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Freitag, 17. August 2018

Türkische Vorspeisen-Fülle

Ich mag diese Gerichte, die keine Gerichte sind, sondern eher eine große Auswahl an tollen Dingen. So als wenn der ganze Tisch voller Vorspeisen voll steht und man von allem nehmen kann! Leider funktioniert das in unserer Kultur so nicht ("Das ist MEIN Essen!!"), daher habe ich zu Hause in der Menge für 2 Personen sowas in der Art hergestellt. 


Im türkischen Laden habe ich Brot, Oliven, Pepperoni und Ayvar gekauft. Selbst gemacht habe ich Tzaziki aus Sojajoghurt, gefüllte Weinblätter und gefüllte Aubergine (das grünrote Chaos in der Pfanne).

Das Rezept der Weinblätter ist von Cookbakery und einfach klasse!
Nur das mit den Weinblättern hat leider nicht gut geklappt. Zuerst habe ich gar keine gefunden und dann gabs welche einvakuumiert oder in einem seltsamen Glas. Ich habe dann die einvakuumierten genommen und gewaschen... jedenfalls habe ich das versucht. Das Zeug ist milchsäurevergoren und roch eigenwillig. Außerdem hat es zusammen geklebt wie mit Superkleber behandelt, sodass 50% der Blätter in feinste Stückchen zerrissen sind. Die anderen waren auch hart löchrig, aber irgendwas brauchte ich dann ja zum Rollen, also hab ichs trotz Rollen verwendet. Leider habe ich den vergorenen Geschmack nicht rausbekommen, sodass ich die Rollen fast komplett alleine essen musste (über 4 Tage), weil gewisse andere Leute ja leider Vergorenes bis auf Joghurt ablehnen.

Die Aubergine ist leider auch total missraten. Teilweise zerkocht, teilweise roh... nächstes Mal schneid ich einfach alles in kleine Stücke und mach eine Mischpfanne draus.

Im Großen und Ganzen war es aber sehr lecker und ich sollte das bald mal wiederholen. Vielleicht eignet sich sowas auch als Bento. Der Knackpunkt sind jetzt die Weinblätter, die muss ich irgendwo frisch her bekommen. Ich wohne zwar inmitten von Weinreben, aber einem vergeht der Appetit, wenn man beim Glyphosat spritzen zuschaut. Und im türkischen Laden gibt es leider keine Frischen.



Mittwoch, 15. August 2018

Dörrobstmotten und Schädlingsprävention

In meiner Jugend hatten wir eine Käferinvasion in der Küche. Seitdem belächel ich die Wut, alles akribisch einzudosen nicht mehr, sondern empfinde sie als höchst sinnvoll. Die Larven der Käfer hatten sogar meine Schokolade infiziert, das war nicht witzig.

In meiner eigenen Küche war mir die klassische Plastikdosenmarke meiner Mutter natürlich zu teuer und generell war das auch alles zu anstrengend. Bis ich eines Tages einen Kokon an der Roggenmehltüte fand. Nach kurzer Recherche entschied ich mich für ein schwedisches Plastikdosensystem und hatte da drin auch schon 2x Käferplage - die blieb aber immer brav in ihrer Dose und konnte nichte weiter infizieren. Ich war zu 50% durchgedost, der Rest war in mit Clips verschlossenen Plastikbeuteln. Bis zu dem Tag der Raupe. .... DÖDÖÖÖÖM...

Ich glaube, es begann damit, dass ich komische dreckige Fäden in einer Mandeltüte fand und eine tote Motte in meiner Chilimühle. Danach ging ich dem nach.
"Machs wie deine Geschwister und beiße die Plastiktüte einfach durch."

Mutter Dörrobstmotte hat es erkannt. Denn mein System war anfällig und höchst fehlerhaft: Die Raupen der Dörrobstmotte haben die Superkraft, sich durch Plastikfolie durchzubeißen und besitzen sogar zwei Bakterienstämme im Bauch, die Polyethylen verstoffwechseln können. 

