt ungefär so wie ein schwarzer Körper, nämlich gar nicht. Und auch vom Geruch aus der Packung macht die billige Aldischokolade einen besseren Eindruck.


Ich hatte immer Bedenken, aber ob ich mich zu einem weiteren Test aufraffen kann, weiß ich noch nicht. Aber wenn, dann aus dem gut conchierten Raum. Gute Kritiken bekam die "Leckerlade", aber die ist schnell vom Erdboden verschluckt worden, damit fällt die wieder aus.

Samstag, 14. Juli 2012

Tortencreme und Mousse au Chocolat

Mit der Soyatoo Sojasahne habe ich mal ein Rezept gefunden, welches Mousse au Chocolat beschreibt. Das sah dann so bei mir aus:


Photobucket

Raumtemperiert ist es mehr eine matschige Dessertcreme, die sich auch als Tortencreme gut eignen könnte. Gekühlt wird sie dann aber tatsächlich zur Mousse. Das ist ziemlich cool, weil das Rezept so einfach und gelingsicher ist. Ich habe früher sicher 5 mal versucht, eine Ei-Sahne-Mousse traditionell zu machen und immer ging was in die Hose. Dazu noch ewig viel Abwasch, sehr viel Aufwand...

Meine Angaben:

200 g Sojasahne
100 - 150 g Zartbitterschokolade
2 EL Puderzucker
1 Priese NaCl
1 Tütchen Sahnesteif
1 priese Vanille

eventuell: bis zu 5 EL Kakao

Schokolade hacken und schmelzen im Wasserbad. Rest zusammen aufschlagen, dann flüssige und schon etwas erkaltete Schokolade eingießen und verrühren. Wenn die Mousse immer noch zu sehr nach Anfänger schmeckt, dann Kakao reinrühren, das lässt sie bitterer werden.


Quelle:

http://veganpassion.blogspot.de/2010/05/mousse-au-chocolat.html