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Sonntag, 20. Januar 2019

Essens Monatsplan

Es gibt gewisse Dinge, die habe ich nicht von meinen Eltern übernehmen können, weil sie mir zu stressig waren. Ich habe dann stattdessen einen anderen Weg eingeschlagen, der besser für mich passte. Das eine ist "modisch sein", das kann ich nicht. Ich kaufe so selten wie möglich Klamotten und was ich kaufe muss blind kombinierbar immer anständig aussehen. Keine Outfitfragen, das macht mich nur krank.
Das andere ist täglich einkaufen und täglich kochen. Auch das kann ich so nicht übernehmen, da es mir zu stressig ist. Allerdings habe ich mit meinem Alternativplan noch viel mehr Vorteile feststellen können, die sehr hilfreich sind und die ich jetzt vorstellen möchte. Vielleicht lösen sie auch Probleme, vor denen du täglich stehst?

Die Probleme sind: Stress, Zeitverlust, Stress beim Einkaufen, Ratlosigkeit in der Essensauswahl, schlecht werdendes Essen in Lagerhaltung und Reste im Kühlschrank, zu groß werdende Lagerhaltung, Überblick verloren...

Mein System, das viele diese Probleme lindert heißt: Strenges Vorplanen für viele Wochen.

Uff... Das klingt jetzt aber erst mal noch anstrengender und irgendwie starr, oder? Letztendlich soll diese Starrheit aber Platz im Kopf schaffen. Man überlegt sich 1x im Monat: Was will ich essen? Was hab ich rumstehen, was dringend weg muss? Welches Kochbuch möchte ich mal wieder umsetzen?
Und dann wird der Monatsplan geschrieben.

***klick für größere Ansicht***

Ich esse mittags auf der Arbeit warm und zu Abend noch eine Scheibe Brot. Das heißt, ich koche 2x in der Woche für die Arbeit und am Wochenende entscheiden wir derzeit noch spontan was gemacht werden soll.
Mit Bleistift trage ich den Plan ein und schreibe es mit grün nach, wenn es erledigt ist. Abweichungen werden dann für den nächsten freien Platz nachgetragen. Beispielsweise ging es mir in der zweiten Jahreswoche nicht gut, so habe ich eine Quiche mit Sauerkraut nicht gemacht, weil ich beim bloßen Anblick von Mehl Rückenschmerzen bekam. Der Zeitaufwand war zu hoch. Die Quiche ist jetzt in den Februar verschoben worden. Zum Glück entstanden dabei keine Reste frischer Zutaten.

Ich koche Beispielsweise am Montag abend eine doppelte Portion. Am 21.1. wäre das "Gefüllte Paprika mit Couscous" aus dem Buch Vegan Oriental, das ich unbedingt haben wollte, aber noch nie etwas daraus gekocht habe. Die kommt in Vorratsboxen aus Glas, welche ich auf der Arbeit in der Mikrowelle erwärme. Am Mittwoch Abend koche ich dann eine doppelte Portion "Börek mit Kürbis und Sojajoghurt" und so weiter.
Am Montag ist Mittagsclub, sozial gesehen macht es Sinn, einmal in der Woche mit den Kollegen essen zu gehen.

Ich weiß also schon 4 Wochen im Voraus, was ich esse. Ich muss dadurch nur 1x in 4 Wochen darüber nachdenken, was ich esse und kann mich den Rest des Monats mit anderen Dingen beschäftigen. 

Ich muss nur 1x in der Woche einkaufen. Das bedeutet auch, dass ich nur 1x in der Woche Stress beim Einkaufen habe (ich kaufe nicht gerne ein) und auch nur 1x in der Woche Gefahr laufe "och, das könnte man noch mitnehmen"-Überflüssigkeiten zu holen. Man spart Zeit, Geld, Platz in den Küchenschränken und Benzin. 

Der schlimmste Stress taucht bei mir auf, wenn ich im Laden stehe und mir dort überlegen muss, was ich essen soll. Das ist dann meistens der Zeitpunkt, an dem ich verzweifelt zu irgendeiner Fertigware greife und grummelig nach Hause fahre. Besonders gesund ist das natürlich nicht. Und seinen Vorrat hat man dabei auch nicht im Blick. Was ist mit den Kapern, die ich schon seit 2 Monaten habe, wie brauche ich das Maismehl auf, wann kommt die halbe Flasche Rotwein in den Kochtopf, die noch im Kühlschrank steht? Und was ist mit dem Kürbis, der dekorativ auf dem Wohnzimmertisch hockt? 
Das habe ich im Blick, wenn ich zu Hause meinen Plan mache. Und was sonst noch so da ist, kann ich anhand des Plans für die jeweilige Woche mit meinem Einkaufszettel abgleichen. 