Alles, was nicht in den schwedischen Dosen war, war jetzt potentiell belastet. Meine Suche führte mich durch all meine Vorräte, überall fanden sich seltsame Fäden, welche von den Raupen gesponnen wurden. Kotbröckchen, ganze lebendige Raupen, lebendige und tote Falter. Ich durchforstete meine Mandelvorräte - alle infiziert. Leinsamen, Rosinen, getrocknete Aprikosen, Reis, sogar das Naschfach war befallen und diverse Schokoladen angekaut. Neckisch schauten mich die kauenden Raupen an. 

Wo hatte das seinen Ursprung? Ich hatte sogar 2 Quellen zurückverfolgen können: Einen 4.5 kg Sack Reis und eine Tüte Nuss-Rosinenmischung.



Im Sack Reis befanden sich die meisten Raupen und diverse verstorbene Falter. Die Raupen hatten sich letztendlich von innen nach außen gebohrt und ließen auch die adulten Falter raus, um überall in meiner Küche ihre Eier abzulegen. 


Ganz Forschergeist fing ich ein paar Raupen ein und sperrte sie zum Beobachten und lernen in eine Dose mit genug Futter. Die Kleinen haben die Angewohnheit, nach oben zu laufen. In der Tat fand ich sehr viele an der Decke, immer wieder las ich Raupen an der Küchendecke auf und auch Falter in der gesamten Wohnung. Nachdem die Raupen groß genug sind, suchen sie etwas entfernt vom Futter interessante Verpuppungsplätze auf. Das sind in Wohnungssprache: Hinter den Küchenschränken, unter der Lampenverkleidung und hinter Bilderrahmen. Heißt aber auch, wenn man seine ganze Wohnung zu 100% Raupensicher gemacht hat, findet man die Falter noch bis zu 6 Monate danach regelmäßig an der Decke. Die sind zum Glück träge und lassen sich einfach fangen. Direkt an der Decke breit schlagen ist keine gute Idee, das Falterpulver ruiniert die Tapete. 

Ich habe breiten Zugriff zu allerhand Bioziden, aber ich habe mich dagegen entschieden. Generell aber eine Übersicht, wie Biozide gegen diese Insekten funktionieren: 

Gegen die Falter gibt es Kontaktgift, welches auf die Oberflächen aufgetragen wird, auf die sie sich vorzugsweise setzen. Sie nehmen es mit den Beinen auf und innerhalb weniger Minuten legt es das Nervensystem lahm, die Tiere fallen von der Decke und verenden. Problem bei diesen Motten: Sie setzen sich überall hin, man braucht also sehr viel Gift. In der eigenen Wohnung ist die ganze Decke mit Permethrin und Ähnlichem einzustreichen nicht nur aufwändig, sondern auch dem Wohnklima absolut nicht zuträglich.

Gegen die Raupen wirkt ein Chitinsynthesehemmer, welcher im Idealfall mit einem Kontaktgift kombiniert ist. Die Raupen können sich so nicht zu Motten entwickeln. Dieses Gift muss dann aber auch wieder überall hin, wo die Raupen sind. Also innerhalb der Küchenschränke und außen an die Dosen. Gift mit Lebensmittelkontakt? Halte ich auch hier dem Wohnklima nicht für zuträglich.

Mottenfallen über Pheromone fangen nur einen kleinen Teil der fertigen Motten und bekämpfen die Raupen nicht. Die sind als Qualitätskontrolle nett, aber nicht wirksam und können im schlimmsten Fall sogar neue Motten von draußen anlocken.

Ich habe mich daher für das Aushungern entschieden. Alles sicher verpacken! 



Das bedeutet, alles, was irgendwie trocken ist, in Gläser und verlässliche sehr dicke Plastiksysteme zu sperren. Dabei habe ich gemerkt, dass das abgebildete schwedische Plastiksystem nur eine Verlässlichkeitsrate von 95% hat. Die Glassysteme auf den Fotos hatten bisher eine Sicherheit von 100%. Was passiert? Die Schütte der Plastikboxen wird durch eine Gummilippe versiegelt. Besonders junge kleine feine Raupen können dazwischen kriechen und anfangen an der Gummilippe zu kauen. Damit erhalten sie Eintritt und vernichteten so meinen Leinsamenvorrat.