Ich mache das jetzt seit fast einem Jahr und muss feststellen, dass es mir sehr viel Halt und innere Ruhe gibt. Es spart unglaublich viel Geld und es führt zu sehr wenig Problemen in der Lagerhaltung. Früher habe ich viel mehr Spontankäufe einfach so mitgenommen, weil man könnte ja wieder mal. Aber das muss man dann eben auch im Auge behalten und planen. 
Natürlich kann man so keine Sonderangebote mit einplanen. Jedoch muss man das in Deutschland auch nicht, da unsere Lebensmittel generell so billig sind, dass man sehr viel sparen kann alleine durch die Zusammenstellung der Rezepte. Es muss nicht immer das Premium Sojageschnetzelte sein, wenn man eine Tüte Bohnen oder Linsen für die Hälfte bekommt und viel länger damit auskommt. Mit günstigen Dingen abzuwechseln macht im Endeffekt eine kreative, gesunde Mischung. 
Letztendlich spart man so tatsächlich mehr, als wenn man Sonderangeboten hinterher rennt und im Endeffekt irgendwie doch mehr Geld hingeblättert hat, weil das günstige Sonderangebot trotzdem teurer ist als generell preiswerte Alternativen einzustreuen. 
Anderes Beispiel: Paprika ist ein relativ kostenintensives Gemüse. Kohl dagegen kann sehr günstig sein, muss aber nicht. Wenn man das etwas im Blick hat, wo der Kohl preisstabil ist, kann man damit spielen. Außerdem ist der Kohl meistens größer als die Paprika, da gibts wieder mehr Menge fürs Geld. Und die verschiedenen Kohlarten sind verschieden teuer.


Vielleicht probierst du es ja mal aus. Ich habe so jedenfalls einen großen Ruhepol gefunden.

Mittwoch, 15. August 2018

Dörrobstmotten und Schädlingsprävention

In meiner Jugend hatten wir eine Käferinvasion in der Küche. Seitdem belächel ich die Wut, alles akribisch einzudosen nicht mehr, sondern empfinde sie als höchst sinnvoll. Die Larven der Käfer hatten sogar meine Schokolade infiziert, das war nicht witzig.

In meiner eigenen Küche war mir die klassische Plastikdosenmarke meiner Mutter natürlich zu teuer und generell war das auch alles zu anstrengend. Bis ich eines Tages einen Kokon an der Roggenmehltüte fand. Nach kurzer Recherche entschied ich mich für ein schwedisches Plastikdosensystem und hatte da drin auch schon 2x Käferplage - die blieb aber immer brav in ihrer Dose und konnte nichte weiter infizieren. Ich war zu 50% durchgedost, der Rest war in mit Clips verschlossenen Plastikbeuteln. Bis zu dem Tag der Raupe. .... DÖDÖÖÖÖM...

Ich glaube, es begann damit, dass ich komische dreckige Fäden in einer Mandeltüte fand und eine tote Motte in meiner Chilimühle. Danach ging ich dem nach.
"Machs wie deine Geschwister und beiße die Plastiktüte einfach durch."

Mutter Dörrobstmotte hat es erkannt. Denn mein System war anfällig und höchst fehlerhaft: Die Raupen der Dörrobstmotte haben die Superkraft, sich durch Plastikfolie durchzubeißen und besitzen sogar zwei Bakterienstämme im Bauch, die Polyethylen verstoffwechseln können. 

Alles, was nicht in den schwedischen Dosen war, war jetzt potentiell belastet. Meine Suche führte mich durch all meine Vorräte, überall fanden sich seltsame Fäden, welche von den Raupen gesponnen wurden. Kotbröckchen, ganze lebendige Raupen, lebendige und tote Falter. Ich durchforstete meine Mandelvorräte - alle infiziert. Leinsamen, Rosinen, getrocknete Aprikosen, Reis, sogar das Naschfach war befallen und diverse Schokoladen angekaut. Neckisch schauten mich die kauenden Raupen an. 

Wo hatte das seinen Ursprung? Ich hatte sogar 2 Quellen zurückverfolgen können: Einen 4.5 kg Sack Reis und eine Tüte Nuss-Rosinenmischung.



Im Sack Reis befanden sich die meisten Raupen und diverse verstorbene Falter. Die Raupen hatten sich letztendlich von innen nach außen gebohrt und ließen auch die adulten Falter raus, um überall in meiner Küche ihre Eier abzulegen. 


Ganz Forschergeist fing ich ein paar Raupen ein und sperrte sie zum Beobachten und lernen in eine Dose mit genug Futter. Die Kleinen haben die Angewohnheit, nach oben zu laufen. In der Tat fand ich sehr viele an der Decke, immer wieder las ich Raupen an der Küchendecke auf und auch Falter in der gesamten Wohnung. Nachdem die Raupen groß genug sind, suchen sie etwas entfernt vom Futter interessante Verpuppungsplätze auf. Das sind in Wohnungssprache: Hinter den Küchenschränken, unter der Lampenverkleidung und hinter Bilderrahmen. Heißt aber auch, wenn man seine ganze Wohnung zu 100% Raupensicher gemacht hat, findet man die Falter noch bis zu 6 Monate danach regelmäßig an der Decke. Die sind zum Glück träge und lassen sich einfach fangen. Direkt an der Decke breit schlagen ist keine gute Idee, das Falterpulver ruiniert die Tapete. 

Ich habe breiten Zugriff zu allerhand Bioziden, aber ich habe mich dagegen entschieden. Generell aber eine Übersicht, wie Biozide gegen diese Insekten funktionieren: 

Gegen die Falter gibt es Kontaktgift, welches auf die Oberflächen aufgetragen wird, auf die sie sich vorzugsweise setzen. Sie nehmen es mit den Beinen auf und innerhalb weniger Minuten legt es das Nervensystem lahm, die Tiere fallen von der Decke und verenden. Problem bei diesen Motten: Sie setzen sich überall hin, man braucht also sehr viel Gift. In der eigenen Wohnung ist die ganze Decke mit Permethrin und Ähnlichem einzustreichen nicht nur aufwändig, sondern auch dem Wohnklima absolut nicht zuträglich.

Gegen die Raupen wirkt ein Chitinsynthesehemmer, welcher im Idealfall mit einem Kontaktgift kombiniert ist. Die Raupen können sich so nicht zu Motten entwickeln. Dieses Gift muss dann aber auch wieder überall hin, wo die Raupen sind. Also innerhalb der Küchenschränke und außen an die Dosen. Gift mit Lebensmittelkontakt? Halte ich auch hier dem Wohnklima nicht für zuträglich.

Mottenfallen über Pheromone fangen nur einen kleinen Teil der fertigen Motten und bekämpfen die Raupen nicht. Die sind als Qualitätskontrolle nett, aber nicht wirksam und können im schlimmsten Fall sogar neue Motten von draußen anlocken.

Ich habe mich daher für das Aushungern entschieden. Alles sicher verpacken! 



Das bedeutet, alles, was irgendwie trocken ist, in Gläser und verlässliche sehr dicke Plastiksysteme zu sperren. Dabei habe ich gemerkt, dass das abgebildete schwedische Plastiksystem nur eine Verlässlichkeitsrate von 95% hat. Die Glassysteme auf den Fotos hatten bisher eine Sicherheit von 100%. Was passiert? Die Schütte der Plastikboxen wird durch eine Gummilippe versiegelt. Besonders junge kleine feine Raupen können dazwischen kriechen und anfangen an der Gummilippe zu kauen. Damit erhalten sie Eintritt und vernichteten so meinen Leinsamenvorrat.

Aber ich habe auch gemerkt, dass das akribische Einglasen aller Dinge im Haushalt einen schönen Nebeneffekt hat, der mir sehr gut gefällt: Keine Boxen in Ecken mehr mit chaotisch eingefüllten Tüten, welche man kaum mehr zuordnen kann. Jedes Lebensmittel hat seinen Platz. Was keinen Platz hat, muss sofort gegessen werden und verstopft die Küche nicht. So bekomme ich seit dem Mottenausbruch nachhaltig meine Vorräte in den Griff, den totalen Durchblick und auch meine Süßigkeiten sind perfekt geordnet und davor sicher, Überhand zu nehmen.