Aber ich habe auch gemerkt, dass das akribische Einglasen aller Dinge im Haushalt einen schönen Nebeneffekt hat, der mir sehr gut gefällt: Keine Boxen in Ecken mehr mit chaotisch eingefüllten Tüten, welche man kaum mehr zuordnen kann. Jedes Lebensmittel hat seinen Platz. Was keinen Platz hat, muss sofort gegessen werden und verstopft die Küche nicht. So bekomme ich seit dem Mottenausbruch nachhaltig meine Vorräte in den Griff, den totalen Durchblick und auch meine Süßigkeiten sind perfekt geordnet und davor sicher, Überhand zu nehmen.



Und was ist eigentlich mit den infizierten Lebensmitteln passiert? Die Raupen verschmutzen die Lebensmittel leider sehr nachhaltig. Einige Mehle habe ich gesiebt, denn die Raupenfäden bilden Klumpen und lassen sich so abtrennen. Ich habe darauf geachtet, keinem Besuch infizierte Waren zu geben, das habe ich dann schon selbst gegessen. Die Mandeln waren leider komplett zerstört, die habe ich entsorgt. Auch die Leinsamen waren so heftig verschmutzt, dass nichts mehr ging. Den Reis habe ich zu 50% sortiert und nach dem Aussortieren von gefühlt 100 Raupen (es waren aber mindestens 50) im Gefrierfach abgetötet und gegessen. Lebensmittelverschwendung kann ich nicht leiden, aber zu starke Verschmutzung muss man als Mikrobiologe leider auch einmal so betrachten: Die Tiere züchten allerhand Keimsorten in ihrem Bauch, von denen ich nicht ausgehen muss, dass sie mir bekommen. Daher muss ich auch nicht davon ausgehen, dass sie sich als Lebensmittelzusatz eignen. In anderen Ländern werden Insekten zwar gegessen, aber in anderen Ländern können die Einwohner normal ihr Leitungswasser trinken und dabei passiert nichts. Tu ich das als Europäer, bekomme ich Montesumas Rache und sitze mindestens 5 Tage auf der Toilette fest.


Schutz vor Schädlingen ist wichtig, denn die versauen einem nicht nur das Essen, sondern auch nachhaltig die Laune. Sie fangen an einen zu zermürben. Man fängt an von ihnen zu träumen. Auch nach Monaten findet man immer wieder Falter und möchte langsam nur noch weinen. Daher rate ich dringend dazu: Tut es wie Muttern und verstaut alles spießig in Vorratsbehältern. Und vor allem in welchen, die auch wirklich dicht sind, testet die auf Herz und Nieren.
Lasst euch nicht von den Motten beherrschen. Es kann jeden treffen.

Sonntag, 28. Mai 2017

Fondanttorte, kein Ruhm

Ich hatte es fast schon verdrängt, aber ich habe mal eine Torte mit Fondant drauf gemacht. Es gehört zu meinen gescheiterten Experimenten.



Von außen siehts gar nicht so beschissen aus. Aber der Teufel steckte in jedem Detail und am Ende in der gesamten Torte.




Das Problem bei dem Fondant war, dass er anscheinend doch schneller altert als ich angenommen habe. Er war ca. 1 Jahr alt und war eigentlich nur noch hartes Zeug, aus dem irgendwas raus lief. Wahrscheinlich Glycerin. Ich habe dann in Feinstarbeit versucht, das alles wieder weich zu machen, was ewig gedauert hat und am Ende dann doch nicht zu 100% erfolgreich war. Man sieht es vor allem an den weißen Punkten, die sich nicht färben ließen, das sind noch die harten Reste.

Ich habe dann violette Lebensmittelfarbe eingemischt und irgendwann keine Kraft mehr, also hab ichs halb gemischt gelassen und diesen netten Marmoreffekt bekommen, in dem sich sogar die weißen Teile wie kleine Steinchen gut integrieren. Also optisch gesehen gar nicht so beschissen. Leider war der Geschmack mehr als daneben, hier hatten wir das volle Bukett von Kinderknete.




Als Torte habe ich einen Schwarzwälderkirsch gemacht, basieren auf Chefkoch "Veganer Walnusskuchen" Rezept, dazu eine Soyatoo Kokossahne und Glaskirschen. Zwischen Kuchen und Fondant soll ja immer Ganache. Einfach? Ideentechnisch ja. Packe relativ feste Soyatoo Kokossahne mit extrem fester schwarzer Backschokolade zusammen und erhalte... Schleim.