Und was ist eigentlich mit den infizierten Lebensmitteln passiert? Die Raupen verschmutzen die Lebensmittel leider sehr nachhaltig. Einige Mehle habe ich gesiebt, denn die Raupenfäden bilden Klumpen und lassen sich so abtrennen. Ich habe darauf geachtet, keinem Besuch infizierte Waren zu geben, das habe ich dann schon selbst gegessen. Die Mandeln waren leider komplett zerstört, die habe ich entsorgt. Auch die Leinsamen waren so heftig verschmutzt, dass nichts mehr ging. Den Reis habe ich zu 50% sortiert und nach dem Aussortieren von gefühlt 100 Raupen (es waren aber mindestens 50) im Gefrierfach abgetötet und gegessen. Lebensmittelverschwendung kann ich nicht leiden, aber zu starke Verschmutzung muss man als Mikrobiologe leider auch einmal so betrachten: Die Tiere züchten allerhand Keimsorten in ihrem Bauch, von denen ich nicht ausgehen muss, dass sie mir bekommen. Daher muss ich auch nicht davon ausgehen, dass sie sich als Lebensmittelzusatz eignen. In anderen Ländern werden Insekten zwar gegessen, aber in anderen Ländern können die Einwohner normal ihr Leitungswasser trinken und dabei passiert nichts. Tu ich das als Europäer, bekomme ich Montesumas Rache und sitze mindestens 5 Tage auf der Toilette fest.


Schutz vor Schädlingen ist wichtig, denn die versauen einem nicht nur das Essen, sondern auch nachhaltig die Laune. Sie fangen an einen zu zermürben. Man fängt an von ihnen zu träumen. Auch nach Monaten findet man immer wieder Falter und möchte langsam nur noch weinen. Daher rate ich dringend dazu: Tut es wie Muttern und verstaut alles spießig in Vorratsbehältern. Und vor allem in welchen, die auch wirklich dicht sind, testet die auf Herz und Nieren.
Lasst euch nicht von den Motten beherrschen. Es kann jeden treffen.

Dienstag, 8. August 2017

Essen in Brasilien

Ich musste geschäftlich nach Brasilien für 1.5 Wochen. Zunächst die Panik: Ich werde verhungern! Das Essen in Brasilien ist vor allem geprägt durch das große Angebot von verschieden zubereitetem Rindfleisch. Und in Frankreich hatte ich damit schon Probleme.
Als ich da war dann allerdings Entwarnung, es gab genug für mich! So viel, dass ich Tage später immer noch nur Miniportionen esse, weil ich mich SO vollgefressen habe.

Mittags gab es vor allem Buffet nach brasilianischer Art. Das ist ideal, so kann ich mir relativ einfach auch ohne die Worte zu kennen, etwas Fleischloses zusammenstellen. Außerhalb des brasilianischen Buffets gibt es noch typische Gerichte a la carte oder es wird Pizza angeboten. Wer etwas auf sich hält, isst Sushi oder andere japanische Gerichte mit brasilianischer Interpretation. So einen großen Multikulti an Essen wie in Deutschland findet man dort nicht, was mir aber auch gut passte, denn so hatte ich genug Gelegenheiten, die Landesküche zu begutachten.

Ich war im Bundesstaat Rio Grande do Sul, vor allem um Porto Alegre herum.




Mein Frühstück im ersten Hotel. Papaya, Bananen und Mangos schmecken am Erzeugungsort natürlich deutlich besser. Ich fand Papaya immer öde, aber dort kann man die echt gut essen.



Teller vom Buffet. Es gibt stets eine riesige Salatauswahl mit vielen Blattsalaten, aber auch immer Brokkoli, Dinge wie Oliven und fertig gemischte Salate wie Majo-Kartoffelsalat, irgendwelche Mischungen mit Dressing etc.
Dazu immer stets auch direkt im Salatabteil die Früchte. Und das linke Zeug ist ein Vollkorngetreide gehäxelt, ähnlich wie Bulgutsalat, aber kräftiger im Geschmack und mit Schale.
Das schwarze ist gekochte schwarze Bohnen, die gabs auch immer. Im Supermarkt gibt es auch endlich mal seriöse Tüten von Bohnen, sowas wie 2 kg Säcke und nicht diese 500 g Hungertüten wie in Deutschland.



Von einem anderen Buffet. Wieder Blattsalat, Früchte, Bohnen. Der Reis war auch fabelhaft. Die "Riesenpommes" sind polenta fritta, denen bin ich total verfallen.



Das ist im Boteco in Porto Alegre, einer Coctailbar, in der man auch essen konnte. Ich hatte nur einen Teller polenta fritta geordert und selbst der war zu viel für mich. In Brasilien gibt es nur anständige Portionen, oftmals schaffe ich die nur zu zweit oder zu dritt. Mit meinem Kollegen hab ich mir oft was geteilt.

Die polenta fritta sind auch etwas, das ich richtig toll fand und nach Möglichkeit jeden Tag gegessen hab. Außen knusprig, innen weich und schön grob die Struktur, richtig toll.

Nicht fotografiert, aber davon berichten: Palmherzen. Das habe ich zuerst für weißen Rhabarber gehalten. Die Struktur stimmt ziemlich damit überein und der Geschmack ist wie Rhabarber, der sich erst spät überlegt hat, überhaupt Geschmack zu haben. Ja, das ist dann nicht viel, aber irgendwie hatte es noch einen zarten Eigengeschmack und war einfach mal was Tolles anderes.

Dann noch: Pimento Biquinho, ein südamerikanischer Pfeffer von der Größe von Cherrytomaten. Der ist nur zart scharf, wenn überhaupt und meistens sauer eingelegt. Er hat aber dieses Aroma von Pfeffer, während er gemüsig-tomatig ist. Ich hab mir davon immer ordentlich auf den Salat gehauen, auch wenn auf den Bildern jetzt nicht vorhanden. Wahrscheinlich schon weggegessen.

Maniok Bubbels: Das war ein Nachtisch, in dem Maniok Kugeln in Wein aufgekocht wurden, zusammen mit Zucker. Die Konsistenz ist eigentlich nicht so meines, aber der Geschmack war mal was ganz anderes. Den richtigen Namen finde ich leider nicht.

Guavenmarmelade: Hmmm!

Minztee mit stark gechlortem Wasser: Eine Spezialität, die geschmacklich sogar harmoniert. Freiwillig trinke ich das trotzdem kein zweites Mal.

Ananas mit Zimt gegrillt kann ich auch empfehlen. Generell gab es oft Zimt wo drauf, als Zimtfan kam mir das sehr recht.


Die schwarzen Bohnen und die Reisgerichte muss ich jedenfalls in meine Küche übernehmen. Das wird in meiner Küche dann wahrscheinlich total fad und öde, weil die brasilianische Umgebung fehlt. Aber so hoffe ich, meinen Verlustschmerz etwas dämpfen zu können.

Sonntag, 23. September 2012

Kommentare im Internet...

Im Twitter habe ich VeBu aboniert, wodurch ich mit Studien und Artikeln versorgt werden. Heute verlinkten sie ein Konzept eines Schweizers zur Umgestaltung einer Mensa.

http://www.blick.ch/news/schweiz/basel/studenten-fordern-fleischverbot-fuer-uni-mensa-id2034879.html

Ui, cool, plötzlich alles essen können....!
Nein, gar nicht cool. Wo ist da die Selbstbestimmung? Wenn ich mir vorstelle, dass es in meiner Mensa nur noch fleischhaltige Eintopfgerichte gäbe, wo man dem Fleisch also keineswegs entfliehen könnte, würde ich über Vandalismus nachdenken und in diesem Nachdenken dann diverse Briefe ans Präsidium und an den Mensabeauftragten senden. Für Vandalismus bin ich zu friedfertig, in meinem Kopf findet er aber dennoch statt.

Und genau so stelle ich es mir auch vor, wenn mein Kollege P., der panische Angst vor Menüs ohne Fleisch hat, plötzlich vegetarisch essen soll. Im Gegensatz zu mir ist er ein sehr lauter Mensch und sein Pöbeln würde bis zur Stadtgrenze hörbar sein. Und das zu Recht.

Es wäre eine sinnvolle Angelegenheit, wenn fleischhaltige Gerichte nur noch im Culinarium angeboten werden würden. Meine Mensa ist so aufgebaut:
A - Pasta und Alternativ (Alternativ ist immer mindestens vegetarisch und eben sehr alternativ mit komischen Zusammenstellungen - aber deswegen auch mein liebstes Angebot)
B - Mindestens 1 fleischloses Gericht und 2-3 fleischliche
Culinarium - Teurer, aber deutlich hochwertiger, 1 veg, 2 fleisch

Das Culinarium ist in der Lage, das Fleisch als Solches mehr zu würdigen und es ins passende Licht zu rücken. Und genau das durch den höheren Preis auch dem Konsumenten aufzubürden. Natürlich murren einige dann und zahlen trotzdem, stopfen sich dann unreflektiert voll. Aber wenigens murren sie, was sie bei Aufgabe B nicht täten.