Diese Ganache war ein absoluter Fail, die Schokolade hat wohl diverse Zusatzstoffe angegriffen und die ganze Mischung zu einer immerwährend fließenden Lava gemacht. Wenigens war der Geschmack gut.

Die Soyatoo Kokossahne muss nach dem Kauf sofort verarbeitet werden, hab ich dabei festgestellt. Es sind 1.5 Jahre Haltbarkeit aufgedruckt, aber alle Packungen, die noch 1/2 Jahr haltbar sind, sind bereits schlecht. Die sind dann extrem sauer, schmecken nach Erbrochenem und die Bindung geht verloren. Ich hab das weggeworfen, musste extra nochmal zum großen Edeka und konnte dann weiter machen. Eine Reklamation bei der Firma blieb erfolglos.
Leider ist das bisher die einzige vegane Schlagsahne, die ich ohne Schläge essen kann.

Nun, wenn man den Fondant vor dem essen wieder abgemacht hat, war die Torte ok. Aber ist das der Sinn von Fondant? Ich bin mir nicht sicher, ob ich damit je wieder was machen will, auch wenn er ganz frisch gekauft ist.

Freitag, 13. November 2015

Treberbrot

Am Anfang stand eine gute Idee. Mein Kollege erwähnte Treber als Backzutat, was er nach eigener Aussage auch schon mehrfach erprobt hat, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.

Crashkurs: Was ist Treber?
Bei der Bierherstellung wird Gerste gekeimt, dann in Backen geschrotet und dieses Schrot wird ausgekocht. Die Brühe wird vom Feststoff abfiltriert, der Feststoff verworfen und die Brühe kommt in den nächsten Bierbrauschritt. Der abfiltrierte Feststoff heißt im Brauvokabular "Treber" und beinhaltet das ganze Gerstenkorn. Und anscheinend auch noch diverse Teile irgendeiner Hülle vom Korn.

Gerade zufällig mit meinem Kollegen in der Brauerei arbeitend haben wir eine anonyme Treberspende bekommen. Die muss zu Hause dann natürlich benutzt werden!





Da liegt der Treber auf einem der Vorteige. Das Zeug ist noch restnass, ich habe es genau so in den Teig geworfen, wie ich es aus dem Braukessel bekommen habe. Durch das Auskochen ist das Zeug schön weich.



Das Brot selbst sieht unauffällig aus... aber jetzt möchte ich mit meiner Geschichte beginnen.

Es war einmal ein Chemiker, der von einem Brauer etwas Treber bekam. Mit mikrobiologischen Fertigkeiten erstellte der Chemiker im heimischen Labor eine Brothefeemulsion aus 120 g Weizenmehl 550, 120 g Wasser und 1 popelgroßem Stück Hefe. Daneben eine Sauerteigemulsion aus 20 g Roggensauerteiganstellgut, 120 g Roggenmehl tausendirgendwas und 120 g Wasser. Diese Emulsionen durften 36 stunden tun und lassen, was sie wollten. Danach wurden beide mit dem Treber (300 g), 6 g Hefe, 12 g Natriumchlorid und 200 g Weizenmehl 550 vereint. Der Teig wurde nach Leibeskräften geknetet, wobei auffiel, dass die Schalenstücke empfindlich die Hand des Chemikers ankratzten. Nun durfte der Teig 2 Stunden gehen, wobei sich aber nichts tat. Grummelnd gab der Chemiker 5 g Hefe nach, vielleicht vertrugen sich Treber und Hefe doch nicht so gut. Nach einer Stunde war die Gärung des Teiges weitaus besser.
Der Chemiker formte unter Fluchen, weil er sich mal wieder dumm anstellte, einen Brotlaib und legte ihn in eine Kastenform, denn nach der langen Gehzeit war die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Hefe übergärig geworden ist. Dies würde zu zertrockneten, fladenbrotartigen Broten führen, was sich durch die Verwendung einer Kastenform umgehen lässt.
Nach dem Backen bei 250 °C mit Schwaden für 10 Minuten und danach 200 °C ohne Schwaden für weitere 35 Minuten, sowie anschließender Auskühlzeit von 2 Stunden die erste Kostprobe. Geschmacksexplosion? Blieb aus. Und das Brot war zu nass, die Backzeit kann man verlängern.
Dennoch, gebacken ist gebacken. Der Chemiker aß sodann von seinem Brot, täglich, denn dazu war ein Brot da. Hier und da ärgerte das Brot den Chemiker mit seiner Existenz und pflanzte Schalenstücke tief zwischen die Zähne des Chemikers. Und nach ca. 5 Tagen stellte sich ein komisches Gefühl ein. Wie Steine im Dickdarm. Schmerzen kamen hinzu, Unlust zu essen, Schlaflosigkeit...