Aber eigentlich möchte ich gar nicht über die Vegetarisierung von Mensen reden, sondern über Kommentare von dahergelaufenen Menschen im Internet, die direkt zeigen, wie unreflektiert sie sich vollstopfen.

Mein Liebling ist da Stefan Meury, der schrieb:
Mal eine Frage in den Raum gestellt... wo liegen denn die grossen Felder auf denen das Soya gedeiht für die Vegi-Schnitzel??? weit weg von der Schweiz irgendwo im Hinterland wo tausende Quadratmeter Regenwald dafür gerodet werden. Aber wen kümmert denn das... Hauptsache wieder in die Opferlamm-Rolle der Minderheit gestürzt und sein Konterfei in einer Zeitung präsentiert... bravo...

Nun, wo liegen denn die großen Felder, die zum Anbau des Sojas, welches als Kraftfutter für die Fleischproduktion benötigt wird? Genau auf jenem Regenwald. Die meisten deutschen Tofuangebote hingegen sind absolute Ladenhüter, wenn sie nicht regenwaldfrei sind und kein Biosiegel tragen. Ich muss sagen, darauf achte ich ebenso. Das Tofu aus dem Asialaden kaufe ich nicht.

Den wenigsten Fleischkonsumenten scheint wirklich bewusst zu sein, dass sie die größten Sojakonsumenten sind und nicht die Tofuesser. Nur eben in zweiter Reihe und das macht es so schlimm: Wenn ich 200g Tofu esse, dann muss ich ganz schön stopfen und nachschieben, damit ich das auch wirklich schaffe. Bei Grillveranstaltungen oftmals ein Problem. 200g Fleisch war aber nie ein Problem für mich, ich habe auch 300 geschafft, ohne zu japsen. Nun esse ich aber ungesehen bei 200g Fleisch ungefär 1500 bis 2000g Soja mit. Bei Hühnchen funktioniert die Rechnung natürlich nicht, aber "Hühnchen ist ja auch kein Fleisch" [Studienkollege, männlich].
Oder auf weiblicher Seite vor einigen Jahren:
"Blabla und das ist mit Lauch und das ist mit Fleisch und das-"
Gast: "Oh nein! Ich esse doch gar kein Fleisch!"
Ich: "Was? Ich habe doch extra vorher gefragt und niemand gab an, kein Hühnchen zu essen!"
Gast: "Ach Hühnchen? Hühnchen ist ok."


Ich bin jetzt kein Landwirt, aber ich halte die Aussage von Tanner B. auch für schon an die 100 Jahre überholt:
Alles klar. Aber ohne Mist wächst auch kein Gemüse

Im Zuge der Industrialisierung war es schon schnell nicht mehr möglich, den Düngebedarf nur durch Tierkot zu decken. Es wurden also künstliche Düngemittel entworfen, die vor allem aus Chilesalpeter bestanden. Durch eine Blockade im ersten Weltkrieg wurde Deutschland vom Chilesalpeter abgeschottet und hatte somit kein Düngemittel mehr. Aber auch die Farbe für Uniformen musste irgendwo herkommen und so erfanden Haber und Bosch ein Verfahren, das aus Wasserstoff und Stickstoff aus der Luft Amoniak herstellt, woraus man Salpeter machen konnte.
So alt ist dieses Problem schon. Tiermist ist seit der Industrialisierung nicht notwendig zur Gemüseherstellung und "vegane Landwirtschaft" ist ein existenter Begriff.

Dass das Wissen von vor der Industrialisierung noch in den Köpfen steckt, ist bezeichnend.


Das Internet ist immer so spannend! Da können die Leute in der Schweiz pöbeln und ich höre es hier oben. Früher blieb so etwas im Stammtisch in der Kneipe.

Mittwoch, 12. September 2012

Essen in Frankreich

Vergangene Woche war ich im Land des Guten Essens.
So sagt man jedenfalls. Für mich war es das Land des carnivoren Essens und der biologischen Ignoranz.

Frankreich hat unglaublich viele Spezialitäten, wenn wir vom Baguette einmal absehen: Croissant, Meringue, Camembert, Froschschenkel, Macarons, Quiche, Crêpe...
Aber alle diese Sachen haben gemeinsam, dass sie tierisch sind. Und das nicht nur als Hilfsstoffe, sondern eigentlich zum Großteil tierisch. Zudem, wenn man sich die verschiedenen klassischen Gänge eines Menüs anschaut oder den Anteil, den totes Tier auf dem Teller ausmacht, ist das gigantisch.

Es war unglaublich schwierig, im Restaurant etwas zu finden. Letztendlich entschied ich mich für einen griechischen Salat mit Schafskäse und gegriller Paprika, wobei die Paprika sehr nach Schweineschmalz schmeckte und ich sie nicht runter bekam (da kann ich gleich im Labor die Aminflaschen leer trinken).

In der Mensa konnte man bei der Anmeldung extra angeben im Feld "Gebrechen und Krankheiten", dass man Vegetarier ist. Vegetarisch reicht mir auf Reisen, Vegan ist dann halt meine eigene Küche. Ich holte mein bestes Französisch raus und erklärte der Mensadame, die die Teller auffüllte "Je suis vegetarien", worauf ein "Ah oui le poisson!" kam. Poisson ist der Fisch... Also irgendwas hat sie da nicht verstanden. Sind Fische jetzt Pflanzen, Eier, Pilze oder Milch? Nein, Fische sind Fische, die schreien nicht, wenn man sie tötet und deswegen sind sie vegetarisch. Ich machte ihr klar, dass ich keinen Fisch will und nur Gemüse und Stärkebeilage haben möchte.

Am nächsten Tag kam das Gleiche nochmal, da war ich schon vorbereitet. Leider bekam ich einen mordsmäßig großen Klecks von der gelb-grünen Pampe auf den Teller. Leicht gestockter Eierbrei. Ich nahm davon homöopathische Mengen als Nudelsoße und ließ den Rest übrig. Eier schmecken einfach zu sehr nach Schwefelwasserstoff, da fehlt der Genuss.

Auf dem Conference Dinner am Abend gab es zuerst Baguette, dann winzige Mengen als Bulgursalat und dann der Traum eines jeden Veganers: Nur noch Fleisch OHNE jegliche Beilagen. Nichtmal Salatdeko. Nur Fleisch, Fleisch, Fleisch. Gebraten, gegrillt, gegart, als Wurst, diverse Würste. Und mehr Fleisch. Dazu Fisch-spieße.
Hatte ich einen Glück, dass ich unter derber Appetitlosigkeit litt, sonst hätt ich Ärger gemacht. Schließlich hatte ich bei der Anmeldung, die auch hierfür galt, mein "Gebrechen" angegeben.

Die französischen Supermärkte sind den deutschen ziemlich ähnlich, nur ist die Wurstabteilung kleiner, die generelle Fleischabteilung größer und die Käseabteilung viel größer.

In der Mensa am Aufgang war ein Poster, worauf aufgelistet war, wieso "le boeuf", also Rindfleisch, schlecht ist. Krankheiten, Klima, fiese Tierhaltung, die ganze Abteilung. Ein winziges Poster. Oben gabs dann pro-boeuf-Poster. Und an jedem Laden gabs Werbung für supertolles boeuf. Auf Arte erfuhr ich, dass boeuf zu einer hervorragenden französischen Küche dazu gehört und Vegetarier blöde Ärsche sind, die die französische Küche beleidigen, indem sie das nicht essen wollen. Die weltbeste Küche! Mit dem Wissen fiel mir die boeuf-Propaganda natürlich um so mehr auf.


Macaron habe ich in der Vergangenheit einst versucht, selbst zu backen. Die Kekse waren damals unessbar widerlich geworden und ich fand auch niemanden, der sie mochte. Vielleicht war mein Rezept doch nicht so toll gewesen? Beim Conferece Dinner gabs dann echte französische Macaron - die genau so widerlich wie meine eigenen schmeckten. Okay, Französien, du kannst weltklasse Croissants machen, aber diese Kekse sind einfach eklig, da kann man nichts machen.