Damit wandert dieses Brot offiziell in die Kategorie der gescheiterten Experimente. Erst Hefeärger, dann Wasserärger und nun Bauchärger. Ich bin definitiv nicht vollkorn genug, um das Brot anständig zu verwerten und muss jetzt nach einer geeigneten Methode suchen, die Gerstenversteigerungen wieder aus dem Bauch raus zu kriegen. Ich starte mal sanft mit Pflaumen in Portwein, jam!

Sonntag, 19. Januar 2014

Die gefloppten Pizzabrötchen

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Ich habe mal Pizzabrötchen in einem Cafe gegessen. Die waren so weich und so lecker! Und da ich ja backen kann, schnell das best bewertetste Chefkochrezept her und losgebacken.

Auf dem Foto sehen sie stumpf und trocken aus. Das sind sie leider auch geworden, der totale Schaumstoffball. Der Teig ließ sich nicht anständig benutzen und dann ging das Problem immer weiter bis zu diesem geschmacklosen Kram, die nach "Ich kann nicht backen, aber ich tus trotzdem" schmecken. Das ist wie Brot mit Backpulver backen, es schmeckt einfach komisch und bitter.

Das grüne Getränk ist übrigens Matcha Latte. Das Glas halb voll Wasser, halb voll "Milch", dann in einem Topf erwärmen und 1.5 TL Matcha mit einem Schneebesen einrühren. Ich hatte Kokosreismilch ausprobiert, das ist leider genau so gefloppt wie nur Reismilch. Aber mit Sojamilch ist das sehr gut!

Das eine Brötchen ist mit Lauge gebadet worden. Hat nichts gebracht, schmeckt nicht besser.

Was macht man dann mit sowas? Das, was der Bächer auch mal gemacht hat! Zuckerbrotchips!


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Die Brötchen in Scheiben geschnitten und mit einer Paste aus 1:1 Kokosfett zu Zimtzucker beidseitig bestrichen und bei 200°C kurz aufgebacken, bis der Rand dunkler wurde und die Fettpaste blubberte. Dann gingen die Brötchen plötzlich weg wie warme Semmel. Unglaublich lecker!

Da hab ich auch keine Bedenken, weiter mit Pizzabrötchen zu experimentieren, wenn ich sie so lecker "entsorgen" kann.

Sonntag, 24. November 2013

Gepuffter Reis selber machen

Reiskekse sind doch etwas Tolles! Wie toll wäre es, den gepufften Reis selbst herstellen zu können und daraus seine ganz eigenen Gebilde erschaffen zu können? Das wäre gigantisch! Popcorn bekommt man in der heimischen Pfanne ja auch in Kinoqualität hin (mal abgesehen von dern Verteilung des Karamells, das ist schwieriger), warum dann nicht gepufften Reis?

Also Pfanne auf den Herd, volle Stufe, kein Öl und rein mit dem Reis! Decken drauf und die Spannung steigt. ... na? ... na? ... passiert was? ... Und plötzlich wird alles tief braun.

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Enttäuschung. Oh menno! Die Korngröße hat sich kaum verändert. Ich wusste natürlich vorher, dass sowas passieren wird, da ich mir das schon angelesen hatte. Aber die Enttäuschung ist dann dennoch groß, wenn die Körner aussehen, als würden sie stumpf verbrennen statt aufpoppen. Geschmacklich schmecken sie nun tatsächlich nach Popcorn, aber deutlich intensiver wegen der größeren Oberfläche.