Unsere ganze Gruppe war nicht so wirklich mit dem Frühstück einverstanden. Ungesalzenes Brot, fast nur Gelee als Aufstrich... Ich fand schnell heraus, dass der Joghurt mit "Mûre" ziemlich nett war. Das ist Brombeer. Irgendwie muss man sich den Bauch vollschlagen und gegen die deutschen Brombeerjoghurts hatte der französische die Nase ganz weit vorne.
Ich glaube, um französisches Essen zu mögen, muss man einen Hang zum carnivoren haben.

Ich habe aber auch Dinge gegessen, die mir sehr gefielen.
Croissant, der Mûre-Joghurt, Feigenpaste, Baguette, getrocknete Früchte, Feigen

Wenn man nicht auf eine externe Gastronomie angewiesen ist, kann man als Veganer in Frankreich durchaus seine Lebenszeit verbringen. Ich habe sogar Tofu und fleischfreie Würstchen im Supermarkt gesehen. Ich möchte Deutschland aber weiterhin bevorzugen, gerade wegen deftigem Körnerbrot, deutlich mehr schnell erreichbaren Tofusorten, Laugengebäck und der besseren Einstellung zu Vegetariern. Man wird zwar gelegentlich angepöbelt, aber die Deutschen wissen meistens, dass ein Vegetarier keinen Fisch isst. Ich traue den meisten sogar zu, Götterspeise keinem Vegetarier anzubieten und wenn doch, ein Austauschgeliermittel verwendet zu haben.
Deutsche halten sich nicht für das beste Volk, Deutsche sind dauergeknickt, hassen ihre eigene Sprache und haben Geschichts-schuld, wo sie nur hingehen. Hier wird nicht die Küche mit dem Fleisch gegen alles verteidigt, hier wird nur seine Männlichkeit über den Fleischverzehr verteidigt.
Und nirgendwo anders außer hier gibt es die German Efficiency! Pünktlichkeit, Genauigkeit, gute Organisation. Wer sich in Deutschland über schlechte Organisation beklagt, sollte mal ins Ausland fahren.


Manchmal bereue ich den Schritt zum Vegetarier. Er ist so schlecht rückgängig zu machen, vor allem, wenns vor allem aus Genussgründen ist. Das schränkt einen in Punkto kulinarische Weltreisen doch sehr ein.

Samstag, 14. Juli 2012

Wie bekomme ich mehr Kekse auf ein Blech?

Kekse backen macht spaß! Aber immer tritt ein und dasselbe Problem auf: Die Kekse passen nicht so aufs Blech, wie man sich das vorstellt und meistens bleiben 10 - 15 Kekse übrig, die man nochmal extra backen muss. Das muss nicht sein!

Ich habe nicht um sonst das Mastermodul zur Kristallographie belegt, was einen lehrt, wie die beste Kugelpackung aussieht. Und dabei geht es nicht nur um dreidimensionale Kugelpackungen, sondern auch um zweidimensionale, was man auf Kekse anwenden kann.

Standardmäßig verteilt die typische Hausfrau die Kekse in der primitiven Packung, die Töchter übernehmen das von der Mutter und niemand denkt drüber nach, wieso man das eigentlich so macht. Genau da liegt das Problem, eigentlich sollte man das nicht so machen. Viuel besser ist es, die Kekse versetzt anzuordnen, so sind die Zwischenräume zwischen den Punkten viel besser ausgefüllt, als wenn man sie primitiv anordnet.


Photobucket

Es tut mir leid, wenn sich jetzt jemand auf den Schlips getreten fühlt. Primitiv ist der Fachausdruck aus der Kristallographie.

Und demonstriert an nichtmal-vegetarischen-Keksen von vor einiger Zeit sieht das dann so aus:


Photobucket

Sie sind ein wenig zusammengewachsen und wurden sechseckig, aber ließen sich noch gut trennen und passten unglaublich dicht aufs Blech.
Sechseckig werden sie, weil jeder Keks von 6 anderen Keksen umringt ist. In der primitiven Packung ist jeder Keks lediglich von 4 anderen Keksen direkt umringt. Warum bauen Bienen secheckige Waben? Weil es besser passt. Sechsecke sind der Kugel deutlich näher als Vierecke.

Das ist mir noch ein Rätsel, wie ich die veganisieren soll. Das Geheimnis der Kekse liegt nämlich im Ei, ohne oder mit anderem Verhältnis kommen sehr komische Gebilde raus.


Mit diesem gelüfteten Geheimnis lassen sich jetzt noch viel besser viel mehr Kekse backen, oder? ;)