In der Industrie wird dafür eine "Puffreiskanone" verwendet. Ich würde es als Autoklav beschreiben. Dabei wird eine Hitze von 220°C verwendet mit entsprechend ansteigendem Druck. Bei schlagartigem Druckablassen puffen die Körner auf. Das schaffe ich leider auch mit dem heimischen Dampfkochtopf nicht, zumal man dafür das Ventil verstopfen müsste... dumme Idee.

Montag, 21. Oktober 2013

Einmal bäh und zurück: Kürbisbrühe

Auf einem dritten Sender hatte ich eine Herbstkochsendung gesehen, in der der Geheimtipp gegeben wurde, das entkernte Zeug aus dem Kürbis zu einer Brühe zu kochen. Die Köchin und die Moderatorin waren hin und weg, probierten ständig, schnüffelten am Topf und die Moderatorin bejammerte die Vergangenhheit "Ich hab das früher immer weggeschmissen! Was eine Verschwendung!".

So einen brandheißen Tipp konnte ich natürlich nicht ungenutzt lassen.


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Optisch entspricht es auch dem aus der Sendung. Naja, meine hat nicht so viel Wasser. Das lag aber daran, dass ich wie blöd darauf herumgekocht habe und das Kochwasser einfach keinen Geschmack annehmen wollte. Ich habs dann eingeengt und langsam nahm das Wasser einen Hauch von Geschmack an. Leider sehr bitter und etwas muffig. Ich steuerte mit Gemüsebrühpulver und Salz gegen, um eine richtige Suppe draus zu machen, aber es half alles nichts. Ich bekomme die Suppe nicht runter, sie riecht nicht super aromatisch, sie schmeckt nach abgestandenem Wasser und sie ist einfach so gar nicht das, was im Fernsehen im Kochtopf war.

Vielleicht liegt es an der Kürbissorte. Ich hatte Butternusskürbis, die im TV hatten Hokkaido oder eine andere sehr orangefarbene Sorte.

Die Innerei vom zweiten Kürbis ist nun auch direkt im Müll gelandet. Generell mag ich ja Kürbiskerne, aber wenn man die aufbricht, sind die da drinne etwas fade und es ist eine Riesenfummelei.

Wenn ich eine andere Kürbissorte ausprobiere, versuch ichs nochmal. Aber Butternusskürbis funktioniert nicht.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Trockene Mischung aus Bohnen, Linsen, ...

In irgendeinem Youtubevideo hielt ein Mädel eine Tüte getrocknete Hülsenfrüchte hoch, die an Buntheit kaum zu überbieten waren. Ich mag zwar keine Linsen, aber die musste ich haben!


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Kiechererbsen, verschiedene Bohnen, verschiedene Linsen, als Deko neben einer Tüte Tricolorifarfalle in einem Glas macht das sicher viel her. Aber schmeckt es auch "sinnvoll"?


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Bei dem Versuch, die Farbenvielfältigkeit zu erhalten, scheiterte ich leider. Zuerst wurde die Mischung immer trüber grüner und schmeckte nach bitterem Sand. Dann kam eine Dose geschälte Tomaten hinzu und eine Hand voll Limettenblätter, das schmeckte schon deutlich besser.

Letztendlich bin ich aber enttäuscht. Nach vielem Suchen fand ich die Mischung endlich und durfte 4€ hinblättern. Und dann hält sie ihre Farbe nicht! Auch wenn man in eine Kidneybohne beißt, schmeckt man eher Kreide statt Kidneybohne. Wirkliche Erfolge hatte ich mit Trockenhülsenfrüchten nur in Form von Hummus, alles andere fiel durch. Irgendwie sind Dosen doch besser... auch wenn man da mehr schleppen muss.

Das Rezept für das Essen kommt wieder aus dem Vegetarisch GU-Buch und das war mir eindeutig zu "deutsch" im Sinne von "wir würzen nur mit Pfeffer und Salz". Erst nach einem starken Feinschliff war es genießbar. Dabei war das Originalrezept NUR mit Linsen, ich hatte immerhin noch wohlschmeckende Bohnen dabei.

Ab sofort wieder sortenrein aus der Dose.

Samstag, 17. November 2012

Reinfall: Sellerieschnitzel

Man sieht etwas totaaaaal innovatives, man will es unbedingt haben bzw, machen! Und dann? Geht alles schief. Genau so erging es mir schon mit den Linsenpfannkuchen. Jetzt möchte ich ein neues Kapitel aufmachen und das heißt: Paniertes Sellerieschnitzel.

Man nehme Sellerieknollenscheiben, paniere und brate sie. Das hört sich toll an, sieht aber scheiße aus:

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Die Panade wollte auf den Klötzen einfach nicht halten. Nun, ich habe mich dabei auch reichlich dämlich angestellt, inzwischen würde ich es hinbekommen. Das glaube ich jedenfalls. Aber warum mache ich das nicht? Denn selbst wenn ich mir vorstelle, dass die Panade perfekt sitzt, so fehlt es doch an sinnvollem Inhalt. Die Selleriescheibe verwandelt sich von einer wohlriechenden suppenverbessernden Knolle zu einer süßen, pflanzenmußigen Masse, die einen geschmacklichen Kampf mit der eher deftig-brotigen Panade eingeht. Dieser Kampf entbrennt auf der Zunge und hinterlässt ein Schlachtfeld hinter sich, das seinesgleichen sucht. Es ist wie frisch Zähne geputzt kalte Cola trinken. Es ist wie Salsa mit Kinder Pingui essen. Maggi Würze auf... allem!

Es ist nicht schön, so kann man das zusammenfassen. Und ich würde eher noch eine Portion von dem Linsenmatsch essen als von diesen Selleriezuckern. Und den Linsenmatsch fand ich schon abartig.


Eine Quelle kann ich leider nicht angeben. Natürlich habe ich das irgendwo auf einer Rezeptseite gesehen, konnte sie dann aber nicht mehr wiederfinden und habe einfach drauf losgekocht.

Samstag, 14. Juli 2012

Glutenpulver

Vegan? Dann sicher Tofu und Seitan, weil man Fleisch ja ersetzen muss!
Ja sicher... wenn man kein Fleisch essen mag, weil es einem nicht schmeckt, will man das durch fleischgeschmackliche Dinge ersetzen...? Fail. Ich bin jedenfalls einer von denen, der den Geschmack nicht leiden kann.

Aber dass man ernährungsphysiologisch einen Ersatz für Proteinquellen braucht, das ist Fakt. Und so war es natürlich meine Pflicht, auchmal Seitan zu probieren. 500g Glutenpulver für unter 2€, da kann man nichts falsch machen.

Das Zeug wird mit Wasser und Gewürzen angerührt und in einem Sud gekocht. Und dann soll das schmecken. Ich habs dann lieber gleich in der Soße gekocht, in das es kommen sollte.


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Das sind dann Okraschoten und Seitanstücke in arabisch gewürzter Tomatensoße. Bis auf Seiten entstammt das Rezept einem arabischen Kochbuch von mir, dort wird Lamm verwendet. Neben Pfeffer und Salz ist das einzige Gewürz aber Kreuzkümmel... und tut mir leid, das mag ich nicht alleine. Ich habe dann nachgewürzt mit Kurkuma, Koriander und Ingwer. Das war dann eher indisches Curry, aber es schmeckte.

Leider kann ich das von Seitan nicht behaupten, es hat die Konsistenz von irgendwas ganz schrecklich künstlichem. Von Replikatoressen auf der USS Enterprise. Gnutschig, glitschig... also Mundgefühle, die ich nicht leiden kann, so wie Gummibären. Durchgefallen!

Was sagen die Okraschoten...? Glipschig flutschig, durchgefallen! Aber die Soße war gut nach meiner Verbesserung.


So, Seitan hats nicht auf meinen Speisezettel geschafft, aber was mach ich jetzt mit übrigen 430 g Glutenpulver?
Kleben!

Ich habe mal Billigkloßpulver vom Discounter gekauft und davon nicht alles verwendet. Es blieb einige Zeit offen stehen und dann wollte ich nochmal Klöße daraus machen... nur dickte die Pampe nicht mehr an. Ich füllte diverse EL Mehl hinein. Immer noch kein Teig, den man in Klößchen kneten konnte. OK, Glutenpulver muss das doch zum Kleben bringen! Hat es, aber kneten war immer noch nicht drin. Also habe ich das mit einem Teelöffel portionsweise in siedendes Wasser geträufelt und abgeschöpft, sobald die Klößchen oben schwammen. Ergebnis:


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Äußerlich nicht einwandfreie Gnocchiähnliche Teile, die aber umwerfend gut schmeckten und auch noch nach 3 Tagen ihre gute Konsistenz behielten!


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Mit lecker Soße und Räuchertofu. So kann man Gluten genießen, vor allem auch tags später noch.

Freitag, 13. Juli 2012

Pfannkuchenversuch

Pfannkuchen bestehen aus Milch, Eiern und Mehl. Davon sind zwei Dinge nicht vegan, aber was wenn der Hunger auf Pfannkuchen dann doch hoch kommt? Da muss eine vegane Alternative her! Es gibt schließlich auch andere Kleberproteine als Eiweiß und Casein. Gluten zum Beispiel. Oder Linsenprotein.

Auf Chefkoch fand ich ein Rezept, welches Linsenpfannkuchen aus roten Linsen beschreibt. Die Fotos sahen ansprechend aus, mindestens 10 positive Kommentare waren dazu geschrieben worden. Nur einer bekam es nicht hin. Wenn es also 10 von 11 schaffen, schaff ich das erst recht! Und dann ging es los... und sah in der Pfanne so aus:


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Nicht gerade, was man sich unter Pfannkuchen vorstellen könnte. Das Zeug war eine klebrige Pampe, die am allerliebsten an Küchenhelfern klebte. Irgendwann gab ich das Vorhaben auf, daraus ein pfannkuchenähnliches Gebilde zu machen und entschied mich für die Form "Kaiserschmarrn". Das ging einfacher und sah deutlich passender gelungen aus:


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Hmmm! Also die Heidelbeeren haben gut geschmeckt. Aufgegessen habe ich allerdings nicht, weil ich es nicht wirklich runter bekam. Die Brösel schmeckten nach Trockenmittel und wie das Wort schon sagte: extrem bröselig, zudem aufdringlich linsig und ich sah dabei auch ein, dass ich Linsen gar nicht mag. Sehr schade, denn sie sehen so cool aus und man kann so tolle Sachen mit ihnen machen.

Quelle:

300 gLinsen, rote, gemahlen
1 TLZucker
1 TLSalz
500 mlMineralwasser, kohlensäurehaltiges
2 ELÖl, Rapsöl / anderes
Fett, zum Braten

http://www.chefkoch.de/rezepte/1102621216201363/Pfannkuchen-aus-roten-Linsen.html





Schade, versagt.
Aber ich wusste jetzt, dass ich nicht auf Hülsenfrüchte setzen darf und suchte weiter. Dabei stolperte ich - auch im Chefkoch - über Kokospfannkuchen. Der resultierende Teig sieht klassischem Pfannkuchenteig schon sehr ähnlich, nämlich sehr flüssig.


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Und die Pfannkuchen selber waren dann auch sehr pfannkuchig.


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Dieses Rezept hat natürlich auch seinen Nachteil: Ich bin süchtig nach den Dingern. Ich muss aufpassen, nicht jeden Tag Pfannkuchen zu essen.

Das grundlegende Rezept war etwas komisch und ich habe es abgewandelt, hier meine Version:

200 g Mehl
150 g Kokosflocken
2 TL Backpulver
1 Priese Salz
400 mL Sprudelwasser
2-3 EL Zucker

Dass das Wasser sprudelt, ist wichtig. Also am besten sonen richtigen Brüller nehmen, den man kaum trinken kann, aber kein Stilles, da backt man dann nur Autoreifen draus.

Dazu mache ich dann auch süße Fruchtsoßen aus allem, was das Fruchtkonservenregal hergibt. Dafür kauf ich nicht extra frisches Obst, weil ich das Klimaverschwendung finde.

Originalquelle:
http://www.chefkoch.de/rezepte/1774931287514290/Kokos-Pfannkuchen.html

Da ist jetzt immer noch kein Allrounder bei, der den klassischen Pfannkuchen ersetzen kann. Aber wieso soll ich mir sowas langweiliges machen, wenn ich genau so gut die Kokosvariante machen kann? Ich glaube, die Aktivierungsenergie zu etwas Unbekanntem langweiligem ist einfach viel zu hoch im Gegensatz zur Aktivierungsenergie zu etwas schnellem, superleckerem, gelinggaratiertem...